Edmund Frey geht sehr gerne ins Theater, doch könnte das für ihn bald zu einer großen Herausforderung werden? Der Rollstuhlfahrer sorgt sich, dass die neue Außenanlage des Globes, den Zugang zur Spielstätte erschwert. Die Verwaltung kann entwarnen.
Der Coburger Edmund Frey ist aufgrund einer inkompletten Querschnittslähmung bei längeren Strecken auf einen Rollstuhl angewiesen. Seit der Eröffnung des Globes war die Fläche davor für Besucher zum Parken nutzbar. Doch nun steht die Gestaltung der Freiflächen an. Als Parkmöglichkeit gibt es momentan den Stellplatz, der bereits fertig ist. Aktuell ist der noch kostenlos, da die Technik noch nicht abschließend installiert ist. Dort sind in erster Reihe sechs barrierefreie Stellplätze vorhanden.
Frey kritisiert: „Der kürzeste Weg von den Stellplätzen zum Eingang ist geschottert und nicht gepflastert oder asphaltiert. Ein solcher Untergrund ist für Rollstuhlfahrer – und sicher auch für Menschen mit Rollator – nicht zu überwinden. Selbst mit fremder Hilfe nicht.“ Louis Münster, Verkehrsplaner bei der Stadt und in das Projekt involviert, kann entwarnen: „Der Schotter ist nur temporär. Auf der Fläche werden glatte Pflastersteine verlegt.“ Doch Frey hat auch Bedenken, was die Fläche rund um das Globe betrifft.
Hierfür haben die Arbeiten inzwischen begonnen. „Bis Spätsommer beziehungsweise Herbst wollen wir fertig sein“, sagt Louis Münster.
Sogar an Eidechsen wird gedacht
Zu den Plänen muss man wissen: Der Entwurf, gestaltet von den Landschaftsarchitekten Jühling & Köppel aus München, sieht eine ringförmige Außenfläche vor, die sich dem Globe anpasst. Laut Referatsleiter für Bauen und Umwelt, Peter Cosack, solle in diesem Bereich Aufenthaltsqualität geschaffen werden und die Fläche solle auch für Veranstaltungen nutzbar sein. Es sind Grünflächen geplant, Möglichkeiten für das Globe-Catering draußen zu bestuhlen und sogar ein Eindechsenhabitat aus Wurzelstöcken und altem Pflaster ist geplant, da es in dem Bereich Zauneidechsen gibt.
Eine Straße führt um das Globe herum und in Richtung Pakethalle. Diese Verkehrsfläche ist öffentlich nutzbar, wird aber verkehrsberuhigt. Zudem wird an dem Ring noch vier weitere Behindertenparkplätze, die auch für Hecklager geeignet sind, geben. Um den Platz rund um das Globe insgesamt von Fahrzeugen freizuhalten, hat man sich für eine Absetzung durch eine Stufe entschieden.
Und genau hier befürchtet Edmund Frey eine Beschneidung der Barrierefreiheit. „Treppenstufen sind für Menschen im Standard-Rollstuhl und mit Rollator ohne fremde Hilfe nicht zu überwinden“, sagt er.
Es wäre natürlich kontraproduktiv, Behindertenparkplätze zu schaffen und dann Stufen als Hürde zum Eingang. Doch auch wenn es in den ersten Skizzen für das Globe noch nicht danach aussah: Es wird an der Stufe auch eine Rampe geben! „Die Rampen haben eine Breite von etwa vier Metern. Und die Neigung beträgt etwa 2 bis 2,5 Prozent“, sagt Münster. Heinz Rembor, Behindertenbeauftragter der Stadt meint: „Die Neigung darf bei sechs Prozent liegen. Da sind wir deutlich drunter.“
Von den vier Parkplätzen aus sind es dann auf dem kürzesten Weg zum Globe noch knapp 35 Meter. Und die Fläche wird dabei ebenso wie die anderen aus glattem Pflaster entstehen. Von den Behindertenparkplätzen auf dem großen Parkplatz bis zum Eingang sind es knapp 70 Meter.
Zwar muss etwa auf halbem Weg dann die etwa neun Meter breite Straße gequert werde. An der Stelle solle jedoch Schrittgeschwindigkeit gelten und die Fußgänger haben Vorrang, da es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich handele, erläutert Münster.
Doch warum ist es nicht möglich, direkt vor dem Globe Parkplätze für Schwerbehinderte zu platzieren? Abgesehen von dem Wunsch, die Fläche von Verkehr zu befreien, gibt es noch den Sicherheitsaspekt. „Hier müssen Flächen für Einsatzfahrzeuge verbindlich freigehalten werden“, sagt Peter Cosack. Wenn es darum gehe, 700 Menschen aus dem Gebäude zu evakuieren, müsse der Platz da sein.
Arbeiten rund um das Globe
Ein Kritikpunkt steht jedoch noch im Raum: Keiner der Parkplätze ist überdacht. Edmund Frey kritisiert: „Bei Regen würden Schwerbehinderte wie ich nur patschnass im Theater ankommen.“ Regenschirme seien als Rollstuhlfahrer, selbst mit Begleitung, kaum zu gebrauchen. Louis Münster erläutert, dass bei den vier Stellplätzen am Globe der Platz fehle, man müsse gewisse Abstände einhalten. Bei der Stellplatzanlage sei eine Überdachung nicht in der Planung.

























