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Auszeichnung
Coburgs Wagner-Stimme
Michael Lion in „Das Rheingold“ in der Inszenierung von Alexander Müller-Elmau am Landestheater Coburg.
Michael Lion in „Das Rheingold“ in der Inszenierung von Alexander Müller-Elmau am Landestheater Coburg. // Sebastian Buff
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (links) und Intendant Neil Barry Moss überreichen Michael Lion die Urkunde zu seiner Ernennung zum Kammersänger. Lion spielt in Wagners „Fliegender Holländer“ Sentas Vater Daland.
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (links) und Intendant Neil Barry Moss überreichen Michael Lion die Urkunde zu seiner Ernennung zum Kammersänger. Lion spielt in Wagners „Fliegender Holländer“ Sentas Vater Daland. // Lena Büttner
Auf der Bühne muss Michael Lion noch auf sein Rollen-Debüt als Hans Sachs in „Die Meistersinger von Nürnberg“ warten. Bei seinem Wagner-Abend 2016 auf der eigenen Kleinkunstbühne sang er schon mal den Flieder- und den Wahnmonolog.
Auf der Bühne muss Michael Lion noch auf sein Rollen-Debüt als Hans Sachs in „Die Meistersinger von Nürnberg“ warten. Bei seinem Wagner-Abend 2016 auf der eigenen Kleinkunstbühne sang er schon mal den Flieder- und den Wahnmonolog. // Berger
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Coburg – Im Anschluss an eine Vorstellung von Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ wird Michael Lion zum Kammersänger ernannt.

Das Coburger Publikum kennt ihn seit fast zwei Jahrzehnten als überaus wandlungsfähigen Sänger, genauer gesagt: als Sängerdarsteller. Denn Michael Lion ist weit mehr als nur ein Stimmbesitzer – er ist ein singender Musiker, der zugleich als Darsteller in Bann zu ziehen weiß. Jetzt wurde Lion eine besondere Ehrung zuteil – er wurde zum Kammersänger ernannt.

Feierliche Ehrung

Die feierliche Ehrung erfolgte unmittelbar nach der Vorstellung von „Der fliegende Holländer“ am Donnerstag. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Intendant Neil Barry Moss überreichten ihm die Urkunde und würdigten seine herausragenden Verdienste um das Coburger Musiktheater.

Mehr als 1500 Vorstellung in Coburg – und nur ein Mal gefehlt

Begleitet von tosendem Applaus hielt Oberbürgermeister Dominik Sauerteig eine Laudatio: „Wir wollen uns heute gemeinsam verneigen vor dem künstlerischen Lebenswerk einer Coburger Künstlerpersönlichkeit.“ Intendant Neil Barry Moss lobte Lions außergewöhnliche Hingabe: „Michael war bislang über 1500 Vorstellungen bei uns und hat nur ein Mal gefehlt – ein Mal.“

„Ich war völlig hin und weg“

Sichtlich bewegt nahm Michael Lion die Ehrung entgegen und erzählte von einer prägenden Erfahrung in seiner Kindheit: „Vor vielen Jahren – ich war acht Jahre alt - stieß ich zu Hause auf eine Schallplatte. Es war der Schlussmonolog der Brünhilde in der „Götterdämmerung“, ich habe das ahnungslos gehört und war völlig hin und weg. Mein größter Traum war es, auf der Bühne zu stehen und die Wagner-Bass-Rollen zu singen. Ich hatte damals schon im Kopf, es sollte Bass sein – und das wurde es auch.“

Bemerkenswerter Werdegang

Als der Bassist Michael Lion 2008 nach fünf Jahren am Städtebundtheater Hof ans traditionsreiche Landestheater Coburg wechselte, hatte er einen bemerkenswerten musikalischen Werdegang hinter sich. Denn zunächst hatte Lion Klavier studiert, bevor er zum Dirigieren wechselte und an der Hochschule für Musik Nürnberg seine künstlerische Reifeprüfung ablegte. Erst danach folgte ein externes Gesangsstudium und anschließend ein erstes sängerisches Engagement – zum Start zunächst im Opernchor in Chemnitz.

Gurnemanz in „Parsifal“

Bass-Partien in den Bühnenwerken Richard Wagners sind Michael Lions Leidenschaft. Lange musste er in Coburg warten, bis er auch in diesen Partien das Publikum in Bann ziehen konnte – beispielsweise als Gurnemanz im „Parsifal“ im Frühjahr 2017 in der Inszenierung von Jakob Peters-Messer quasi auf der Zielgeraden der Coburger Intendanz von Bodo Busse, der wenige Monate später als Staatsintendant nach Saarbrücken wechseln sollte.

Auch im komischen Fach überzeugend

Auf Wagner-Rollen allein freilich sollte niemand Michael Lion festlegen – zu vielseitig und versiert auch in wechselnden Stilen ist dieser Künstler. Auch das komische Fach beherrscht Lion. Er weiß in Donizetti-Rollen ebenso zu überzeugen wie schon als Fürst Gremin in Tschaikowsyks „Eugen Onegin“ 2013.

Aus dem Leben eines Sängers

Michael Lion studierte zunächst Klavier und wechselte zum Dirigieren mit dem Abschluss der Künstlerischen Reifeprüfung an der Hochschule für Musik Nürnberg. Danach absolvierte er dort ein externes Gesangstudium mit dem Abschluss der Künstlerischen Reifeprüfung im Fach Sologesang. Hans Sotin betreute ihn stimmlich von 2010 bis 2021.

Karrierestart Am Staatstheater Nürnberg hatte Michael Lion seine ersten Gast-Engagements. Von Februar 2001 bis Juli 2002 war er als 2. Bass im Opernchor des Theaters Chemnitz engagiert. Sein erstes Solo-Festengagement hatte er am Städtebundtheater Hof (2002-2007). Seit 2008 gehört Michael Lion fest zum Ensemble des Landestheaters Coburg. Gastengagements und Einspringer führten ihn z.B. als Dr. Bartolo (Barbiere) an die Singapore Lyric Opera, als Balstrode ans Staatstheater Mannheim, als Colline und König Marke ans Staatstheater Meiningen oder als Gurnemanz in die National Concert Hall, Taipei.

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