Der Kissinger Sommer setzt 2026 wieder auf digitale Nähe: Zum fünften Mal überträgt das Festival unter dem Titel „Gesund mit Musik ausgewählte Konzerte live in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Zielgruppe sind Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht oder nicht mehr selbst in den Konzertsaal kommen können, wie es in der Pressemitteilung heißt.
Hintergrund ist der demografische Wandel, der die Altersstruktur in Deutschland nachhaltig verändert hat. Inzwischen sind 51 Prozent der Bevölkerung älter als 45, 23 Prozent älter als 65 Jahre; die Zahl der über 70-Jährigen ist zwischen 1990 und 2025 von acht auf 14 Millionen gestiegen – mit weiter wachsender Tendenz. Für viele in diesen Altersgruppen werde es zunehmend beschwerlich, Kulturangebote vor Ort wahrzunehmen, schreiben die Festivalmacher.
Digitale Konzerte mit analogem Rahmenprogramm
Seit 2022 überträgt das Festival deshalb ausgewählte Konzerte in hoher Qualität per Livestream in zahlreiche Partnereinrichtungen im Gesundheitssektor. Vor Ort werden die Übertragungen von individuellen Rahmenprogrammen begleitet – etwa Lesungen, Vorträgen, Tanzvorführungen, kulinarischen Entdeckungsreisen oder gemeinsamem Musizieren. So wird aus dem Stream ein sinnliches, teilweise interaktives Kulturerlebnis.
„Große Kunst zeigt große Wirkung“
Mit ihrem niedrigschwelligen Einstieg sprechen die übertragenen Konzerte Menschen an, die sich sonst womöglich nicht vor einem Livestream mit klassischer Musik versammelt hätten. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erleben – mit spürbaren emotionalen Effekten.
Wie stark diese Wirkung sein kann, zeige die Reaktion eines Tagespflegegastes der Caritas-Sozialstation Nürnberg-Nord nach einem Konzert 2025: „Dafür hab’ ich gerne die Krawatte herausgesucht. Seit meine Frau gestorben ist, war ich bei keinem Konzert mehr. Danke!“ Solche Rückmeldungen bestärken die Festivalmacher darin, das Projekt weiterzuführen, wie es weiter heißt.
Bundesweites Partnernetzwerk wächst weiter
Inzwischen hat sich rund um „Gesund mit Musik“ ein breites Partnernetzwerk entwickelt. Mit dabei sind Diakonische Werke, sozialpsychiatrische Einrichtungen, Seniorenwohnanlagen, Reha- und Burn-out-Kliniken, Universitätskliniken sowie zahlreiche Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet.
Der Kissinger Sommer versteht das Projekt als einladende und barrierefreie Form der Musikvermittlung. Das digitale Konzertvergnügen soll möglichst lebensnah zugänglich sein – und neue Partner sind ausdrücklich willkommen, sich dem Netzwerk anzuschließen.
Vier Orchesterkonzerte im Jubiläumsjahr 2026
Den Auftakt macht am Freitag, 12. Juni, das Budapest Festival Orchestra unter der Leitung von Iván Fischer, mit Pianistin Elisabeth Leonskaja und Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Sergei Prokofjew und Robert Schumann.
Am Samstag, 13. Juni, folgt ein weiterer Abend mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer. Solistin ist dieses Mal Geigerin Julia Fischer, auf dem Programm stehen Werke von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms und Fanny Hensel.
Am Donnerstag, 9. Juli, gastieren die Bamberger Symphoniker unter Jakub Hrůša mit Pianist Lukas Sternath und einem reinen Brahms-Programm im Festival.
Den Schlusspunkt setzt am Freitag, 10. Juli, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Unter der Leitung von Kent Nagano und mit Pianist Mao Fujita stehen Werke von Ludwig van Beethoven, Antonín Dvořák und Henry Purcell auf dem Spielplan.
Ermöglicht wird das Projekt 2026 von der Gerlind und Ernst Denert-Stiftung sowie der Beisheim Stiftung.
Weitere Informationen: Ausführliche Informationen zum Projekt, zu den übertragenen Konzerten, den Rahmenprogrammen vor Ort, den Kooperationspartnern sowie Rückblicke auf die Jahre 2022 bis 2025 sind auf der Projektwebseite www.gesund-mit-musik.de zu finden.















