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Kammermusikfestival
Rapalje rockt Coburg zum Klanggrenzen-Jubiläum
Festival Coburg
Tolle Stimmung mit besonderen Instrumenten: Die Celtic Folk-Band „Rapalje“ begeistert beim Klanggrenzen-Festival im Leise am Markt. // Foto: Maja Engelhardt
Signet des Fränkischen Tags von Maja Engelhardt
Coburg – Das interdisziplinäre Kammermusikfestival „Klanggrenzen“ feiert seinen Geburtstag. Zum Auftakt gibt’s was auf Mund und Ohren.

Ihr Name stammt aus dem Niederländischen und bedeutet übersetzt „Rabauken“. Oder – ihrer Neigung zu alkoholischen Genüssen entsprechend – doch eher „Randale machen“, wie Multi-Instrumentalist Maceál lachend in die Runde wirft? Nein, es wird fröhlich, nostalgisch, laut, leise und nur ein bisschen feucht an diesem Abend im ausverkauften Gesellschaftshaus „Leise am Markt“. Das interdisziplinäre Kammermusikfestival „Klanggrenzen“ feiert zehnjähriges Bestehen und hat zum Auftakt die aus Groningen stammende Celtic Folk-Band „Rapalje“ eingeladen.

Musik und Geschmack werden in Coburg kombiniert

Wer die kreative Truppe um den Vorsitzenden Martin Emmerich kennt und ihre spannenden Kunstexperimente in den vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß: Auch diesmal wird das Festival den üblichen kammermusikalischen Rahmen sprengen, Grenzen überschreiten und die Sinne auf besondere Weise miteinander verknüpfen. Und genau so kommt es auch. „Musik und Geschmack“ lautet der neutrale Untertitel, und dahinter verbergen sich nicht nur tolle Künstler, sondern auch flüssige Tröpfchen. Und was passt am besten zu einer Reise durch die Highlands? Whisky!

In rasantem Tempo verwandelt sich die schöne Coburger Örtlichkeit in einen irischen Pub. „Rapalje“ lädt ein zu einem Streifzug durch Schottland und Irland, besingt Heimweh, Landschaft, Liebe, schöne und rare Mädchen, Schafe und natürlich Träume. In traditioneller Highland-Kleidung entführen die vier Musiker William, David, Sebastiian und Maceál ihr Publikum in eine Welt voller Emotionen. Mit faszinierend klaren und ausdrucksstarken Stimmen, die allen zu eigen sind.

Balladen, Barlieder und Folksongs: „Rapalje“ trumpft auf

Gefühlvolle Balladen, zünftige Barlieder und traditionelle Folkloresongs verbreiten zauberhafte und fröhliche Stimmung. Zwischen Geige, Whistles, Akkordeon, Dudelsack, Gitarre und der von „Rapalje“ selbst entworfenen und konstruierten Gitouki, einem Langhals-Lauteninstrument, fliegen Melodien, Texte und kleine Wortspielereien in drolligem Deutsch nur so hin und her.

Unter die offensichtliche Spielfreude mischen sich Lachen, kleine Anekdoten und Scherze. Im Publikum wippen die Füße, heben sich die Hände und ertönt auch ab und an ein kleiner mitgesungener Refrain.  

En guter Schluck zu guten Songs

Und ein lautes „Sláinte!“, dem irischen Wort für „Prost“, das von der Bühne schallt und freudig von den Zuhörern zurückgegeben wird. Denn: Genießen ist gleich fünf Mal erlaubt. Nils Felske, Whiskybotschafter der Scotch Whisky Association und zugezogener Coburger, lädt zum Tasting. Er hat verschiedene Abfüllungen mitgebracht, stellt diese kurz vor und  erläutert dabei Jahrgang, Farbe und Aroma. Los geht’s mit „zarteren“ Stilen, bevor der Geschmack „wilder“ und rauchiger wird. Erst schauen, dann kurz schnuppern, auf der Zunge verteilen und langsam genießen.

Einen Tipp hat der Experte, der zu Hause selbst um die 200 Flaschen stehen hat, auch parat: „Immer dazwischen mal einen Schluck Wasser trinken, um Mund und Nase wieder vom Alkohol zu befreien.“ Unter die neugierigen Gesichter mischen sich die Kennermienen, die wissend nickend ihr Glas erheben, und auch zum Abschluss darf man es in Hochachtung noch einmal heben.

Die vier Musiker gesellen sich zu ihrem begeisterten Publikum und verabschieden sich mit einer gefühlvollen Ballade, fast a cappella, nur begleitet von melancholischen Dudelsack-Tönen. Sie werden mit langem Applaus gefeiert. Ein wundervoller Auftakt des Jubiläumsfestivals. Kommende Veranstaltungen und Programm unter: www.klanggrenzen.de

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