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Kulturehrenbriefe verliehen
Heimatverbunden und kreativ im Landkreis Bad Kissingen
Landkreis Bad Kissingen zeichnet aus
Mit dem Kulturehrenbrief des Landkreises ausgezeichnet wurden die Original Weißenbacher Schlossmusikanten mit (von links) Stefan Greubel (in Grün), Petra Eichholz, Margit Braunschweig sowie die Museumsfreunde Münnerstadt. Mit dabei waren auch Staatssekretär Sandro Kirchner (hinten, Vierter von links), Landrat-Stellvertreter Roland Limpert, Landrat Mario Götz und Alt-Landrat Thomas Bold. // Klaus Werner
Landkreis – Der Landkreis Bad Kissingen zeichnet lokale Kultur-Macher mit dem Kulturehrenbrief aus

„Heute ehrt der Landkreis drei Persönlichkeiten und zwei Gruppierungen mit dem Kulturehrenbrief, die sich auf besondere Weise für unsere Kulturlandschaft engagieren. Sie bewahren Traditionen und bringen Menschen zusammen.“ Mit dieser Wertschätzung begrüßte Landrat Mario Götz in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg unter anderem die Würdenträger Margit Braunschweig (Oerlenbach), Petra Eichholz (Nüdlingen) und Stefan Greubel (Bad Kissingen) sowie die Museumsfreunde Münnerstadt e.V. und die Orginal Weißenbacher Schlosshofmusikanten.

Die Kirche von Kloster Altstadt als barockes Schmuckstück bildete den feierlichen Rahmen für die Auszeichnungen. Das Kreisjugendblasorchester Bad Kissingen unter der Leitung von Manuela Müller und der Landkreis-Männerchor der Sängergruppe Bad Kissingen unter der Führung von Thomas Betzer waren für die musikalische Ausgestaltung verantwortlich.

Der Willkommensgruß von Mario Götz galt nicht nur den Preisträgern, sondern allen Gästen und besonders den Ehrengästen wie Staatssekretär Sandro Kirchner, Alt-Landrat Thomas Bold und den kommunalen und kulturellen Vertretern. In seiner Ansprache zur Verleihung betonte er die Bedeutung der Kultur als identitätsstiftendes Merkmal einer Region mit dem Ziel: „Kultur bringt Menschen zusammen. Sie bewahrt Geschichten und Traditionen.“ Die Kulturlandschaft des Landkreises sei lebendig, vielfältig und fest mit der Heimat verbunden – und dies verdanke man Menschen, die kulturelle Angebote gestalten, Ideen haben, andere begeistern können und sich über viele Jahre ehrenamtlich engagieren.

Öffentliche Anerkennung

Dieses Engagement koste Zeit, Energie und „sicherlich auch einige Nerven“, so Götz, „und deshalb verdient es nicht nur unseren Dank, sondern auch die öffentliche Anerkennung“. Diese Anerkennung wolle man mit der Verleihung der Kulturehrenbriefe ausdrücken; doch darüber hinaus unterstütze der Landkreis kulturelle Projekte und biete Kulturschaffenden mit Felix Gantner eine zentrale Anlaufstelle, der die Akteure berät und die regionale Kulturszene vernetzt. Sein Dank galt auch den Kommunen, die vor Ort die Freiräume schaffen, Vereine unterstützen und Initiativen fördern.

Seit 43 Jahren gibt es die Kulturehrenbriefe

Seit 43 Jahren werden die Kulturehrenbriefe überreicht und Grundlage sind immer Vorschläge der Kommunen, Vereine, Verbände und des Kreistages, die von einem Vorbereitungsgremium geprüft werden, bevor der Kulturausschuss seine Entscheidung treffe, so ergänzend der stellvertretende Landrat Roland Limpert. Carsten Ahlers dankte für die Sängergruppe Bad Kissingen im Namen aller bis ausgezeichneten 400 Preisträger seit 1984 dem Landkreis für die Würdigung der ehrenamtlich Kulturschaffenden. „Kultur entsteht nicht am Schreibtisch, sondern durch aktives Handeln und macht unseren Landkreis lebendig“, so sein Schlusswort.

