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Verkehr
An der Sinnberg-Grundschule: Eltern, hier halten!
Schulleiterin Marietta Menz und Schülerinnen der 4a starten an der Elternhaltestelle in der Kasernenstraße, um den Weg in die Sinnberg-Grundschule zu üben.
Schulleiterin Marietta Menz und Schülerinnen der 4a starten an der Elternhaltestelle in der Kasernenstraße, um den Weg in die Sinnberg-Grundschule zu üben. // Benedikt Borst
Olaf Gräf von der Bad Kissinger Polizei
Olaf Gräf von der Bad Kissinger Polizei // Benedikt Borst
Jana malt Fußabdruckmarkierungen, die zeigen, in welche Richtung die Schüler von der Haltestelle aus weiterlaufen.
Jana malt Fußabdruckmarkierungen, die zeigen, in welche Richtung die Schüler von der Haltestelle aus weiterlaufen. // Benedikt Borst
Das Aufmalen der Fußabdrücke als Richtungsanzeige für den Schulweg.
Das Aufmalen der Fußabdrücke als Richtungsanzeige für den Schulweg. // Benedikt Borst
Bad Kissingen – Elterntaxis sind am Sinnberg seit Jahren ein Reizthema. Kontrollen waren wirkungslos, jetzt wurden Haltestellen zum Holen und Bringen geschaffen.

Elterntaxis sind an vielen Schulen ein Problem – an der Sinnberg-Grundschule ein akutes und auch eines, das Lehrer, Anwohner und Polizei schon länger beschäftigt. „Das Problem besteht seit Jahren so“, sagt Schulleiterin Marietta Menz. Es geht um Eltern, die unter Zeitdruck ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und holen, im Halteverbot, der Feuerwehrzufahrt oder in den Haltestellen für den Schulbus anhalten, so den Verkehr behindern und vor allem gefährliche Situationen provozieren.

„Frühs vor acht ist es einfach sehr gefährlich, wenn alle 375 Schüler ankommen“, berichtet sie. Die Eltern direkt darauf anzusprechen, Kontrollaktionen der Polizei, Medienberichte – das alles hat bislang, wenn dann nur kurz geholfen. „Das hat die Eltern gar nicht groß beeindruckt“, klagt Menz.

„Eltern unvernünftig“

„Das Problem ist, dass der Verkehr zu den Stoßzeiten sehr dicht ist und die Eltern einfach unvernünftig sind“, sagt Olaf Gräf von der Kissinger Polizei. Die Straße direkt vor der Schule ist eng, in den Stoßzeiten bündle sich der Verkehr extrem. Durch das Anhalten wo es gerade passt und Platz ist, Kinder schnell raushüpfen lassen, anfahren, zurücksetzen und wenden entstehen oft gefährliche und unübersichtliche Situationen.

Die Schule, die Stadt Bad Kissingen und die Polizei wollen die Lage nun mit zwei Elternhaltestellen in der Kasernenstraße entzerren. Dort sollen die Eltern kontrolliert anhalten und die Kinder sicher aussteigen lassen. Eine Elternhaltestelle befindet sich auf Höhe des Skaterplatzes, die zweite in der Gegenfahrrichtung auf Höhe des Einrichtungshauses Jysk. „Wir haben häufige Anwohnerbeschwerden wegen dem Holen und Bringen“, berichtet Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). Er appelliert an die Eltern, die beiden Haltepunkte rege zu nutzen.

Belohnung für Schüler zu Fuß

Schule, Stadt und Polizei wollen einen zusätzlichen Anreiz setzen für alle Kinder, die die Haltestelle nutzen und den Rest des Weges laufen, oder die direkt zu Fuß, mit dem Roller oder dem Bus zur Schule kommen. „Alle Kinder bekommen jetzt eine Stempelkarte mit 30 Feldern“, erklärt die Rektorin. Für jeden ordentlich zurückgelegten Schulweg erhalten die Kinder von der Klassenlehrerin einen Stempel. Ist die Karte voll, gibt es eine Belohnung, etwa einen Gutschein für einmal Hausaufgaben nicht erledigen müssen. „Die Kinder sollen die Eltern erziehen: ,Halte hier, ich laufe den Rest zu Fuß und werde dafür belohnt’“, erklärt Menz. Sie hofft, dass die Elternhaltestellen zusammen mit der Belohnung für die Kinder helfen, den Schulweg sicherer zu machen.

Verkehr Thema beim Schulneubau

Das sieht Polizist Olaf Gräf ähnlich. „Wenn wir 30 Prozent vor der Schule wegkriegen, wäre schon viel gewonnen und wir spüren eine Entzerrung“, sagt er. Die Polizei werde den Verkehr an der Schule wie bisher weiterhin stichprobenartig überwachen. Stefanie Kauffmann, zuständig im Rathaus für die Schulen und Kindergärten, erläutert, dass die Verkehrssituation bei der Planung der neuen Henneberg-Grundschule in Garitz schon vorab mit berücksichtigt wird.

„Da wird es ein Verkehrssystem geben“, sagt sie. Ziel ist es, ebenfalls über Anreize zu erreichen, dass die Schüler aus Garitz zu Fuß in den Neubau kommen. Die Schüler aus anderen Stadtteilen, die zum Garitzer Schulsprengel gehören, sollen möglichst mit dem Bus gebracht und geholt werden.

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