Das war ein echter Schock für viele Samba-Fans: Im März hatte Oskar Lützow, der Chef der Quastenflosser aus der Schweiz, mitgeteilt, dass der Auftritt beim diesjährigen Samba-Festival in Coburg der letzte sein wird. Als Begründung verwies er auf eine „Neuorientierung“ der Gruppe. Deshalb habe man entschieden, 2023 zum letzten Mal am Samba-Festival in Coburg teilzunehmen. „Schweren Herzens teile ich euch das mit“, schrieb Oskar Lützow in den sozialen Medien. Um so mehr wolle man es aber zum Abschied noch einmal krachen lassen. Oskar Lützow rief dazu auf: „Lasst uns das letzte Samba feiern!“
Kirchenasyl
Besonderen Kultstatus haben in den 25 vergangenen „Quasti“-Jahren vor allem die Auftritte am Samstagvormittag in der Kirche erlangt. Fast immer in der Morizkirche, und als diese wegen Sanierung gesperrt war, gewährten Heilig-Kreuz und St. Augustin sozusagen „Kirchenasyl“.
Zum Abschied war jetzt die Morizkirche – natürlich – proppenvoll. Alle Sitzplätze waren bereits lange vor Beginn belegt, an den Rändern drängten sich die Menschen auf den Stehplätzen.
Und dann ging’s los! Die Quastenflosser spielen sogenannte Guggenmusik. Aber was heißt hier „spielen“? Sie zelebrieren die Musik, sie feiern die Musik.
Bekannt sind die „Quastis“ auch für ihre originellen Kostüme. Heuer waren sie zum Motto gewählt: „Neon ist das neue Schwarz“.
Nach 90 Minuten Guggenmusik-Power wurde es noch einmal richtig emotional. Oskar Lützow dankte allen treuen Fans – und allen Verantwortlichen der Kirche. Sehr viel mehr sagen wollte und konnte er nicht, denn der Abschied falle ihm schon sehr schwer, wie er offen einräumte.
Quastenflosser beim Samba-Festival in Coburg
Und dann griff auch Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein noch einmal in die Tasten. Er, der einst diese ungewöhnliche Kooperation von Quastenflossern und St. Moriz eingefädelt hatte, spielte auf der Orgel: „Time to say goodbye“.
Übrigens: Am Samba-Sonntag treten die Quastenflosser um 15 Uhr noch einmal auf der Schlossplatz-Bühne auf.
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