Wohnzimmer-Atmosphäre gab es beim Konzert der Band Münchener Freiheit im Bad Kissinger Regentenbau. Die fünf Musiker mit ihren melodiösen, eingängigen Pop-Rhythmen erwiesen sich dabei als wahrer Publikumsmagnet, denn der Max-Littmann-Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Hits wie „1000-mal Du“ oder „Ohne Dich“ sorgten sie für eine ausgelassene Stimmung bei den rund 1100 Fans, die mittanzten, mitsangen, den Mitklatschrhythmus aufnahmen und sich durch stürmischen Applaus für ein begeisterndes Konzerterlebnis bedankten.
Seit über 45 Jahren existiert die Band Münchener Freiheit. Schwung in ihrer Karriere gab es ab 1984 mit TOP10-Hits in den deutschen Charts und TV-Auftritten zum Beispiel in der ZDF-Hitparade. Im Jahr 1993 vertraten sie Deutschland beim Eurovision Song Contest, doch dann wurde es ruhiger um die Band, wobei ihre Lieder bis heute zum Standardprogramm von Bayern 1 und ähnlichen Radiosendern gehören.
Grundehrlicher Beat
Doch nicht nur ihre Kult-Klassiker begründeten den guten Ruf der fünf Musiker, vielmehr haben sie über die Jahre immer wieder ihr musikalisches Können mit neuen Studioalben, mit TV-Auftritten und vor allem mit Liveauftritten bewiesen. Aron Strobel (Gitarre), Michael Kunzi (Bass), Renni Hatzke (Drums) und Alex Grünwald (Keyboard) haben zwar schon das Rentenalter erreicht, aber durch Sänger Tim Wilhelm, der 2011 zur Band kam, wird das Durchschnittsalter der Band deutlich gesenkt.
Auf der Bühne merkte man den vier „Senioren“ ihr Alter nicht an. Immer noch beeindrucken sie durch mitreißende, gitarrenlastige Rock-Rhythmen, durch einfühlsame Balladen und durch eingängige, tanzbare Melodien.
Die vier Musiker begeistern nicht durch eine fantastische Bühnenshow mit einer flimmernden Mediawand; ihnen genügen farbenfrohe Lichtelemente und ein grundehrlicher Beat, um den Saal in eine stimmungsvolle Partylocation zu verwandeln.
Gitarren, Keyboard und Drums verteilen sich wie die Figuren beim „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“-Spiel auf der Bühne des Max-Littmann-Saals und überlassen die zentrale Position Sänger Tim Wilhelm, der diese Fläche mit fast schon jugendlichem Elan nutzt.
Dankenswerterweise trifft er bei den Stücken den Ton des ehemaligen Sängers Stefan Zauner, so dass das überwiegend ältere Publikum sehr schnell von nostalgisch-musikalischen Gefühlen übermannt wird.
Darüber hinaus übernimmt er mit kleinen Ansagen die Moderation zu den Bandmitgliedern und den Stücken, wobei so manche Aufforderung vom Publikum im Saal nur zaudernd umgesetzt wird. Sein „Nur am Rande bemerkt: Niemand muss sitzen!“ wurde von den Gästen auf dem Balkon mit Freude aufgenommen und umgesetzt, wogegen die Gäste im Saal erst bei den letzten beiden Stücken und der Zugabe ihre bequeme Sitzposition verließen und den Regentenbau in eine 80er-Diskothek verwandelten.
Nonstop Musik
Mit ihrem Nonstop-Programm begeisterte die Münchener Freiheit fast zwei Stunden, wobei der Funke bereits mit dem ersten Stück „Liebe auf dem ersten Blick“ auf das Publikum übersprang. In der Folge hielten die Profis, von denen keiner gebürtiger Münchner ist, die Begeisterung dank so bekannter „Selbstläufer“ wie dem schwungvollen „SOS – Ruf mich an“ oder das rockige „Katrin“ oder dem sphärischen „Sommernachtstraum“ auf einem hohen Niveau.
Rund zwanzig Stücke präsentierte die Gruppe, wobei ihr erster Hit „Oh Baby“ von 1984 ebenso für Stimmung sorgte wie das melancholische „1000 Augen“, das balladenhafte „Ich will Dich nochmal“ oder das poppige „Ich steh auf Licht“. Bei ihren bekanntesten Stücken wie „Ohne dich“ oder „Solange man Träume noch leben kann“ wurden schon die ersten Akkorde mit Jubel begrüßt und die Refrains mit Inbrunst mitgesungen. Auf des Sängers Frage „Habt Ihr Bock auf mehr?“ folgte tausendfache Zustimmung und die Reaktion der Münchener Freiheit war das stimmungsvolle Abschiedslied „Bis wir uns wiederseh ́n“. Standing Ovations war der Dank der begeisternden Gäste, gefolgt von einem Ansturm auf den Merchandising-Stand im Foyer.













