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Leere in Stein und Beton
Was wird aus der Ödnis am Kissinger Rathausplatz?
Der Rathausplatz zwischen Jakobuskirche und Neuem Rathaus.
Der Rathausplatz zwischen Jakobuskirche und Neuem Rathaus. // Wolfgang Dünnebier
Bad Kissingen – Keine Außengastronomie, nur Pflanzkübel und Radständer: Seit dem Aus des Ratskellers ist der zentrale Platz verwaist. Eine Ideensammlung für mehr Leben.

Seit fünf Jahren ist der Ratskeller geschlossen, die nötige Sanierung nicht in Sicht. Dass in das Tiefparterre des Neuen Rathauses wieder eine Gastronomie einzieht, ist vorerst nicht zu erwarten. Der Rathausplatz fristet seit dem Aus ebenfalls ein unbelebtes Dasein: Die Außengastronomie fehlt. Wenn dort nicht gerade tageweise Marktstände aufgebaut werden, ist der Platz abgesehen von Blumenkübeln, Bänken und Mülleimern leer und verwaist.

„Ein bisschen verloren“

Ein bedauernswerter Zustand, findet Ralf Ludewig, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Pro Bad Kissingen. „Der Rathausplatz ist ein bisschen verloren. Die neuen Pflanztröge kaschieren das etwas“, sagt er. Die Werbegemeinschaft überlegt, den Platz stärker als Ausstellungsfläche in Märkte einzubeziehen. „Wir haben deutlich mehr Anfragen von Händlern, als wir unterkriegen“, berichtet er. Bad Kissingen sei bei überregionalen Händler geschätzt. Auch der Weihnachtsmarkt könnte auf den Rathausplatz ausgedehnt werden. Die Anbindung ist allerdings nicht ganz einfach, erklärt Ludewig: „Das Problem ist, der Rathausplatz ist ab vom Schuss.“

Es fehlt Gastronomie und Einzelhandel, deshalb zieht es dort weniger Publikum hin. Die Kirchgasse als Verbindung zum Marktplatz und damit zum Herz der Fußgängerzone ist zu schmal, als dass dort Stände stehen können. Eine durchgehende Verbindung zwischen dem Standort Marktplatz, Markt- und Ludwigstraße in Richtung Neues Rathaus ist nicht möglich. Das mache es schwerer, Kundschaft dorthin zu leiten. Der Rathausplatz ist unattraktiver.

Foodtrucks als Frequenzbringer

Ludewig schränkt ein, dass Märkte nur punktuelle Lösungen sind. Für eine dauerhafte Belebung brauche es wieder eine Gastronomie im Rathaus. Bis die kommt, könnten Foodtrucks Frequenz bringen. „Sie könnten eine Attraktion sein“, meint er.

Jochen Wehner, Betriebsleiter vom Kaffeehaus Palais Erthal und von der Weinstube Hofmann, hält das für eine gute Idee. Die Foodtrucks müssten Essen anbieten, das den Schnellimbissläden und Metzgern in der Nähe keine Konkurrenz macht. Er regt an, Foodtrucks im regelmäßigen Turnus aufzustellen – etwa an festen Wochentagen – anstatt sie permanent stehen zu lesen. „So hätte man das geringste unternehmerische Risiko“, meint er. Und es ließe sich testen, ob das Angebot angenommen wird.

Warum nicht mal eine Eisbahn?

Auch auf politischer Ebene gibt es Gedanken zur Belebung des Rathausplatzes. Steffen Hörtler, Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, betont, dass der Ratskeller saniert und als Gastronomie wieder eröffnet werden muss. Es sei wichtig, dass die Verwaltung nun Pläne für die Sanierung vorbereitet, damit die Sanierung starten kann, sobald ein geeignetes Förderprogramm bereitsteht. Die Sanierung werde nur mit Zuschüssen möglich sein. Bis es so weit ist, hat Hörtler eine konkrete Idee für den Rathausplatz: „Für den Winter hätte ich dort gern eine Eisbahn. Das ist der perfekte Platz“, sagt Hörtler.

„Es ist ewig schade, dass es den Ratskeller mit der Außenbestuhlung nicht mehr gibt“, meint SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek. Auch er hofft auf ein Förderprogramm, um den Ratskeller zu sanieren. Er habe ein Restaurant an der Stelle zwar nicht aufgegeben, sieht es aber aktuell nicht als realisierbar. „Es ist schade um den Platz, wenn er nicht belebt würde“, findet er. Wenn Pro Bad Kissingen das Areal stärker einbeziehen würde, sei das zu begrüßen. Von städtischer Seite sei zu überlegen, ihn mit Aktionen und Ausstellungen zu belegen.

Bedenken wegen Radverkehr

Richard Fix (Grüne) hält den Rathausplatz in Verbindung mit dem nordöstlich benachbarten Füllbacher Hof und dem Eisenstädter Platz als ideal für Marktstände geeignet. Einer anderen regelmäßigen Benutzung als durch Märkte und Außengastronomie steht er zurückhaltend gegenüber. Rathausplatz, Mühlgasse und Eisenstädter Platz sind nach langen Diskussionen inzwischen für den Radverkehr freigegeben. Hier müsse darauf geachtet werden, dass es zu keinen Kollisionen zwischen Nutzung und Verkehr kommt.

Die Stadtverwaltung hält weitere Nutzungen über die Märkte und die Rakoczy-Fest-Bewirtung hinaus für denkbar. „Die Stadt Bad Kissingen ist für Anfragen und Projekte aus der Privatwirtschaft offen“, teilt Rathaussprecher Thomas Hack mit.

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