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Landestheater Coburg
Eine schrecklich nette Familie
Gute Laune bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2025/2026 (von links): Generalmusikdirektor Daniel Carter, kaufmännischer Direktor Bernd Vorjans, Intendant Neil Barry Moss, Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Schauspieldirektor Matthias Straub. Nicht im Bild: Ballettdirektor Mark McClain.
Gute Laune bei der Vorstellung des Programms für die Spielzeit 2025/2026 (von links): Generalmusikdirektor Daniel Carter, kaufmännischer Direktor Bernd Vorjans, Intendant Neil Barry Moss, Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Schauspieldirektor Matthias Straub. Nicht im Bild: Ballettdirektor Mark McClain. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Sichtlich gut gelaunt stellten die Verantwortlichen des Landestheaters das Programm für die nächste Spielzeit vor. Zu Personalfragen wollte niemand etwas sagen. Der OB machte lediglich eine Andeutung.

In der Familie Addams (auf Englisch auch die „Addams Family“ genannt) gibt es viele schräge Typen. Der Onkel zum Beispiel führt in seinem dreckigen Keller dubiose Experimente durch. Die Großmutter ist eine Hexe, und die beiden Kinder spielen am liebsten, sich gegenseitig umzubringen. Und dann ist da noch ein „eiskaltes Händchen“, zu dem zwar kein Körper gehört, das aber regelmäßig die Zeitung ins Haus holt.

Nachfolger für die  „Rocky Horror Show“

So gesehen ist die Coburger „Theater-Familie“ sehr normal. Noch dazu war sie bestens gelaunt, als sie am Mittwochnachmittag das Programm für die Spielzeit 2025/2026 vorstellten. Es enthält viele spannende Produktionen. Intendant und Operndirektor Neil Barry Moss warb unter anderem schon einmal für die Puccini-Oper „La bohème“, die passend zur Weihnachtszeit mit ganz viel Schnee auf die Bühne im Globe kommen wird. Schauspieldirektor Matthias Straub äußerte die Hoffnung, dass mit der „Addams Family“ ein würdiger Nachfolger für die „Rocky Horror Show“ gefunden wurde.

Wie geht es weiter mit Moss und Straub?

Apropos Moss und Straub: Um diese beiden Mitglieder der Theater-Familie hatte es zuletzt auch abseits der Bühne viel Gesprächsstoff gegeben. Wer allerdings gehofft hatte, dass Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) am Mittwoch etwas zu diesen Personalien verkünden kann, der wurde enttäuscht.

Das Globe ist die Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg. Zurzeit wird das Umfeld gestaltet.
Das Globe ist die Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg. Zurzeit wird das Umfeld gestaltet. // Foto: Oliver Schmidt

„Wir werden dann etwas verkünden, wenn es etwas zu verkünden gibt“, sagte der OB, der zugleich Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Landestheaters ist. Dieser Ausschuss hatte am Mittwoch bis 13 Uhr getagt. Nach Informationen des Coburger Tageblatts stand auch das weitere Vorgehen in Sachen Intendanz auf der Tagesordnung. Der Vertrag mit Neil Barry Moss läuft bis zum Sommer 2027. Es gab Stimmen, die sich für eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrags aussprachen. Andere Stimmen wünschten sich hingegen, dass diese Führungsposition – anders als bei der kurzfristigen Benennung von Moss im Juli 2024 - für die Zeit ab Sommer 2027 ganz formal neu ausgeschrieben wird.

Rund ums Globe wird derzeit noch viel gebaut.
Rund ums Globe wird derzeit noch viel gebaut. // Foto: Oliver Schmidt

In Sachen Straub geht es darum, dass sein Mitte 2026 auslaufender Vertrag offenbar nicht verlängert werden soll. Zuletzt hatten sich viele Theaterfans dafür starkgemacht, dass der Vertrag zumindest nochmal um ein weiteres Jahr verlängert wird. Denn 2027 steht ja das große Jubiläum des Landestheaters an.

OB spricht von „tragfähiger Lösung“ 

„Wir reden hier über Menschen“, gab Dominik Sauerteig zu bedenken und begründete damit seine Zurückhaltung. „Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber zu sprechen.“ Was er aber sagen konnte und auch wollte: Der Ausschuss sei ein „konstruktiv arbeitendes Gremium“, das in seiner Sitzung am Mittwoch eine „tragfähige Lösung“ gefunden habe.

Coburger Landestheater: „Wahnsinnig hohe Qualität“

An anderer Stelle des Pressegesprächs hatte sich der Oberbürgermeister zuversichtlich gezeigt, dass die „wahnsinnig hohe Qualität“, die das Landestheater biete, auch in Zukunft gehalten werden könne.

Hohe Auslastung im Globe Coburg

Mit einer Auslastung von über 80 Prozent erreicht das Landestheater zurzeit Zahlen, von denen andere Häuser in Deutschland nur träumen können. „Viele Theater sind froh, wenn sie eine Auslastung von 70 Prozent schaffen“, weiß Neil Barry Moss.

Neil Barry Moss ist Intendant des Coburger Landestheaters. Hier im Interview mit Radio Eins.
Neil Barry Moss ist Intendant des Coburger Landestheaters. Hier im Interview mit Radio Eins. // Foto: Oliver Schmidt

Um auch neue Zielgruppen sowie speziell jüngere Generationen ins Theater zu locken, hat sich Moss für die kommende Spielzeit ebenfalls einiges ausgedacht. So wird es zur Produktion von „L’elisir d’amore“ erstmals einen Regiewettbewerb geben. Sprich: Interessenten können sich mit Ideen bewerben, um am Ende tatsächlich die Inszenierung übernehmen zu dürfen. „Auf diese Weise wollen wir überregional eine Neugier auf Coburg entwickeln!“

Das Globe befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Coburg.
Das Globe befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Coburg. // Foto: Oliver Schmidt

Ungewöhnlich auch diese Idee: Im Musical „My Fair Lady“ soll fränkisch gesprochen werden.

Ein paar Personalien wurden am Mittwoch dann aber doch noch verkündet. Das Schauspielensemble begrüßt ab der kommenden Spielzeit gleich vier neue Mitglieder. Vor allem ein Name lässt aufhorchen: Jonas Hämmerle. Er wurde 1998 geboren und hat 2009 die Hauptrolle im Kinofilm „Wickie und die starken Männer“ gespielt.

Mehr zum Programm der Spielzeit 2025/2026 lesen Sie hier:

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