Lange hat es gedauert, nun ist die sanierte Schulturnhalle offiziell eingeweiht worden. Nach Jahren des Planens und Bauens steht die Halle damit wieder für den Schulsport zur Verfügung. Künftig soll sie auch von den Vereinen der Verwaltungsgemeinschaft (VG) genutzt werden.
Einen lebendigen Auftakt der Feier gestalteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften mit dem „Einhard-Lied“. VG-Vorsitzender Rainer Morper begrüßte die Gäste, unter anderem Schulleiterin Sabine Schalke, Schulrätin Susanne Kolb, Architekt Stefan Richter, Stellvertretenden Landrat Matthias Klement, Staatssekretär Sandro Kirchner, Pfarrvikar Matthias Karwath sowie die weiteren Bürgermeister der VG Heike Vogt (Euerdorf), Martin Kaiser (Aura) und Christian Schmitt (Sulzthal), Elternbeiratsvorsitzende Linda Hümpfner, Mitarbeiter der VG und alle Gemeinderäte.
Blick auf lange Planungsgeschichte
„Ein Tag, auf den viele von uns lange gewartet haben. Und wenn ich lange sage, dann meine ich das durchaus wörtlich. Denn die Sanierung dieser Turnhalle hat uns einige Jahre begleitet“, begann Rainer Morper seinen Rückblick auf die lange Geschichte des Projekts.
Tatsächlich reicht sie bis ins Jahr 2016 zurück. Damals musste das Hallendach zunächst provisorisch repariert werden, zugleich wurde eine Gesamtsanierung ins Auge gefasst. Ein Jahr später wurde der Planungsauftrag vergeben. Die damalige Kostenschätzung lag bei rund 1,5 Millionen Euro.
Auch für die Vereine
Mit dem ursprünglich für 2018 vorgesehenen Baubeginn wurde es jedoch nichts. Denn aus der geplanten Sanierung entwickelte sich nach und nach ein deutlich umfangreicheres Vorhaben. Die Anforderungen wurden erweitert, verschiedene Varianten für die künftige Nutzung diskutiert. Schließlich fiel die Entscheidung, die Halle nicht nur für den Schulsport, sondern auch für die Vereine der VG und deren Veranstaltungen herzurichten. Dazu übernahm die Marktgemeinde Euerdorf zusätzlich für die Nutzung als Veranstaltungshalle einen Anteil von rund 397.000 Euro.
Die Corona-Pandemie, weitere Änderungen in der Planung und zusätzliche Anforderungen sorgten für weitere Verzögerungen. „Entscheidungsprozesse in einer VG dauern viel länger als in nur einer Gemeinde“, fasste Rainer Morper die damit verbundenen Herausforderungen zusammen.
Im August 2024 konnten schließlich die Bauarbeiten beginnen. Die Kosten waren inzwischen auf rund 3,56 Millionen Euro gestiegen. „Da dürfte aber nicht mehr viel dazukommen“, ist sich der VG-Vorsitzende sicher, auch wenn die Endabrechnung noch aussteht. Rund 1,34 Millionen Euro davon werden durch eine Förderung der Regierung von Unterfranken für die schulische Nutzung abgedeckt.
Die lange Wartezeit hat sich gelohnt
Die Halle präsentiert sich modern, hell und technisch auf dem neuesten Stand, dazu kommen großzügige und attraktiv gestaltete Außenanlagen.
Für Rektorin Sabine Schalke steht vor allem eines im Mittelpunkt: Die Kinder können wieder direkt an ihrer Schule Sport treiben. Seit der Sperrung der Halle war die Schule auf Ausweichmöglichkeiten angewiesen. Ein Teil des Sportunterrichts fand in Ramsthal statt. Die VG Euerdorf übernahm dafür die Kosten für Hallenmiete und Bustransport, wofür sich die Rektorin ausdrücklich bedankte.
„Diese Übergangszeit hat uns allen viel Flexibilität, Kreativität und Nervenstärke abverlangt“, resümierte Sabine Schalke. Umso größer ist jetzt die Freude über die Rückkehr in die eigene Halle: „Eine Turnhalle ist an einer Schule weit mehr als ein Raum mit Linien auf dem Boden und Körben an der Wand. Hier lernen wir, an unsere Grenzen zu gehen, vielleicht auch über uns hinauszuwachsen und Siege zu feiern. Aber hier lernen wir genauso, mit Niederlagen umzugehen, Frust zu bewältigen und vor allem: einander fair und mit Respekt zu begegnen.“
Architekt Stefan Richter, der das Projekt bereits seit den ersten Planungen begleitete, gab den vielen Gästen Einblick in die umfangreichen Arbeiten. Die Ziegelwände blieben erhalten, ansonsten wurde die Halle grundlegend modernisiert, unter anderem mit neuer Akustikdecke und neuem Boden, berichtete er. Unerwartete statische Probleme und notwendige neue Fundamente sorgten während der Bauphase nochmals für Verzögerungen und Mehrkosten. Rund 20 Handwerksbetriebe, viele davon aus dem Landkreis Bad Kissingen, waren beteiligt.
Förderung des Projekts
Staatssekretär Sandro Kirchner hob die Förderung hervor und begrüßte ausdrücklich, dass die Halle künftig nicht nur der Schule, sondern auch den Vereinen der VG offensteht.
Stellvertretender Landrat Matthias Klement überbrachte die Glückwünsche des Landkreises und von Landrat Mario Götz. Die Investition sei ein Gewinn für die Schulkinder und die Vereine.
Auch August Weingart, der frühere VG-Gemeinschaftsvorsitzende, ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte an die Gäste zu richten. Er betonte das gute Miteinander aller Beteiligten, das trotz der langen und mitunter schwierigen Geschichte des Projekts schließlich zur Fertigstellung geführt habe. Für den kirchlichen Segen sorgte Pfarrvikar Matthias Karwath.
Schlüsselübergabe an die Rektorin
Schließlich überreichte Rainer Morper, der zuvor ausdrücklich den Hausmeister Martin Fuchs für die konstruktive Zusammenarbeit während der Bauphase dankte, gemeinsam mit dem Architekten Stefan Richter unter großem Applaus den symbolischen Schlüssel an Rektorin Sabine Schalke.
Und was sagen die eigentlichen Hauptnutzer? Jakob, acht Jahre alt und Schüler der dritten Klasse, durfte die neue Halle zum ersten Mal in den vergangenen Tagen erleben. Sein Urteil fällt kurz, aber eindeutig aus: „Toll!“





















