Die Rundstützen am Telekomgebäude sind ausgetauscht. „Das Gebäude trägt wieder“, sagt Architekt Christian Teichmann, der für das Büro GKT Architekten (Bad Kissingen/Würzburg) neuerdings nur noch beratend tätig ist.
Wegen der maroden alten Rundstützen der Arkaden habe man das Gebäude in einem „fragilen Zustand“ vermutet. Die neuen Stützpfeiler – allesamt Betonfertigteile – unter das Gebäude einzufügen, sei die „schwierigste Maßnahme“ der gesamten Sanierung gewesen, so Teichmann im Gespräch mit dieser Redaktion.
Generalsanierung startete im November 2020
Eigentlich hatte man vonseiten des Landratsamts Anfang 2021 mit der Generalsanierung des Telekomhauses beginnen wollen. Aber dann war es schon am 10. November 2020 losgegangen. Doch was man zu Beginn an Zeit gewonnen hatte, musste nun hinten wieder angehängt werden.
Denn im Frühjahr 2022, als die Sanierung bereits voll im Gang war, hatte man bei Untersuchungen an einer Rundstütze des Arkadengangs festgestellt, dass der innen liegende Stahlträger im oberen Bereich marode ist. Es wurde zunächst eine Notstütze angebracht.
Im Juli gab’s Kritik am Tragwerksplaner
Im Mai legte Architekt Teichmann im Kreisausschuss dar, dass auch die anderen elf Rundstützen in der Folge untersucht werden müssten. Bald war dann klar, dass von den zwölf Rundpfeilern elf im Inneren so stark angegriffen waren, dass sie komplett erneuert werden mussten.
Eine Stütze am Eingang zum Parkhaus wies keine Schäden auf und konnte stehenbleiben, hieß es. In der Folge musste das Gebäude im Bereich der Arkaden mit Notstützen gesichert werden.
Im Kreisausschuss im Juli hatte es heftige Kritik am Statikerbüro gegeben. Die Frage war für das Gremium gewesen, warum diese Mängel nicht schon bei den statischen Voruntersuchungen des Gebäudes festgestellt worden waren. Zudem entstünden nun plötzlich zusätzliche Kosten, hieß es.
Kostenschätzung wird eingehalten
Tragwerkplaner Peter Glatt (Bad Kissingen) hatte seinerzeit klargemacht, dass man sich vonseiten des Kreises gewünscht habe, die Stützen könnten stehenbleiben. An drei Pfeilern habe sein Büro dann die Füße freigelegt und darunter ordentliche Stahlstützen vorgefunden.
Dass die Rundstützen in der oberen Hälfte Korrosionsschäden aufwiesen, habe ihn erstaunt, da Schäden durch Feuchtigkeit stets im unteren Teil solcher Pfeiler entstünden.
Für die Runderneuerung von elf Rundstützen plus Verkleidung der zwölften Stütze, die im Inneren gut erhalten war, wurden damals die Kosten auf 504.375 Euro geschätzt. „Dabei ist es auch geblieben“, sagt Ralph Katholing, Bereichsleiter Hochbau im Landratsamt, jetzt im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Austausch der Rundstützen sei Anfang November vonstattengegangen.
Stützentausch am Landratsamt Bad Kissingen
„Die Stützen auszuwechseln war schon ein bisschen spektakulär“, sagt Katholing im Hinblick auf die jeweils rund zwei Tonnen schweren Betonfertigteile, die mit dem Greifer eines Spezialkrans durch die Luft gehoben und vorsichtig eingepasst werden mussten.
Man hatte erst austarieren müssen, wie das Einsetzen gehandhabt werden soll, damit am Gebäude keine Schäden erzeugt werden, erklärt der Bereichsleiter und spielt auf die sozusagen millimetergenaue Maßarbeit an.
Glücklicherweise sei alles bestens über die Bühne gegangen. „Man sieht nichts“, kommentiert Katholing die Tatsache, dass keinerlei Risse an der Fassade entstanden. Vor dem Einpassen der Pfeiler war vorsichtshalber die unterste Zeile der Fassadenpatten abgenommen worden.
Umzug für Zentrum für Telemedizin verschoben
Zu Beginn dieser Woche konnten diese Platten oberhalb der Rundstützen wieder eingepasst werden. Weil die Stützpfeiler hatten ausgetauscht werden müssen, wurde der Umzug verschiedener Abteilungen der Kreisverwaltung und des Zentrums für Telemedizin (ZTM) verschoben. Dieser Umzug ist nun auf den 9. Januar 2023 terminiert, sagt Katholing.
Die Zulassungsstelle im Erdgeschoss kann aber laut Hochbau-Bereichsleiter erst Ende März bezogen werden, da dort noch Schreinerarbeiten anstehen. Im ersten Stock wird unter anderem die Fahrerlaubnisbehörde angesiedelt. Auch verschiedene Sachgebiete des Landratsamts sind dann im Telekomhaus zu finden.
Krönung: Penthouse auf dem Dach
Die beiden obersten Stockwerke werden vom ZTM belegt werden. Dort befinden sich demnächst Büros, Konferenzraum und ein Show-Room. Sozusagen die Krönung des Gebäudes ist das Penthouse auf dem Dach, das ist die mit allen technischen Raffinessen fürs künftige Wohnen ausgestattete Musterwohnung „Assisted Living“.
Für Anfang Dezember war bereits ein Besuch des bayerischen Gesundheitsministers Klaus Holetschek in den neuen Räumlichkeiten des ZTM anberaumt gewesen. Der Termin wurde, nach Katholings Angaben, erst mal auf unbestimmte Zeit verschoben.
Bis der Gast aus München kommt, ist dann vermutlich auch der Vorplatz zur Münchner Straße hin hergerichtet – laut Bereichsleiter soll diese Maßnahme, je nach Witterung, im Januar in Angriff genommen werden.
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