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Glenn Miller Orchestra
Der Swing der 1930- und 1940er-Jahre im Max-Littmann-Saal
Eva Buchmann
Eva Buchmann // Klaus Werner
Bad Kissingen – Das „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung von Uli Plettendorff traf in Bad Kissingen den Nerv des Publikums.

Sie gehören zu denen, die regelmäßig im Max-Littmann-Saal auftreten, und auch diesmal traf das „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung von Uli Plettendorff nicht nur mit den Evergreens des „Godfather of Swing“ den Nerv des Publikums, sondern überzeugte auch mit Stücken von Count Basie oder Benny Goodmann.

Seit 2024 präsentiert sich das „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung von Uli Plettendorff, der nicht direkt den Dirigentenstab von Will Salden übernommen hat. Vielmehr blieb er als Posaunist Teil des Orchesters, agierte nur zwischen den Stücken als Moderator und dirigierte mit wenigen Gesten den Anfangs- und Schlussakkord. Trotzdem war das Orchester nicht „führungslos“, sondern präsentierte sich als musikalische Einheit.

Eva Buchmann präsentierte sich vielseitig

Teil davon war auch Sängerin Eva Buchmann, die sich von den 16 Herren im schwarzen Smoking mit einem roten Abendkleid schon optisch unterschied. Mit ihrer klaren Stimme präsentierte sie mit Stücken wie „Sentimental journey“ oder „‘S wonderful“ den Swing der 1930er Jahre, erinnerte mit „I ‘ve got my love to keep me warm“ an Ella Fitzgerald oder zeigte ihre Vielseitigkeit bei den kubanischen Rhythmen von „A cabana in Havanna“.

Orchesterleiter Uli Pettendorff beschrieb Alton Glenn Miller als berühmten Jazz-Posaunisten, als Bandleader und als Pionier der Swing-Ära. 1904 geboren spielte Miller bereits in jungen Jahren in verschiedenen Bigbands, bevor er 1937 sein eigenes Orchester gründete, einen einzigartigen Sound erdachte und ab 1939 damit den musikalischen Durchbruch erzielte. Die Big Band wurde zum Inbegriff des Swing.

Mit dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde die Bigband von Glenn Miller für den Einsatz verpflichtet und spielte fortan als Militärkapelle für GIs in Europa. Auf einem Flug von London nach Paris im Dezember 1944 verschwand die Maschine mit Miller an Bord spurlos über dem Ärmelkanal.

Damit dieser Sound weiterlebt, gibt es seit Jahrzehnten vier offizielle „Glenn Miller Orchestras“, wobei das von Uli Plettendorff geleitete Ensemble den europäischen Raum abdeckt. Mittlerweile hatten sie fast 6000 Auftritte, so der Orchesterleiter.

Big-Band-Sound auf die Bühne gebracht

Mit ihrem aktuellen Programm „Swing Forever“ präsentieren sie den originalen, authentischen Big-Band-Sound aus der großen Ära des amerikanischen Swing. Zum Einstieg in den Abend lieferte die Band die bekannte „Moonlight serenade“, Glenn Millers Erkennungsmelodie, nur um augenblicklich mit Songs wie „Everybody loves my baby“ oder „Sing sing sing“ das Tempo deutlich ansteigen zu lassen.

Die leider nur rund 350 Gäste erlebten den klassischen Bigband-Klang mit seinen quietschigen Spitzen in den Trompeten, den wabernden Posaunenbässen und den flimmernden Melodien der Saxofone.

Bei „Don ‘t sit under the apple tree“ gaben die „Moonlight Singers“ als Quartett aus dem Ensemble ihren Einstand. Mal war es Georg Gershwin, dem die Band mit „Rhapsody in blue“ huldigte, mal präsentierten sie „The Saint Louis Blues March“ als zackigen Marsch. Dabei bewies das Orchester stets seinn hohen Standart.

Das waren die Zugaben

Mit den bekannten Nummern „American Patrol““, „Tuxedo junction“ und „The party‘́s over“ wurde das Ende des Konzerts eingeläutet. Doch Uli Pettendorff wusste genau, was die Musikfreunde als Zugabe noch hören wollten: So folgte das Stück, das durch Glenn Miller zu einer der berühmtesten Nummern der legendären Bigband- und Swing-Ära der 1930er und 1940er Jahre wurde: „In the mood“.

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