„In Coburg und im Landkreis zu leben, heißt sicher zu leben“, sagt Jonas Krug, Pressesprecher der Polizeiinspektion Coburg (PI). Er sage das nicht plakativ, sondern das zeigten auch die Zahlen des vergangenen Jahres.
3.807 Straftaten gab es im Zuständigkeitsbereich der PI Coburg im vergangenen Jahr. Damit liegt die Zahl laut Polizeidirektor Ralf Neumüller mal wieder auf „historisch niedrigem Niveau“. Zum Vergleich: Für 2023 wurden noch 3.977 Straftaten verzeichnet, im Jahr zuvor waren es noch 4052. Weniger waren es im Zuständigkeitsbereich der PI seit 2015 nur 2021 (3.226). „Im Coronajahr hatte keiner wirklich die Gelegenheit, etwas anzustellen“, sagt Neumüller.
Die Aufklärungsquote der PI pendelte im vergangenen Jahrzehnt immer bei um die 70 Prozent, und 2024 war keine Ausnahme (73,1 Prozent). Der Zuständigkeitsbereich der PI umfasst das Stadtgebiet Coburg und den Landkreis Coburg. Ausgenommen sind dabei Neustadt bei Coburg, Rödental sowie die Gemeinden Sonnefeld und Weidhausen.
Positive Entwicklung bei der Jugend
Besonders das Thema Jugendkriminalität stand in den vergangenen drei Jahren vermehrt im Fokus der Polizei. Seit 2021 kletterte die Zahl der Straftaten in der Altersgruppe bis 21 Jahre wieder weiter nach oben. Für 2024 ist insgesamt jedoch ein Rückgang zu verzeichnen, was, wie Ralf Neumüller erläutert, jedoch auch im Kontext der gesetzlichen Neuregelungen im Zusammenhang mit Cannabis zu sehen ist.
Alarmierend war zuletzt die Entwicklung in der Altersgruppe 0 bis 14 Jahre. Diese Altersgruppe ist schuldunfähig und nicht strafmündig, die Taten werden jedoch erfasst. Hier kann man für 2024 erfreulicherweise einen Rückgang bestätigen. Gab es 2023 noch 148 Fälle in der Altersgruppe, waren es 2024 noch 98.
Ob hier die umfassenden Maßnahmen, wie Sozialarbeiter an Schulen, Streetworker und die Präventionsarbeit der Polizei, zu greifen beginnen, ließe sich noch nicht einschätzen, sagt Pressesprecher Jonas Krug. „Das wäre ein Stochern im Nebel. Wir müssen abwarten“, sagt er.
Sieben Tote bei Verkehrsunfällen
Eine traurige Bilanz muss man im Verkehr ziehen. Zwar gab es 2024 insgesamt rund 2,4 Prozent weniger Unfälle, allerdings endeten sieben tödlich. Drei Pkw-Fahrer, zwei Radfahrer, ein Pedelecfahrer und ein Fußgänger sind bei Unfällen ums Leben gekommen. „Das ist mit Blick auf die Vorjahre leider ein Höchststand. Dass sich unter den Toten auch drei Radfahrer befinden, werden wir heuer unsere Präventionsmaßnahmen schwerpunktmäßig in diesem Bereich ansiedeln“, sagt Ralf Neumüller.
2024 wurden insgesamt 96 Unfälle mit Radfahrern verzeichnet – etwas weniger als im Vorjahr. Doch die Zahlen zeigen auch das hohe Verletzungspotenzial dieser Unfälle, denn insgesamt wurden hierbei 84 Radler verletzt. „Das Thema Radsicherheit ist nicht nur in Coburg, sondern in ganz Oberfranken aktuell Thema“, sagt Krug. An der Frankenbrücke zum Beispiel gibt es immer wieder Probleme mit Geisterradlern, die den Radweg auf der falschen Fahrbahnseite nutzen. Zuletzt wurde hier eine Plakataktion umgesetzt.
Ebenfalls im Fokus stehe das Thema Gewalt gegen Polizeibeamte. „Es ist ein bundesweites Phänomen, das sich natürlich auch in Coburg bemerkbar macht“, sagt Jonas Krug. Die Polizei reagiert auf die Entwicklung unter anderem mit internen Schulungen. Aber auch Mittel wie Bodycams wurden vorrangig zur Prävention eingeführt. „Wir müssen leider feststellen, dass es eine Steigerung gibt. Coburg ist nicht Berlin. Aber auch bei uns ist es auf einem viel zu hohen Niveau“, sagt er.
Stadt und Land – einige Ergebnisse in Kürze:
- Weniger Straftaten bei Zuwandern: 328 Straftaten wurden 2024 durch Zuwanderer verübt, 25 weniger als im Jahr zuvor. Wie Ralf Neumüller erläutert, gab es im Bereich Gewalt- und Straßenkriminalität jedoch jeweils eine Zunahme in der Tätergruppe (Gewaltkriminalität: 162, davon 41 durch Zuwanderer; Straßenkriminalität: 598, davon 52 durch Zuwanderer)
- Mehr Unfallfluchten: Es gab 2024 zehn Prozent mehr Unfallfluchten als im Vorjahr (von 459 auf 508).
- Betäubungskriminalität – weniger Delikte: 2024 gab es mit 177 Delikten im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität weniger als im Vorjahr (311). Doch diese Zahl dürfe nicht täuschen. Denn der Rückgang sei im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis zu sehen. „Betäubungsmittel sind ein gesellschaftliches Problem und es ist nicht besser geworden, fast im Gegenteil. Ist ein Handlungsfeld, wo wir gefordert sind“, sagt Neumüller. Die im Umlauf befindliche Menge an Betäubungsmittel habe sich nicht reduziert und der Konsum nicht abgenommen haben, so Krug.














