Hans-Josef Fell aus Hammelburg war nicht nur Initiator und Mitverfasser des „Erneuerbare Energie-Gesetzes“, sondern ist bis heute von Wind und Sonne, von Wasserstoff und Biomasse als Energielieferanten überzeugt. Für sein Lebenswerk als „Klimaschutz-Pionier“ und Wegbereiter einer weltweiten Energiewende erhielt er im Juni 2026 den „Mani L. Bhaumik Breakthrough oft he Year Award“.
Der Kissinger Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hatte nun in den Grünen Saal des Regentenbaus geladen, um den Preisträger zu feiern. Mehr als 100 Gäste konnte Sprecherin Nicole Hartmann begrüßen, wobei ihr besonderer Willkommensgruß Hans-Josef Fell mit Familie sowie Dr. Manuela Rottmann als Laudatorin galt.
Die Zuerkennung des Preises sei eine positive Nachricht gewesen, so Hartmann, denn hinter dem Preis steht die „American Association for the Advancement of Science“ (AAAS) als weltweit größte wissenschaftliche Gesellschaft und Herausgeberin mehrerer Fach-Zeitschriften. Neben Hans-Josef Fell wurden auch Charlie Gay(USA) und Li Junfeng (China) gewürdigt – im Tenor für ihren Einfluss auf die weltweite Dynamik rund um die erneuerbaren Energien.
Den Werdegang von Hans-Josef Fell nachgezeichnet
Stellvertretender Landrat Roland Limpert sagte, Fell habe mit seinem Engagement für die erneuerbaren Energien ein „Fundament für deren weltweiten Erfolg“ gelegt. Er berichtete über Fells politischen Werdegang vom Stadtrat in Hammelburg bis in den Bundestag, wobei Hans-Josef Fell schon früh den Klimaschutz und die Energiewende als Basis für Friedenssicherung, soziale Gerechtigkeit und den Kampf gegen die globale Umweltkrise erkannt habe. So ein Preis falle einem nicht in den Schoß, so der stellvertretende Landrat, „sondern ist das Ergebnis von harter Arbeit, von Beharrlichkeit und Wagemut“.
Dem „Ehrenbürger von Hammelburg“ gratulierte Joachim Hockgeiger, stellvertretender Bürgermeister von Hammelburg, und würdigte ihn als „einen der Väter des Erneuerbare-Energie-Gesetzes“ erinnerte an die weltweit erste Solarenergie-Genossenschaft, die 1993/94 in Hammelburg gegründet wurde und in Verbindung mit einem städtischen Einspeisetarif das spätere Gesetz vorwegnahm.
Mit Dr. Manuela Rottmann als Laudatorin konnte man eine Gleichgesinnte gewinnen, die nochmals die politische Vergangenheit von Hans-Josef Fell beleuchtete und gleichzeitig den Menschen würdigte. Der „Award“ setzte die Reihe der bereits erfolgten Auszeichnungen fort und sei ein weiteres Lob für den Geehrten, „der die Energiepolitik im Landkreis, in der Bundesrepublik und weltweit beeinflusst hat“.
Schon frühzeitig habe er erkannt, dass durch höhere Nachfrage und die daraus resultierende, industrielle Fertigung die Module verbilligte. „Hans-Josef hat fundiertes technisches und wirtschaftliches Wissen, gepaart mit Beharrlichkeit bis zur Sturheit“, sagte Rottmann. Umgesetzt wurden die energiepolitischen Erkenntnisse im Jahr 2000 in einem Gesetz mit „zwölf Paragraphen auf zwei Seiten“, was eine internationale Revolution ausgelöst habe.
Einreise in USA verwehrt
Hans-Josef Fell bedankte sich für die wertschätzenden Worte und bekannte: „Zu Hause gewürdigt zu werden, ist das Schönste“ – vor allem auch deshalb, weil ihm die Einreise in die USA zur Preisverleihung verwehrt worden ist.
Doch nach diesem emotionalen Moment wurde er ernst, „denn unser Planet brennt wirklich“. Auch er begab sich auf eine bebilderte Zeitreise, die ihn mit der ersten, 1,8 kWp großen Photovoltaik-Anlage auf seinem begrünten Dach zeigte – mittlerweile sei sein Haus autark dank Solaranlage für Strom und Wasser, mit einem Blockheizkraftwerk auf der Basis von Pflanzenöl, mit Batteriespeicher und digitaler Steuerung. Außerdem berichtete er über die Gestaltung seines autarken Umfeldes mit E-Auto und so weiter.
Weltweite Krisen
Dann richtete Fell seinen Blick auf die „aktuellen Krisen, die Krisen der fossilen Energieträger sind“. Ukraine, Iran und nun der Jemen seien Beispiele dafür. Darüber hinaus stünden die fossilen Energieträger für Klimaveränderungen. Dazu gehören Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen, Dürren mit Hungerkatastrophen und der Anstieg des Meeresspiegels. „Und wer glaubt, das betreffe uns nicht, der irrt – wenn der Golfstrom wegbricht, kommt Kälte über Europa“, so seine drastische Einschätzung.
Auch der Einspruch, die Energiewende sei teuer, ließ er nicht gelten. Langfristig würden die Investitionen in erneuerbare Energien und Speicherkapazitäten die Energiepreise senken, die Abhängigkeiten minimieren, die Gesundheitskosten reduzieren, neue Geschäftsfelder entstehen und die regionale Wertschöpfung wachsen lassen. Deutschland hinke i anderen Ländern beim Ausbau hinterher und verschlechtere die Situation durch Gesetzesänderungen und die geplante EEG-Novelle.
Appell an alle
Schließlich appellierte der Preisträger an jeden einzelnen, durch eigenes Verhalten und durch Engagement in Energiegemeinschaften den Turnaround mitzugestalten. Für Hans-Josef Fell ist der Kreis noch nicht geschlossen, denn mit seinem neuesten Projekt „Ocean Farming“ möchte er nicht nur der Atmosphäre Kohlendioxid (CO2) entziehen, sondern auch die Macro-Algen als Grundlage für eine neue Wertschöpfungskette etablieren.









