Ulrich Peters wirkt bereits angekommen in Coburg und schwärmt: „Ich kann eine Stadt nicht genug loben, die ein Interim in dieser Qualität baut.“ Zugleich erinnert er daran, dass auch das Stammhaus nicht vergessen werden dürfe: „Diese Perle im Herzen der Stadt ist ein traumhaft schönes Theater.“
Auch persönlich fühlt er sich willkommen: „Die Coburger sind bezaubernd, die Mitarbeiter sehr nett.“ Gleichzeitig verschweigt er nicht, dass es zu Beginn Herausforderungen gab: „Ich musste viele Scherben wegkehren.“ Dennoch freue er sich sehr, hier als Interims-Intendant seine Karriere ausklingen zu lassen.
Stimmung im Haus und Blick aufs Jubiläum
Kaufmännischer Direktor Bernd Vorjans spricht von einer guten Atmosphäre am Haus: „Die Stimmung ist wirklich gut.“ Ein wichtiger Fokus liege bereits auf dem anstehenden 200-jährigen Jubiläum, für das derzeit intensiv geplant werde. Ziel sei es, „ein ganz tolles Programm zusammenzustellen“. Zwei Abonnentenveranstaltungen hätten bereits großes Interesse geweckt.
Erfolgreiche Produktionen und steigende Zahlen
Die vergangene Spielzeit habe „Höhen und Tiefen“ gehabt, bilanziert Vorjans. Insgesamt zeigt sich die Theaterleitung aber zufrieden: Besucherzahlen und Einnahmen seien gestiegen, die Auslastung habe sich verbessert.
Besonders erfolgreich waren mehrere Produktionen:
- Das Ballett „Aschenbrödel“ kam beim Publikum so gut an, dass bereits nach Wiederaufnahmen gefragt wurde.
- „My Fair Lady“ überzeugte ebenfalls und soll zurückkehren.
- „The Addams Family“ laufe großartig.
- Und auch das Weihnachtsmärchen „Ronja Räubertochter“ erwies sich als Publikumsmagnet.
Reithalle stark wie nie
Deutliche Zuwächse verzeichnete die Reithalle: Die Einnahmen stiegen um rund 50 Prozent, die Besucherzahlen um 30 Prozent. Gleichzeitig gab es mehr Veranstaltungen und eine nochmals bessere Auslastung. Viele Termine waren ausverkauft. Auch das Globe konnte seine Zahlen steigern. Im ersten Halbjahr sind über 40.000 Besucher im Globe und in der Reithalle verzeichnet worden.
Schwächen im Konzertbereich
Weniger zufrieden zeigt sich Vorjans im Konzertbereich: Hier schwächeln die Besucherzahlen. Eine zentrale Aufgabe für den neuen Generalmusikdirektor – zu dem es bald Neuigkeiten geben soll – werde es sein, diesen Bereich zu stärken.
Solide Finanzen und vorsichtiger Optimismus
Finanziell bewege sich das Theater insgesamt auf stabilem Niveau. Die Zahlen liegen bislang etwa auf Vorjahresniveau, bei gleichzeitig höheren Gesamteinnahmen und mehr Vorstellungen. Die Gesamtauslastung liegt mit 85 Prozent etwas über dem Vorjahr (78 Prozent).
Für das Jahr 2025 rechnet das Haus mit einem Überschuss von rund 500.000 Euro, der in die Betriebsmittelrücklage fließen soll. Was mit Blick auf das Jubiläum und die vermutlich höheren Ausgaben gut sei. Auch für dieses Jahr gibt sich Vorjans optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass wir im Plan liegen werden.“
Mehr Vorstellungen geplant
In der aktuellen Spielzeit wurden vergleichsweise weniger Vorstellungen gezeigt – das soll sich ändern. „Wir spielen so viel, wie es geht“, betont Vorjans.













