150 Schülerinnen und Schüler zwischen 17 und 18 Jahren – das ist kein Publikum, das man mal eben so leicht knackt. „Tough crowd“, würde man im Englischen sagen. Für Comedian Raphael Breuer aber kein Problem: Er nimmt die Herausforderung mit einem Lächeln, einem Reim und einem Rap – und wickelt die Schüler in der Aula des Albertinums sprachlich um den Finger. Das Feedback einer Schülerin am Ende? „Strammes Programm.“ In Jugendsprache: hohes Lob!
Breuer, bekannt aus Instagram, YouTube und TikTok, debütiert sein erstes Soloprogramm „Verstehen Sie Sprach?“ und legt am Donnerstag einen Halt in Coburg ein. Die Aula platzt aus allen Nähten, als er loslegt. Eingeladen wurde er von der Asco Coburg, die ihn schon länger auf Social Media verfolgen – und seine Beiträge regelmäßig feiern.
Zwischen Anglizismen und Autokorrektur
„Wir kennen Raphael schon länger, folgen ihm auf Instagram und teilen immer wieder seine witzigen und lehrreichen Beiträge rund um Sprache und so ist die Idee entstanden, ihn nach Coburg zu holen“, sagt Matthias Schmidt, geschäftsführender Gesellschafter der Asco Family GmbH. Das Programm passe perfekt zur Berufsfachschule für Fremdsprachenberufe, deren Schülerinnen und Schüler sich täglich durch die Untiefen der internationalen Wirtschaftskommunikation kämpfen. Gemeinsam mit dem Albertinum wurde die Idee umgesetzt und die Aula organisiert, die am Donnerstag, 16. Oktober, zur Comedy-Zone wird.
Breuer nimmt die Schüler mit auf eine Reise durch die Welt der Sprache – von Anglizismen über Autokorrektur bis zur Jugendsprache. „Wer steht hier auf Gedichtinterpretation?“, fragt er. Keine Hand geht hoch. Verständlich. Wer will schon mit dem Rotstift für eine „falsche“ Interpretation bestraft werden?
Goethe sagt: Bro, es war einfach Herbst
Dabei meint Raphael Breuer: „Wenn mein ehemaliger Deutschlehrer Goethe treffen würde und sagt: Das fallende Blatt steht für den Verfall des Lebens, oder? Würde Goethe vermutlich antworten: Bro, es war einfach Herbst.“
Raphael Breuer in Coburg
Sprachwitz und Sprachverständnis
Breuer, der in Bayreuth Medienwissenschaft studiert hat, ist keiner, der immer den Rotstift ansetzt. Er will Brücken bauen zwischen Generationen. „Wir wollen doch im Grunde alle dasselbe – wir sagen’s nur unterschiedlich." In seinem Programm bewegt er sich zwischen Sprachwitz und Sprachverständnis. Ein Humor, zwischen Popkultur und Philosophie, der sowohl bei den Lehrern als auch Schüler ankommt. „Er holt mit seinem Programm echt viele ab“, sagt eine Schülerin.
Zum Schluss wird’s dann persönlich. Breuer setzt sich auf einen Hocker, das Licht wird weich. Der gebürtige Obermichelbacher (LK Fürth) erzählt von seinem Stottern als Kind – und wie ihm das Theaterspielen geholfen hat. „Ich habe eine Schwäche zur Stärke gemacht und immer positiv gedacht“, sagt er. Und genau das gibt er den Schülern mit auf den Weg.















