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Hinter den Zirkus-Kulissen
Für die Liebe in die Manege
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta (von rechts) sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // Julia Scholl
Coburg – Zu Besuch in einer kleinen Zirkusstadt: Bei Charles Knie treffen wir einen Artisten im Todesrad, eine Schneiderin in ihrer Glitzerwelt und etwas andere Schüler und Schülerinnen.

Die Sehnen gespannt, das Seil und einander fest im Griff, geht es für Devin de Bianchi und Davide Carta bis fast unter das Zirkuszelt. Doch nicht nur in der Luft machen die beiden eine gute Figur: Das Lächeln auf Davides Gesicht verrät, dass sie auch privat ein eingespieltes Team sind.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // Julia Scholl

Eigentlich hat Davide Carta als Verkäufer in einem Bekleidungsgeschäft in Rom gearbeitet. Doch dann verliebte er sich in einen Zirkusartisten. Heute tourt er mit seinem Partner als Strapatenkünstler durch die Welt. Aktuell ist das Duo beim Zirkus Charles Knie zu sehen, der seit Donnerstag in Coburg gastiert und einen Einblick hinter die Kulissen gewährt.

Vom Café-Date in die Zirkuskuppel

Kennengelernt haben sich Davide Carta und Devin de Bianchi 2016 über Facebook. „Wir haben uns dann auf einen Kaffee getroffen und uns einfach verliebt“, erzählt Devin de Bianchi, der aus einer Zirkusfamilie stammt. Doch ein Artist ist den Großteil des Jahres unterwegs – gemeinsame Zeit ist knapp. Um das zu ändern, entscheidet sich Davide Carta selbst für ein Leben beim Zirkus.

„Ich habe ihn mit meiner Familie trainiert und wir haben geschaut, was klappen könnte“, sagt Devin de Bianchi. Schnell stellt sich heraus: Strapaten sind Davides Ding. Bei dem Zirkusgerät handelt es sich um zwei von der Decke hängende, extrem belastbare Stoffbänder. „Wir haben trainiert und trainiert. Und nach einem Jahr unsere Show prämiert“, sagt Devin de Bianchi. Für Davide Carta bedeutet das den Start in ein neues Leben. „Es war eine große Veränderung, aber eine wunderschöne.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Magische Strapatenflüge von Devin de Bianchi und Davide Carta. // Julia Scholl

Zehn Jahre ist das Paar mittlerweile zusammen. Da bleibt der ein oder andere Streit nicht aus – doch der hat hinter dem Vorhang zu bleiben. „Wir versuchen, so professionell wie möglich zu sein, denn wenn der Auftritt ansteht, zählt nur die Show“, sagt Devin de Bianchi. Die Zusammenarbeit mit einem Partner sei immer eine Herausforderung.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta (von rechts) bei den Proben. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta (von rechts) sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta (von rechts) sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Magische Strapatenflüge von Devin de Bianchi und Davide Carta. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Devin de Bianchi und Davide Carta (von rechts) sind nicht nur in der Luft ein gutes Duo. Die beiden sind auch privat ein Paar. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Magische Strapatenflüge von Devin de Bianchi und Davide Carta. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Magische Strapatenflüge von Devin de Bianchi und Davide Carta. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Magische Strapatenflüge von Devin de Bianchi und Davide Carta. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Was für eine Liebesgeschichte: Devin de Bianchi (links) ist in einer Zirkusfamilie groß geworden. Sein Partner – in der Luft und auch privat – Davide Carta - hat ursprünglich im Verkauf gearbeitet. Doch für die Liebe hat er sich für ein Leben im Zirkus entschieden. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Lichteinstellung bei den Argendance. Trainerin Estefania Zapata schaut, ob alles passt. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Argendance bei den Proben. Sie bringen argentinischen Rhythmus auf die Bühne. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Luhue Meliam und Estefania Zapata von den Argendance. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Egla Mavriqi ist seit 2007 beim Zirkus Charles Knie und die gute Seele des Hauses. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Egla Mavriqi ist seit 2007 beim Zirkus Charles Knie und die gute Seele des Hauses. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Lorenzo Bernardi verwandelt sich in wenigen Stunden in den Schlangenmenschen. In der Zirkusschule in seiner Heimat Italien ist aufgefallen, dass er ziemlich flexibel ist. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“ und schon in der ganzen Welt unterwegs gewesen. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner bei Akrobatik im Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner bei Akrobatik im Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Tanja Mac // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Tanja Mac ist für die Kostüme und Co. zuständig. Sie war selbst lange Artistin. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Tanja Mac ist für die Kostüme und Co. zuständig. Sie war selbst lange Artistin. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Tanja Mac ist für die Kostüme und Co. zuständig. Sie war selbst lange Artistin. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Der Zirkus Charles Knie hat eine eigene Zirkusschule, die mitreist. Hier werden vor allem Deutsch, und Englisch, aber auch Mathematik und Co. unterrichtet. Aber das ein oder andere Spiel darf auch nicht fehlen. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Der Zirkus Charles Knie hat eine eigene Zirkusschule, die mitreist. Hier werden vor allem Deutsch, und Englisch, aber auch Mathematik und Co. unterrichtet. Aber das ein oder andere Spiel darf auch nicht fehlen. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Blick auf die bunten Kostüme. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Fast wie eine kleine Stadt. Auf dem Anger reiht sich Wohnwagen an Wohnwagen. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Der Zirkus Charles Knie hat eine eigene Zirkusschule, die mitreist. Hier werden vor allem Deutsch, und Englisch, aber auch Mathematik und Co. unterrichtet. Aber das ein oder andere Spiel darf auch nicht fehlen. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Cesley, Shon, Joice, River und Isabell lernen und spielen gemeinsam. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Blick auf die bunten Kostüme. // FOTOGALERIE Julia Scholl
Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Lehrer Ulrich Siering unterrichtet die Kinder in einem Wohnwagen. Doch mindestens einmal in der Woche geht es in der jeweiligen Stadt auf Entdeckungstour. // FOTOGALERIE Julia Scholl

