„Samba-City lebt“, hatte Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig am Donnerstagabend beim sogenannten „Pre-Opening“ auf dem Marktplatz gerufen. Keine 24 Stunden später ging es mit dem Samba-Festival dann richtig los. Zig Tausende drängelten sich in der Innenstadt. Ja, Samba-City lebt wieder. Und wie!
In den Stunden vor der offiziellen Eröffnung waren wir unterwegs und haben viel Atmosphäre eingeatmet.
10 Uhr Noch herrscht auf dem Schlossplatz die Ruhe vor dem großen Samba-Sturm. Händler und vor allem Gastronomen sind fleißig dabei, ihre Stände und Zelte einzurichten. Spannend, dass beim Festival nicht nur Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Auch die angebotenen Speisen laden zu einer kulinarischen Reise rund um den Globus ein. Ob belgische Pommes, Raclette aus der Schweiz, südamerikanische Salgadinhos, „Roster“ aus Thüringen oder „Asian Street Food“: Wer alles probieren will, kann sich die Kalorien ja gleich wieder abtanzen.
11 Uhr Auch auf dem Marktplatz laufen die letzten Vorbereitungen. Schön, dass hier wieder eine Bühne steht! Im vergangenen Jahr, beim Neustart nach Corona, gab es lediglich eine Spielfläche in „Coburgs guter Stube“. Bei Samba 2022 war es auch, als sich Kulturstaatsministerin Claudia Roth darüber gefreut hatte, dass „im Herzen der Stadt“ an die Menschen in der Ukraine gedacht wird. Denn am Prinz-Albert-Denkmal befand sich damals noch die Fahne der Ukraine. Inzwischen ist sie verschwunden. Vergessen sind die unter dem Krieg leidenden Menschen trotzdem nicht. Fahnen-technisch dominiert heuer aber wieder Brasilien: Eine große flattert zum Beispiel vor dem Rathaus, zwei kleinere hängen an einer Bratwurstbude.
12 Uhr In vielen Straßen in der Innenstadt gilt ab jetzt absolutes Halteverbot. Während des Festival müssen viele Verkehrsachsen als Rettungsweg beziehungsweise Feuerwehrzufahrt frei gehalten werden.
13 Uhr Auf dem Schlossplatz rückt ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks an. Samba-Chef Rolf Beyersdorf gibt ein Interview. Er ist gut gelaunt, was bestimmt auch daran liegt, dass außer seiner Frau Nini auch sein langjähriger Freund Paulo Lopes mit dabei ist. Wahnsinn: Der ehemalige Capoeira-Weltmeister hat noch immer einen Waschbrettbauch. Paulo könnte sich am Wochenende sehr viele Pommes und sehr viele Bratwürste erlauben.
14 Uhr Gibt’s heute eigentlich noch ein anderes Thema in der Stadt als Samba? Ja! Im Leerstand Herrngasse 35 (zuletzt Modegeschäft „Petra Reuther“) tut sich was! Der Laden sieht zumindest endlich wieder belebt aus. Aber was wird das? Ein Trommel-Geschäft? Nein, des Rätsels Lösung lautet: Die Coburger Sambagruppe Aipalé nutzt den Leerstand während des Festivals als Lager für die vielen Instrumente. Nach Samba wird’s wieder leer – und leise.
16 Uhr Noch eine halbe Stunde bis zum Beginn des Programms. Doch auf dem Marktplatz bietet die Coburger Sambagruppe Paixao einfach schon mal eine spontane Trommel-Einlage.
16.58 Uhr Eigentlich sollte es jetzt auf der Marktplatz-Bühne losgehen – und zwar mit „Curinga“ aus Frankreich (und nicht mit „Dromos“ aus Marokko, wie es noch im gedruckten Programmheft steht! Auch deshalb lohnt sich immer mal wieder ein Blick aufs aktualisierte Programm unter samba-festival.de). Doch es kommt zu ein paar Verzögerungen. Nicht schlimm, aktuell ist die Sicht zur Bühne ohnehin noch durch zwei Lieferfahrzeuge stark eingeschränkt. Die Autos beliefern einen Caipirinha-Stand, der mit dem Angebot wirbt: „Take 6, pay 5“. Aktuell aber gilt hier das Motto: Take mal die Autos weg! Um 16.45 Uhr geschieht dies. Prompt kommt um 16.46 Uhr noch ein anderer Lieferwagen angefahren. Aber: Die Lage bleibt ruhig, alles wird gut.
17.45 Uhr Die Sonne scheint, das Programm läuft -und die gesamte Innenstadt füllt sich.
18 Uhr Der Andrang bei der Autogrammstunde mit den beiden „Let’s dance“-Stars Christina Luft und Christian Polanc in der VR-Bank ist groß. Heutzutage stehen allerdings Selfies mit bekannten Menschen noch sehr viel höher im Kurs als Autogramme.
18.45 Uhr Die Spielfläche an der Reithalle ist ein echter Geheimtipp. Auch das Programm kann sich – im wahrsten Sinne des Wortes – sehen lassen: „Calle Manigua“, beheimatet auf Mallorca, nachen in ihren tollen Kostümen richtig prima Samba-Stimmung.
20.30 Uhr Auf der Schlossplatz-Bühne wird das Samba-Festival offiziell eröffnet.
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