Urkunde und Blumen sowie Präsentkorb

Die Träger der Kulturehrenbriefe, die mit Urkunde und Blumen sowie Präsentkorb ausgezeichnet wurden, sind:

Landkreis Bad Kissingen zeichnet aus
Stefan Greubel, Sandro Kirchner, Petra Eichholz, Mario Götz, Margit Braunschweig und Roland Limpert. // Klaus Werner
  • Margit Braunschweig aus Oerlenbach kümmert sich seit 1975 um die Sebastiani-Kapelle in Oerlenbach. Diese wurde 1814 erbaut und erhielt 1924 eine neue Bedeutung als Kriegergedächtnis-Kapelle. Margit Braunschweig kümmert sich nicht nur um die Blumendekoration oder die Sauberkeit, sondern beseitigt auch Vandalismusspuren, öffnet und schließt täglich die Pforten der Kapelle und „hält seit fünf Jahrzehnten die Schlüssel zu diesem besonderen Ort in der Hand und bewahrt mit großer Verlässlichkeit ein Stück Oerlenbacher Geschichte“, so der Landrat in seiner Laudatio.
  • Petra Eichholz aus Nüdlingen ist zwar wesentlicher Teil der Trachtengruppe des Heimatvereins Nüdlingen, ihre Würdigung erhält sie aber für ihr außerordentliches Engagement, die Nüdlinger Tracht und das Brauchtum über die Ortsgrenzen hinaus sichtbar zu machen. Darüber hinaus verwaltet sie den gesamten Bestand der teils 100 Jahre alten Stücke, deren Besonderheiten und Wert sie kennt, und führt seit 15 Jahren Gäste durch das Heimatmuseum. „Sie machen Geschichte sichtbar und lebendig“, so Mario Götz, der auch ihre Initiative zur Öffnung des Museumsgaststätte als geselligen Treffpunkt für die Ortsgemeinschaft lobte.
  • Stefan Greubel aus Bad Kissingen wurde für sein ehrenamtliches Engagement beim Gesangverein 1906 Reiterswiesen gewürdigt. Seit 1986 ist er nicht nur Teil des Chors, sondern übernahm auch Verantwortung als Beisitzer, Jugendvertreter, Schatzmeister und stellvertretender Vorsitzender. Mittlerweile steht er seit 2011 an der Spitze des Vereins und hat in vier Jahrzehnten das Vereinsleben entscheidend mitgeprägt. Unter anderem war es seinem Einsatz zu verdanken, dass der Verein 2016 mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet wurde, der höchsten deutschen Auszeichnung für Laienchöre. Lobend erwähnte Landrat Götz die 200 Seiten starke Chronik, die Stefan Greubel zum 110. Vereinsjubiläum erstellt hat, und die Initiative zum offenen Singen im Pfarrheim sowie sein Engagement bei den Adventskonzerten.
  • Den Museumfreunde Münnerstadt e. V. lag in den vergangenen 50 Jahren nicht nur das Henneberg-Museum am Herzen, sondern auch die kulturelle Ausgestaltung mit rund 200 Ausstellungen, vielen Konzerten oder Veranstaltungen wie das Münnerstädter Stadtfest.
    Landkreis Bad Kissingen zeichnet aus
    Der Museumsverein Münnerstadt mit (hinten links) Roland Limpert, Mario Götz (hinten, Dritter von links) sowie Sandro Kirchner (hinten). // Klaus Werner

Neben dem ehrenamtlichen Engagement, zum Beispiel für den Museumsbetrieb, setzten sie sich für die Sanierung des Deutschordensschlosses und die Neugestaltung des Museums ein. Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und „den Mut, sich mit Politik und Stadtgesellschaft auseinanderzusetzen“, so Mario Götz in der Laudatio, waren auch Basis für den Erhalt von historischen, ortsprägenden Gebäuden oder die Erstellung von Publikation zur örtlichen Geschichte.

  • Die Original Weißenbacher Schlosshofmusikanten bereichern seit 1991 das musikalisch-kulturelle Leben der Gemeinde, vom Faschingsumzug über Kirchweih bis zum Gottesdienst. Doch auch jenseits der Ortsgrenzen sind die Schlosshofmusikanten – der Name geht auf den Probenraum im Weißenbacher Schloss zurück – eine feste Größe.
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    Die Original Weißenbacher Schlosshofmusikanten wurden ebenfalls geehrt und umrahmt von Landrat Mario Götz (links) und Roland Limpert (rechts). // Klaus Werner

     

Landrat Götz würdigte die Nachwuchsarbeit der Kapelle ebenso wie den langjährigen Dirigenten Andreas Ziegler, der das Ensemble kontinuierlich weiterentwickelte. „Höhepunkt ist der böhmische Abend, der mit hervorragender Blasmusik und Humor punktet“, so der Landrat.

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