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Blick über Bad Kissingen
So laufen die Arbeiten für das 30-Millionen-Hotel Sonnenhof
Blick vom wahrscheinlich höchsten Arbeitsplatz in Bad KIssingen auf den Kurgarten mit Arkadenbau. Der Baukran an der Baustelle für das Sonnenhof Hotel ist gute 40 Meter hoch.
Blick vom wahrscheinlich höchsten Arbeitsplatz in Bad KIssingen auf den Kurgarten mit Arkadenbau. Der Baukran an der Baustelle für das Sonnenhof Hotel ist gute 40 Meter hoch. // Benedikt Borst
Bad Kissingen – Die Arbeiten auf dem Steigenberger-Areal kommen voran. Ein imposanter Arbeitsplatz in 40 Meter Höhe sorgt für den nötigen Überblick. Was auf der Baustelle aktuell passiert.

Der Arbeitsplatz von Vasile Necula befindet sich gute 40 Meter über dem seiner Kollegen. Der 50-Jährige bedient den 136,5 Tonnen schweren Riesenkran, der an der Baustelle für das Sonnenhof-Hotel am Kurgarten in Bad Kissingen steht.

Kranführer Vasile Necula
Kranführer Vasile Necula // Benedikt Borst

Nachfolger für Steigenberger-Hotelkette in Bad Kissingen

Der Ausblick über die Stadt, der sich ihm bietet, spielt während der Arbeit keine Rolle. Routiniert und konzentriert manövriert er den 50 Meter langen Kranarm und hebt tonnenschwere Bauteile an ihren Platz, Fertigwände aus Beton zum Beispiel oder auch fertig eingerichtete Nasszellen, also die Bäder der späteren Gästezimmer des Nobelhotels.

An der Spitze des Auslegers schafft es der Kran, vier Tonnen Gewicht zu heben, weiter hinten sind es bis zu 15 Tonnen. „Eine Nasszelle für das Hotel wiegt etwa 5,5 Tonnen, eine Fertigteilwand zwischen 3,5 und vier Tonnen. Wir brauchen den großen Kran, um das alles bewegen zu können“, erklärt Sven Schmitt. Er ist Polier bei der Eltingshäuser Baufirma Otto Heil und leitet die Hochbauarbeiten für das künftige Vier-Sterne-Superior-Hotel.

Das Sonnenhof-Hotel ist der Nachfolger für das 2010 geschlossene und 2014 abgerissene Steigenberger-Kurhaushotel. Die Arbeiten für das 30 Millionen Euro teure Prestigeprojekt laufen seit Anfang des Jahres. Bauherr und Betreiber Robert Manhardt plant auf dem Areal zwei Gebäude, in denen 103 Gästezimmer, 16 Suiten, Tagungsräume, Restaurant, Lobby sowie ein Fitness- und Wellnessbereich und Personalwohnungen unterkommen.

Rohbau für Haupthaus des Sonnenhof-Hotels läuft

Für das kleinere Haus 2 wurde im September Richtfest gefeiert. Beim Haupthaus wird gerade an den Wänden für das Erdgeschoss sowie am Aufzugsschacht gearbeitet. Die spätere Lobby und Rezeption sind bereits zu erkennen. „Hier hat bisher alles reibungslos geklappt. Wir sind gut unterwegs und haben den Zeitverlust wieder reingeholt, den wir bei Haus 2 hatten“, sagt Manhardt.

Zuletzt hatten die Arbeiter das ein Meter dicke Fundament betoniert: 1400 Kubikmeter Beton und 260 Tonnen Eisenbewehrung wurden dafür verbaut. Hierauf setzt das Haupthaus auf. Je nach Witterung im Winter – bei Temperaturen unter Minus fünf Grad Celsius ruhen die Betonarbeiten - soll der Rohbau über vier Geschosse bis Ende Sommer 2026 fertig sein. Der Eröffnungstermin Anfang 2028 kann nach jetzigem Stand gehalten werden.

Blick auf das Baufeld: Links der Rohbau für Haus zwei, in der Mitte das Fundament des Haupthauses.
Blick auf das Baufeld: Links der Rohbau für Haus zwei, in der Mitte das Fundament des Haupthauses. // Benedikt Borst
Die Wände für das Erdgeschoss des Haupthauses werden entweder betoniert oder aus Fertigteilen gestellt.
Die Wände für das Erdgeschoss des Haupthauses werden entweder betoniert oder aus Fertigteilen gestellt. // Benedikt Borst

So gut wie beendet sind bereits die Arbeiten für den Teich, der sich auf der Rückseite von Haus 2 befindet. Der Teich dient als Auflast für die Tiefgarage. In ihm wird ein Pavillon stehen, den Hotelgäste für Veranstaltungen im Freien nutzen können. „Es ist alles abgeschweißt, die Filteranlage ist eingebaut und jetzt wird noch das Geländer gestellt“, berichtet der Bauherr.

Tiefgarage: Wasserschäden sind überschaubar

Dach, Fenster und Balkontüren an Haus 2 sind dicht, im Innen läuft der Trockenbau. Bis zum Sommer 2026 soll das Gebäude im Prinzip bezugsfertig sein. „Wir haben die Möbel visualisiert und bestellt. Die werden gerade für uns produziert“, erklärt Manhardt. Das kleinere Haus 2 nimmt er als Spielweise für die Inneneinrichtung für das Haupthaus. „Hier wird ausprobiert und dann in größerem Umfang bestellt“, sagt er.

In der alten Steigenberger-Tiefgarage herrscht ebenfalls Baulärm. Während des mehr als zehnjährigen Leerstandes war Grundwasser eingedrungen und hatte große Teile des Parkdecks geflutet. Deshalb müssen Stützpfeiler sowie Bodenbeschichtung grundlegend erneuert werden. „Die Tiefgarage war ein großes Fragezeichen. Es sind zwar Schäden vorhanden, aber in überschaubarem Umfang. Die Bausubstanz ist gut“, berichtet Manhardt.

In der Tiefgarage befinden sich die Räume für die Haustechnik, von denen aus beide Hotelgebäude versorgt werden: von der Elektrik über Lüftung bis Heizung. Die Heizungsanlage greift zu einem guten Teil auf erneuerbare Energien zurück. Photovoltaik auf dem Dach, zwei Wärmepumpen und zwei Blockheizkraftwerke kommen zusammen auf eine Leistung von 299 Kilowattstunden, als Backup lässt Manhardt einen Gasbrenner mit einer Leistung von 250 Kilowattstunden einbauen.

Der Ausleger des Krans ist 50 Meter lang.
Der Ausleger des Krans ist 50 Meter lang. // Benedikt Borst
Der Riesenkran hebt eine Fertigteilwand an Ort und Stelle.
Der Riesenkran hebt eine Fertigteilwand an Ort und Stelle. // Benedikt Borst

Mehr als zwei Dutzend Arbeiter sind derzeit täglich auf der Hotelbaustelle im Einsatz. Damit alles reibungslos läuft, braucht es eine gute Zeitplanung und Logistik. Kranführer Vasile Necula hat deshalb gut zu tun. Der Riesenkran ist für den Bauablauf entscheidend. „Auf dem Grundstück haben wir nicht viel Platz als Lagerfläche.

Darum brauchen wir eine gute Logistik“, erklärt Polier Sven Schmitt. Wenn Schwertransporter neue Bauteile anliefern, muss der Kran sie beim Abladen sofort an die richtige Stelle heben, damit die Arbeiter sie direkt verbauen können. „Bisher klappt das alles sehr gut“, lobt Schmitt die beteiligten Firmen. 

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