Sozialarbeiter an Schulen, Streetworker und Präventionsarbeit der Polizei – in Coburg versucht man mit einigen Mitteln die Entwicklung aufzufangen, die sich unter Jugendlichen abzeichnet. Doch abermals hat die Kriminalität unter Jugendlichen in Coburg zugenommen.
Gesamtzahlen sind rückläufig
Insgesamt gab es 2023 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Coburg (PI) 3977 Straftaten. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es noch 4052 Straftaten. Die Gesamtzahl ist also leicht gesunken. „Wir sind wieder auf dem Level, dass wir vor Corona hatten“, sagt Stefan Probst.
Die Aufklärungsquote der PI pendelte im vergangenen Jahrzehnt immer bei um die 70 Prozent, und 2023 war keine Ausnahme. Der Zuständigkeitsbereich der PI umfasst das Stadtgebiet Coburg und den Landkreis Coburg. Ausgenommen sind dabei Neustadt bei Coburg, Rödental sowie die Gemeinden Sonnefeld und Weidhausen.
Große Überraschungen kann Probst für das Jahr 2023 nicht verzeichnen. „Die Tendenzen waren absehbar“, sagt er. Insgesamt ist der Pressesprecher der Polizei, Stefan Probst, jedoch zufrieden mit der Kriminalitäts-Bilanz für das Jahr 2023. „Stadt und Land sind nach wie vor sicher.“ Trotzdem lohnt sich ein Blick auf einige Ergebnisse. Darunter die Jugendkriminalität.
Mehr Täter unter 14 Jahren
Das Thema Jugendkriminalität stand in den letzten beiden Jahren vermehrt im Fokus der Polizei. In Coburg war auch 2023 in dem Bereich wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Bei den Straftaten von Jugendlichen beziehungsweise heranwachsenden Tätern ist die Zahl im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Coburg auf 502 gestiegen. Im Jahr 2022 waren es noch 484 Straftaten.
Bemerkenswert ist besonders eine Zahl: 148 der Straftaten wurden von Kindern zwischen 0 und 14 Jahren begangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 45 Prozent (102). In den anderen Altersklassen gab es dagegen eine leicht rückläufige Tendenz.
Hotspot: Bahnhof
Auch bei den Rohheitsdelikten unter Jugendlichen ist die Tendenz steigend. 2022 waren es noch 116 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden 134 Straftaten begangen. Verzeichnet wird ein Anstieg tatsächlich ausschließlich in der Altersgruppe 14 bis 18 Jahre. Hier waren es im Vorjahr noch 42 Fälle, die im Jahr 2023 auf 64 angestiegen sind. In den anderen Altersgruppen ist die Tendenz leicht bis minimal rückläufig.
“Das wäre ein Blick in die Glaskugel.
”
Ein Hotspot für Jugendkriminalität: der Coburger Bahnhof. Dort gebe es vermehrt Jugendgruppen, sagt Probst, die meist im Alter von 14 bis 21 Jahren sind. Der Bahnhof in Coburg sei aber schon länger ein Kriminalitätsschwerpunkt. Im Allgemeinen ist der Bahnhof als Sammelstelle für Jugendliche interessant, weil er im Winter einen warmen und öffentliche zugänglichen Raum bietet.
Straßenkriminalität
Eine positive Tendenz gibt es bei der Straßenkriminalität. Im vergangenen Jahr gab es 377 Fälle. Im Jahr zuvor waren es noch 555. Ein Großteil sei 2022 aber auf eine Sachbeschädigungsreihe zurückzuführen gewesen, erläutert Probst. Seit 2014 ist in dem Bereich – mit Ausnahmejahren – jedoch eine rückläufige Tendenz zu beobachten.
Worauf das zurückzuführen ist, scheint jedoch schwer zu beantworten. „Das wäre ein Blick in die Glaskugel“, sagt Probst. „Wir sind aber verstärkt präventiv unterwegs, das könnte abschrecken.“ Auch die verstärkte Videoüberwachung in der Öffentlichkeit trage dazu bei.
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