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Konzert in der Kurstadt
Verzaubert Chris de Burgh Bad Kissingen erneut?
Chris de Burgh
Chris de Burgh begeisterte seine Fans im Max-Littmann-Saal. // Klaus Werner
Bad Kissingen – Chris de Burgh war erneut im Max-Littmann-Saal zu Gast. Er präsentierte lyrische Texte, die mit eingängigen Melodien und schönen Akkorden eine emotionale Geschichte erzählen.

Nur wenige Künstler werden mit stehenden Ovationen begrüßt, wenn sie zu Beginn eines Konzerts die Bühne betreten. Einer von diesen ist Chris de Burgh, der erneut auf seiner Tour zum 50. Bühnenjubiläum im Bad Kissinger Regentenbau Station machte, und der mit dieser besonders herzlichen Wertschätzung von fast 900 Fans begrüßt wurde.

Der Dank war eine ausgelassene Party zu seinem 77. Geburtstag (15. Oktober), zu der er rund 30 Evergreens aus seinem über 300 Titeln umfassenden Repertoire, unter anderem „Lady In Red“, „Don´t Pay The Ferryman“ oder „High On Emotion“ präsentierte.

Ein Klavier, eine E-Gitarre, Mikrofon und eine Bühne voller Boxen und Lichtelemente, in deren farbigem Fokus der irische Künstler stand – das waren die Rahmenbedingungen für Chris de Burgh, der mit blauem Sakko, schwarzem Hemd und dunkler Hose am Anfang etwas verloren auf der Bühne des Max-Littmann-Saals steht.

Chris de Burgh
Chris de Burgh im Regentenbau in Bad Kissingen. // Klaus Werner

Wie ein sympathischer Nachbar

Im grellen Licht der Scheinwerfer wirkt Chris de Burgh nicht als der Superstar, der einen Saal rockt – vielmehr wie ein sympathischer Nachbar, der bei einem Geburtstag einige Ständchen singt und die angenehme Atmosphäre sowie die Zuneigung der Gäste genießt.

 Das Klavier, dekoriert mit fünf gefüllten Wassergläsern, ist für seine beiden Einstiegs-Balladen „The Hands Of Man“ und „The Same Sun“ der musikalische Begleiter und zeigt den Gästen schon mal den roten Faden für diesen Konzertabend: lyrische Texte, die zusammen mit eingängigen Melodien und schönen Akkorden eine emotionale Geschichte erzählen.

Humorvolle Mischung aus Englisch und Deutsch

Die Moderation ist für Chris de Burgh eine humorvolle Mischung aus „Restaurant-Deutsch“ mit „Bitte ein Pils und ein Seniorenteller“ oder den englischen Erläuterungen zu seinen Liedern, und die Gäste freuen sich über das Lob zur „Amazing Hall“ (Regentenbau) oder über die notierten Standardfragen zur Person: „Lebt er noch?“, oder „Kann er noch singen?“ Zum Glück werden die letzteren Fragen mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet.

Und die Beweise lieferte der Künstler unter anderem mit den Balladen „Missing You“ und „Sailing Away“, die 1988/89 wochenlang in den deutschen Charts vertreten waren. Diese Platzierungen gelten auch für viele der anderen Titel, wobei Chris de Burgh auch in England oder den USA und selbst in seinem Geburtsland Brasilien große Erfolge feiern konnte.

Chris de Burgh
Chris de Burgh im Regentenbau in Bad Kissingen. // Klaus Werner

Schwungvoll und poppig

Klavier und Gitarre und Chris de Burghs Stimme sind die Instrumente des Abends, auch wenn dazwischen mal das Orchester aus der Konserve den Sound vorgibt, oder ein Chor aus dem Off den Gesang begleitet – vor allem, wenn die Lieder schwungvoller und poppiger wie „The Mirror of the Soul“ oder „The Keeper of the Keys“ rüberkommen und das Publikum mit rhythmischen Klatschen die Bühnenshow honoriert.

Gekonntes Spiel an Klavier und Gitarre

Bei den Balladen, die häufig mit sehr persönlichen Erlebnissen oder irischen Geschichten oder mit Themen wie der Tod („Don’t Pay The Ferryman“) oder der Falklandkrieg („Borderline“) verbunden sind, reduzieren sich die Aktivitäten auf das gekonnte Spiel am Klavier oder an der Gitarre.

Melancholisches Timbre und zeitloser Charme

Chris de Burgh wirkt dabei in seinen Stücken versunken und für viele der schon älteren Besucher fühlt es sich an, als wäre die Zeit stehen geblieben. Auch wenn die Stimme nicht mehr die Stärke von einst hat, so klingt sie doch vertraut – mit ihrem melancholischen Timbre, mit ihrem zeitlosen Charme, verleitet zum Mitklatschen und sogar zum Tanzen an den Seiten.

 Im Laufe des Abends geht Chris de Burgh mit persönlichen Anekdoten auf die Ursprünge seiner Songs ein, erzählt von den naiven Träumen eines jungen Musikers oder von seiner Motivation, sich der Geschichte von Robin Hood mit einem Musical zu nähern – und immer folgt das passende Stück wie „The Road Of Freedom“ oder „We’ve Got The Money“. Seine Gäste im Max-Littmann-Saal verzückt er mit der Beatles-Coverversion von „Let It Be“, erinnert an Elvis Presley, wenn „Always On My Mind“ erklingt, oder zeigt sich auf der Höhe der zeitgenössischen Popmusik mit „It´s never Too Late“ aus dem Jahr 2024.

Chris de Burgh
Chris de Burgh im Regentenbau in Bad Kissingen. // Klaus Werner

Wie die Fans mitfeiern

Nach einem über zweistündigen Konzerterlebnis geht es mit dem kraftvollen „Africa“, dem schmissigen Toto-Song, und „High On Emotion“ in die Schlussrunde. Da stehen die Fans längst am Bühnenrand oder in den Stuhlreihen, klatschen, bewegen sich zum vertrauten Sound, singen mit und feiern den Künstler, der die Zuneigung und den Abend sichtlich genießt.

Seine Version von Roy Orbisons „Oh, Pretty Woman“ oder seine gefühlvolle Ballade „Where Peaceful Waters Flow“, die als Zugabe ertönen, steigert die Begeisterung nochmals und für den stürmischen Abschiedsapplaus bedankt sich Chris de Burgh mit einer tiefen Verbeugung.

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