„Selbst wenn man sich noch eine Minute vor dem Auftritt streitet – sobald wir auf der Bühne stehen, müssen wir lächeln. Wir müssen uns anlächeln und die Verbindung zwischen uns aufrechterhalten, um das auch dem Publikum zu vermitteln. Aber dafür sind wir Profis“, sagt er und lacht. „Durch den Zirkus können wir die Welt sehen. Das ist ein sehr schöner Teil unserer Arbeit: Wir sind ständig zusammen und bauen auch Verbindungen zu den anderen auf – es ist wie eine große Familie.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Lorenzo Bernardi verwandelt sich in wenigen Stunden in den Schlangenmenschen. In der Zirkusschule in seiner Heimat Italien ist aufgefallen, dass er ziemlich flexibel ist. // Julia Scholl

Alles für fünf Minuten

Zu dieser großen Familie gehört auch der 26-jährige Lorenzo Bernardi. Aufgewachsen in Verona nahe dem Gardasee, besucht er aus Neugier eine regionale Zirkusschule – und wird dort entdeckt. Denn Lorenzo Bernardi ist außergewöhnlich flexibel. „Ich war beim Aufwärmen, und da sah ein Lehrer, dass mein Kopf buchstäblich meinen Hintern berührte, und meinte: ‚Wir sollten mal Verrenkungskunst probieren‘“, erzählt er. Inzwischen ist er seit mehreren Jahren mit dem Zirkus Charles Knie unterwegs und quetscht sich als „Schlangenmensch“ in äußerst kleine Kisten.

Zirkus Charles Knie in Coburg
Ganz schön flexibel: Schlangenmensch Lorenz Bernardi // Julia Scholl

Acht Monate ist der Zirkus im Jahr unterwegs. Vermisst er dabei manchmal sein Zuhause? „Klar“, sagt er. „Aber meine Familie besucht mich auf Tour und ich bin auch mal zu Hause. Außerdem ist 2026 durch Videoanrufe viel möglich.“ Vor allem aber liebt er das Leben im Zirkus: „Alles, was man tut, geschieht für diese fünf Momente auf der Bühne, in denen man dem Publikum das Ergebnis von jahrelangem Training zeigt und einen Moment Freude bereitet – und es ist absolut wert.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner (Italien) und Andres Garzon (Kolumbien) sind das „Duo Shock“. // Julia Scholl

„Man muss ein bisschen verrückt sein, um das zu tun“

Während Lorenzo Bernardi auf der Besuchertribüne von seinem Weg erzählt, laufen hinter ihm bereits die nächsten Vorbereitungen. In der Manege wird der kommende Act aufgebaut: Gleich geht es für Sonny Gärtner in die Luft. Und mit Nervenkitzel kennt er sich aus. Denn genau dieser Kick treibt ihn an, immer wieder in das Todesrad zu steigen. „Man muss ein bisschen verrückt sein, um das zu tun“, sagt er selbst. In acht Metern Höhe läuft er außen auf dem Rad, steht kopfüber oder macht Saltos. Für den nötigen Schwung sorgt sein Partner Andres Garzon aus Kolumbien.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Sonny Gärtner auf dem Todesrad. // Julia Scholl

Ein leichtes Flattern gehört dabei nach wie vor dazu. „Man verspürt immer ein gewisses Maß an Stress, bevor man sich an so etwas heranwagt, denn es ist mit hohen Risiken verbunden – und wenn man sich zu sicher fühlt, verliert man die Konzentration. Diese leichte Nervosität ist also durchaus wichtig.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Tanja Mac ist für die Kostüme zuständig. // Julia Scholl

