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Rakoczy-Fest 2026
Wie Annalena Rohnke historische Gesichter zum Leben erweckt
Annalena Rohnke macht die Maske für Mirko Keß.
Annalena Rohnke macht die Maske für Mirko Keß. // Philipp Tappe
Bad Kissingen – Ob Sisi, Ludwig II. oder Max Littmann: Maskenbildnerin Annalena Rohnke verwandelt zum Rakoczy-Fest die Darsteller in historische Persönlichkeiten. So arbeitet sie.
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Annalena Rohnke überschminkt Rötungen und Bartschatten, betont Schläfen und Augen. Mit einem Heizstab onduliert sie wellenförmig sein graues Haar. Zum Schluss klebt die junge Frau den Echthaar-Bart an. Das Ergebnis ist verblüffend: Die Maskenbildnerin hat in 20 Minuten Mirko Keß in den Prinzregenten Luitpold von Bayern verwandelt. Der Darsteller blickt in den Spiegel und scherzt: „Ich weiß jetzt, wie ich mit 70 Jahren ausschaue.“

Annalena Rohnke schminkt und frisiert zum dritten Mal beim Rakoczy-Fest die historischen Persönlichkeiten. Das sind etwa Kaiserin Sisi, Theodor Fontane und eben Prinzregent Luitpold.

Die Schauspieler wissen im Vorhinein, wann sie an den drei Festtagen für die Maske in den Rossini-Saal müssen. Rohnke macht die Maske aber nicht allein. Sie wird von Bettina Walch, die auch für die Bayreuther Festspiele arbeitet, und Stefanie Pötig vom Staatstheater Meiningen unterstützt. „Über Stunden zu stehen, geht ganz schön in die Beine“, sagt die Maskenbildnerin, „aber es macht wirklich Spaß“.

Die Maskenbildnerin frisiert auch seine Haare, damit Mirko Keß eine Friseur der damaligen Zeit bekommt.
Die Maskenbildnerin frisiert auch die Haare, damit Mirko Keß eine Friseur der damaligen Zeit hat. // Philipp Tappe

Nicht jeder Schauspieler sitzt gleich lang in der Maske. „Kaiserin Auguste Viktoria macht viel Aufwand, weil ich ihr natürliches Haar frisieren muss. Das Gegenteil bei Peter Heil: Sein Darsteller hat selbst einen Bart und trägt einen großen Hut. Es braucht nur ein bisschen Schminke – das war’s“, schildert Rohnke.

Detaillierte Maske

Weil die Zuschauer die Darstellerinnen und Darsteller aus der Nähe sehen, muss die Maske sehr detailliert aussehen. Deswegen geht Rohnke eher wie beim Film als beim Theater vor. „Wir versuchen, die Rollen mit Leben zu füllen“, sagt sie. Dem Märchenkönig Ludwig II. etwa verpasst sie ein mystisches Aussehen.

Mirko Keß als Prinzregent Luitpold von Bayern und Maskenbildnerin Annalena Rohnke vor der Büste des Adeligen.
Mirko Keß als Prinzregent Luitpold von Bayern und Maskenbildnerin Annalena Rohnke vor der Büste des Adeligen im Regentenbau. // Philipp Tappe

Im Vorhinein recherchiert die Maskenbildnerin das Aussehen der historischen Persönlichkeiten. Dabei lässt sie sich zum Beispiel von Gemälden inspirieren. Rohnke ändert die Maske nur, wenn sie nicht mehr funktioniert – wie bei Ludwig I. von Bayern. „Die dunkelbraune Perücke war zu hart für seinen Typ.“ Sie erkannte, dass die echten Haare des Darstellers besser zu ihm passen würden.

Zurück zu Mirko Keß: Die Maskenbildnerin gleicht mit dem Make-up seinen Hautton aus, hebt seine männlichen Gesichtszüge hervor und verleiht ihm eine Lebendigkeit. Den Bart hat sie selbst angefertigt. Dabei hat sie echte Haare in einen feinen Tüll geknüpft. Rohnke achtete darauf, dass die Haarfarbe der Mirko Keß' ähnelt. Sie soll teilweise weiß, teilweise grau sein.

Filigran klebt Rohnke den Echthaar-Bart an.
Filigran klebt Rohnke den Echthaar-Bart an. // Philipp Tappe

Mit einem doppelseitigen Klebeband befestigt sie den Bart grob an seinem Kinn, um dann den oberen Bartrand fein mit einem Hautkleber zu fixieren. So lässt sich auch vom Nahen der Kleber nicht erkennen. „Der Vollbart fühlt sich an, als würde er zu mir gehören“, sagt Mirko Keß begeistert.

Sogar Film-Erfahrung

Ihre Fertigkeiten sind aber nicht nur beim Rakoczy-Fest gefragt, sondern auch, wenn die Schauspieler für andere Veranstaltungen in ihre Verkleidung schlüpfen müssen. Ebenso arbeitet Annalena Rohnke fürs Staatstheater Meiningen, aber auch für Film und Fernsehen. Für die erste Staffel der Netflix-Serie „Die Kaiserin“ (2022) machte sie die Maske für die Komparsen. „Es ist schon cool, wenn man seinen eigenen Namen im Abspann liest.“ Auch beim Kinostreifen „Sisi & Ich“ (2023), der teilweise in Bad Kissingen gedreht wurde, gehörte sie zur Crew.

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