Im Parkwohnstift in Bad Kissingen herrschen nach wie vor große Unsicherheit und Unruhe. Zunächst wurden dieser Tage schwere Vorwürfe aus der Belegschaft gegenüber der betreibenden Ambiente Care GmbH laut, Hauptvorwurf sind fehlende oder verspätete Lohnauszahlungen. Am Mittwochvormittag (17. Dezember 2025) machte die Gesellschaft schließlich öffentlich, den stationären Pflegebereich der Einrichtung schließen zu wollen.
Gerüchte zur Schließung der stationären Pflege
Diese Neuigkeit machte bereits bei einer Bewohnerversammlung am Dienstagabend, 16. Dezember, die Runde. Dazu hatte die Interessenvertretung der Appartementbewohner (IVA) geladen und diese Redaktion über den Termin informiert. Die IVA wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern gewählt, sie hat keine gesonderten Rechte, vertritt jedoch gesammelt die Wünsche und Anliegen der Seniorinnen und Senioren im Wohnbereich des Parkwohnstifts.
Die gut besuchte Versammlung, um die 60 Seniorinnen und Senioren waren in den Festsaal der Wohnanlage gekommen, nahm unmittelbar vor Beginn kuriose Züge an. Zunächst machte im Saal die Runde, dass nur zwei Stunden zuvor das Personal im Pflegebereich über dessen bevorstehende Schließung informiert worden sei. Man wisse jedoch nichts Verbindliches, so die Vertreter der IVA, Werner Roth und Arthur Becker, zu diesem Zeitpunkt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer nahmen es raunend und unruhig zur Kenntnis.
Vorgesehen war im Rahmen der Bewohnerversammlung unter anderem auch, dass Vertreterinnen und Vertreter der Ambiente Care GmbH sich dabei zur gegenwärtigen Situation äußern. Es kam anders.
Als die bereits vor der Eingangstür stehende Ambiente-Vertretung auf die anwesenden Pressevertreter aufmerksam wurde, zog sie sich vor Beginn der Veranstaltung geschlossen zurück und nahm nicht an der Versammlung teil. Mehr noch: Zunächst anwesende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlage wurden aufgefordert, den Saal ebenfalls zu verlassen. Abermals quittiert mit Unruhe unter den Seniorinnen und Senioren. Teilweise gab es beim Bekanntwerden auch leises Gelächter.
Warum sich die Vertreterinnen und Vertreter unter öffentlichen Bedingungen nicht äußern wollten, erklärten sie nicht und verwiesen später auf die Pressestelle der Ambiente Care GmbH.
Auch Folgen für Appartementbewohner
Die eigentliche Versammlung verlief demnach ohne offizielle Verlautbarungen. Deutlich wurde dabei die angespannte und verunsicherte Stimmung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern des Appartementbereichs. Deren Unzufriedenheit richtete sich dabei vor allem darauf, dass der Informationsfluss im Haus mehr als ausbaufähig sei. Zudem könne man bis heute kein klares Konzept erkennen, wie die Ambiente Care GmbH die Einrichtung führen wolle.
„All das hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf den Appartementbereich“, so der 82-jährige Werner Roth mit Blick auf den Pflegebereich, wenngleich dessen Schließung zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigt war. „Viele von uns haben den Ort hier ja eben ausgewählt, weil eine Pflege angeschlossen ist.“ Er warf die Frage auf, warum man seitens der Ambiente Care GmbH pünktliche Mietzahlungen erwarte, wenngleich man seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst nicht ordnungsgemäß bezahle.
Dank an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Arthur Becker ergänzte: „Mit Übernahme durch die Ambiente sah es hier vielversprechend aus. Aber von der Realisierung hat man bisher wenig gemerkt. Für mich gibt es mit dem Ansatz, alles auf Kostenersparnis auszurichten, einen drastischen Rückschritt.“
Die Sorge, dass die Entwicklungen in einer Schließung gipfeln, gebe es weniger. „Ich persönlich bin der Meinung, es wird weitergehen.“ Ob die Ambiente Care GmbH jedoch der richtige Betreiber für das Parkwohnstift sei, sei aus seiner Sicht mehr als fraglich. „Ich wünsche mir zu Weihnachten einen neuen Betreiber“, so der 95-Jährige.
Klar wurde auch: Dem Team des Parkwohnstifts gegenüber empfinden die Bewohnerinnen und Bewohner große Dankbarkeit. Die verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter opfern sich trotz der angespannten Situation regelrecht für die Seniorinnen und Senioren auf, so die IVA-Vertreter. „Das Personal lebt für uns, obwohl es selbst längst an der Grenze des Machbaren ist“, so Becker unter dem zustimmenden Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer.
