Der Zauber beginnt hinter den Kulissen

Während in der Manege akrobatische Höchstleistungen vorbereitet werden, entsteht nur wenige Meter entfernt ein ganz anderer Teil der Show. Trainiert wird zwar in Jogginghose und T‑Shirt – doch schon bald ist Showtime, und dann wird geglitzert und gefunkelt. Betritt man den Arbeitsplatz von Tanja Mac, drängen Federn, Glitzersteine und bunte Stoffe ins Sichtfeld. Sorgfältig an der Wand aufgehängt, reihen sich die Kostüme der Artistinnen und Artisten aneinander. Vor den Spiegeln stehen Styroporköpfe mit aufwendigem Kopfschmuck.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Blick auf die bunten Kostüme. // Julia Scholl

Etwa eine Stunde vor Showbeginn herrscht hier Hochbetrieb. Noch ist Zeit zum Durchatmen: Mit Heißkleber befestigt Tanja Mac kleine Spiegel an einem Kostüm. Alle Stücke sind handgefertigt, viele bringen die Artisten selbst mit. Tanja Mac war jahrelang selbst Artistin und hing regelmäßig mit ihrem Mann in der Luft. Als sie ihre Karriere beendete, war für sie klar: Sie will dem Zirkus treu bleiben. Ob für immer, weiß sie nicht – aber vorerst ist sie zur Stelle, wenn eine Naht platzt oder ein Reißverschluss klemmt. „Wenn es heißt: Tanja, ich brauche Hilfe! Dann bin ich da“, sagt sie. „Und darüber sind wir sehr froh“, ergänzt Egla Mavriqi.

Faszination Zirkus – Ein Blick hinter die Kulissen

Der Zirkus Charles Knie gastiert aktuell in Coburg. Wir durften hinter die Kulissen schauen und erfahren, wie das Leben beim Zirkus ist, warum selbst eine mobile Schule dazugehört und was all das mit Freiheit zu tun hat.

Egla Mavriqi ist Ticketverkäuferin, Sprachtalent und eine der guten Seelen der Zirkusfamilie. Seit 2007 gehört sie zum Zirkus Charles Knie. Angefangen hat sie als Quereinsteigerin – heute kann sie sich ein Leben ohne Zirkus nicht mehr vorstellen. „Meine Mutter war erst total entsetzt, als ich gesagt habe, dass ich zum Zirkus gehe“, erzählt sie. „Aber ich liebe das Zirkusleben einfach.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Egla Mavriqi ist seit 2007 beim Zirkus Charles Knie und die gute Seele des Hauses. // Julia Scholl

Kindheit im Zirkusleben

Während in der Manege geprobt wird und hinter den Kulissen die letzten Vorbereitungen laufen, sind die jüngsten Mitglieder der Zirkusfamilie ganz woanders: in der Schule. Inmitten der Wagenburg auf dem Anger steht auch ein Wohnwagen, der ein Klassenzimmer im Kleinformat beherbergt, in dem Kinder wie der 16‑jährige Shon und die fünfjährige Cesley gemeinsam lernen – und das bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Cesley, Shon, Joice, River und Isabell lernen und spielen gemeinsam. // Julia Scholl

„Die Arbeit in der Zirkusschule erfordert ganz viel Beziehungsarbeit, mehr als sonst“, sagt Ulrich Siering. Er ist ausgebildeter Lehrer für die Sekundarstufen 1 und 2 und unterrichtet die Kinder in Mathematik, Deutsch, Englisch und Co. Alle haben unterschiedliche Voraussetzungen, zum Beispiel bei den Sprachen.“ Trotz großer Altersunterschiede funktioniere das Miteinander gut. „Es ist eine so kleine Gruppe, da werden viele Dinge, die draußen passieren, auch hier reingetragen“, sagt der Lehrer. Es sei eben eine Familie.

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Lehrer Ulrich Siering unterrichtet die Kinder in einem Wohnwagen. Doch mindestens einmal in der Woche geht es in der jeweiligen Stadt auf Entdeckungstour. // Julia Scholl

Der Schultag beginnt um 9 Uhr und endet gegen 13 Uhr. Danach bleibt Zeit zum Spielen, Uno und Memory zum Beispiel. Hausaufgaben gehörten auch dazu, sagt Isabell. Gleichzeitig ist es Siering wichtig, dass die Kinder die Orte kennenlernen, an denen der Zirkus gastiert. „Wir gehen in Museen, schauen uns Schlösser oder Kirchen an – Unterricht zum Anfassen.“

Blick hinter die Kulissen beim Zirkus Charles Knie
Der Zirkus Charles Knie hat eine eigene Zirkusschule, die mitreist. Hier werden vor allem Deutsch, und Englisch, aber auch Mathematik und Co. unterrichtet. Aber das ein oder andere Spiel darf auch nicht fehlen. // Julia Scholl

Und während die Eltern sich auf die erste Show vorbereiten, legen die Jüngsten ihre Kartenspiele zur Seite – bereit, Coburg auf eigene Faust zu entdecken.

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