Mitte Dezember trifft sich der Finanzausschuss, um sich mit dem Etat für das kommende Jahr auseinanderzusetzen. In der Haushaltsberatung werden zentrale Weichen für 2026 gestellt: Wie steht Bad Kissingen finanziell da, für welche Projekte wird Geld ausgegeben und wofür ist keines da?
Die Haushaltsberatung für das laufende Jahr war bereits schwierig. Die Stadt sah sich sogar gezwungen, eine Haushaltssperre zu verhängen. Auf Nachfrage unserer Redaktion zeigt sich, dass die Lage sich weiter verschlechtert hat und diesmal so angespannt ist, wie seit Jahren nicht. „Wir haben keine Aussicht auf einen ausgeglichenen Haushalt“, sagt Kämmerer Daniel Bahn. Aktuell geht er von einem Defizit von drei Millionen Euro aus. Die Zahlen seien allerdings noch nicht final.
Warnung vor schmerzlichen Einsparungen
Bahn wird deutlich: Die Stadt habe nach den Sparrunden der vergangenen Jahre kaum noch Möglichkeiten, Geld einzusparen, ohne dass es weh tun wird. „Wir können nicht länger über die Kürzung von freiwilligen Leistungen oder die Reduzierung der Sachkosten sprechen, ohne tiefgreifende Einschnitte in die Leistungen der Stadt auszulösen“, sagt er.
Ein Jahr lasse sich eventuell noch überbrücken, sollten aber drastische Kürzungen nötig sein, wären Leistungen bedroht, die Bad Kissingen attraktiv machen. „Dann reden wir über Schließungen in einer Dimension, an die wir bisher noch nicht gedacht haben.“ Diese Aussage machte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) bei der letzten Haushaltsdebatte im März. Als Beispiele nannte er den Wildpark Klaushof und die Volkshochschule.
„Das aktuelle Problem ist kein lokales Management- oder Ausgabenproblem, sondern ein grundlegend strukturelles Finanzierungsproblem der Kommunen“, erklärt Bahn. Auslöser seien überproportionale Kostensteigerungen sowie steigende Transferabgaben.
Der Kämmerer plant für 2026 mit 77 Millionen Euro an Einnahmen und 80 Millionen Euro Ausgaben. Bislang sind das Planungswerte, die finalen Zahlen sollen im Dezember feststehen.
Bei den Transferleistungen geht es um Kosten, die die Stadt an andere Stelle abzuführen hat. Schulen und Kitas werden teurer und bei der Staatsbad GmbH gelingt es trotz Sparrunden nicht, das Defizit zu senken. Dieses verbleibe auf dem hohen Vorjahresniveau von rund vier Millionen Euro, was die Stadt als Gesellschafterin direkt betrifft. Sie kommt für die Hälfte des Defizits auf.
Vier Millionen Euro mehr Kreisumlage
„Der Haupttreiber ist die Kreisumlage, welche die Stadt überproportional trifft“, erläutert Bahn. Die Kreisumlage wird nach aktuellem Wissensstand um rund vier Millionen Euro teurer, knapp 18 Millionen würde die Stadt dann an den Landkreis überweisen – knapp ein Viertel aller Ausgaben.
Der massive Sprung hier hat laut Bahn zwei Gründe. Zum einen fordert der Landkreis mehr Geld. Zuletzt war dessen Finanzlage ebenfalls nicht besonders rosig. Der Kreistag hatte deshalb im Frühjahr entschieden, 2025 und 2026 die Kreisumlage um insgesamt 5,9 Prozentpunkt zu erhöhen. Die Erhöhung für 2026 ist allerdings noch nicht beschlossen. Zum anderen ist auch die Umlagekraft von Bad Kissingen gestiegen. Vereinfach gesagt, hatte die Stadt gute Steuereinnahmen und wird deshalb stärker zur Kasse gebeten.
Die Erhöhung der Kreisumlage ließ bereits im Frühjahr im Stadtrat die Alarmglocken schrillen. Das Rathaus reagierte mit einer Haushaltssperre, um die Mehrkosten abzufangen. Das heißt, dass Finanzmittel für einzelne Projekte – etwa im Straßenunterhalt – blockiert wurde. Im Sommer wurde die Sperre aufgehoben. Wie Bahn berichtet, wurden die betroffenen Projekte angegangen. „Die meisten der zurückgehaltenen Maßnahmen laufen aktuell noch“, berichtet er.












