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Riesige Vorfreude
Samba-Festival: Countdown in Coburg
Samba-Festival in Coburg: Auch die Gäste aus Südamerika sind von der Stimmung begeistert – und versuchen die eine oder andere Erinnerung per Selfie festzuhalten.
Samba-Festival in Coburg: Auch die Gäste aus Südamerika sind von der Stimmung begeistert – und versuchen die eine oder andere Erinnerung per Selfie festzuhalten. // Oliver Schmidt
Coburg – Offiziell eröffnet wird das Samba-Festival erst am Freitagabend. Doch schon in den Stunden davor ist an vielen Ecken in der Stadt zu sehen und zu spüren, wie sich Coburg wieder in „Samba-City“ verwandelt.

„Samba-City lebt“, hatte Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig am Donnerstagabend beim sogenannten „Pre-Opening“ auf dem Marktplatz gerufen. Keine 24 Stunden später ging es mit dem Samba-Festival dann richtig los. Zig Tausende drängelten sich in der Innenstadt. Ja, Samba-City lebt wieder. Und wie!

In den Stunden vor der offiziellen Eröffnung waren wir unterwegs und haben viel Atmosphäre eingeatmet.

10 Uhr Noch herrscht auf dem Schlossplatz die Ruhe vor dem großen Samba-Sturm. Händler und vor allem Gastronomen sind fleißig dabei, ihre Stände und Zelte einzurichten. Spannend, dass beim Festival nicht nur Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Auch die angebotenen Speisen laden zu einer kulinarischen Reise rund um den Globus ein. Ob belgische Pommes, Raclette aus der Schweiz, südamerikanische Salgadinhos, „Roster“ aus Thüringen oder „Asian Street Food“: Wer alles probieren will, kann sich die Kalorien ja gleich wieder abtanzen.

Samba-Festival in Coburg: Hier herrscht auf dem Schlossplatz noch die Ruhe vor dem großen Samba-Sturm.
Samba-Festival in Coburg: Hier herrscht auf dem Schlossplatz noch die Ruhe vor dem großen Samba-Sturm. // Oliver Schmidt

11 Uhr Auch auf dem Marktplatz laufen die letzten Vorbereitungen. Schön, dass hier wieder eine Bühne steht! Im vergangenen Jahr, beim Neustart nach Corona, gab es lediglich eine Spielfläche in „Coburgs guter Stube“. Bei Samba 2022 war es auch, als sich Kulturstaatsministerin Claudia Roth darüber gefreut hatte, dass „im Herzen der Stadt“ an die Menschen in der Ukraine gedacht wird. Denn am Prinz-Albert-Denkmal befand sich damals noch die Fahne der Ukraine. Inzwischen ist sie verschwunden. Vergessen sind die unter dem Krieg leidenden Menschen trotzdem nicht. Fahnen-technisch dominiert heuer aber wieder Brasilien: Eine große flattert zum Beispiel vor dem Rathaus, zwei kleinere hängen an einer Bratwurstbude.

Samba-Festival in Coburg: Auch die Bratwurstbrater auf dem Marktplatz zeigen Flagge.
Samba-Festival in Coburg: Auch die Bratwurstbrater auf dem Marktplatz zeigen Flagge. // Oliver Schmidt

12 Uhr In vielen Straßen in der Innenstadt gilt ab jetzt absolutes Halteverbot. Während des Festival müssen viele Verkehrsachsen als  Rettungsweg beziehungsweise Feuerwehrzufahrt frei gehalten werden. 

Samba in Coburg: Rund ums Festivalgelände gibt’s viele Sperrungen.
Samba in Coburg: Rund ums Festivalgelände gibt’s viele Sperrungen. // Oliver Schmidt

13 Uhr Auf dem Schlossplatz rückt ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks an. Samba-Chef Rolf Beyersdorf gibt ein Interview. Er ist gut gelaunt, was bestimmt auch daran liegt, dass außer seiner Frau Nini auch sein langjähriger Freund Paulo Lopes mit dabei ist. Wahnsinn: Der ehemalige Capoeira-Weltmeister hat noch immer einen Waschbrettbauch. Paulo könnte sich am Wochenende sehr viele Pommes und sehr viele Bratwürste erlauben.

Samba-Festival in Coburg: Hier Rolf Beyersdorf (links) mit Paulo Lopes.
Samba-Festival in Coburg: Hier Rolf Beyersdorf (links) mit Paulo Lopes. // Oliver Schmidt

14 Uhr Gibt’s heute eigentlich noch ein anderes Thema in der Stadt als Samba? Ja! Im Leerstand Herrngasse 35 (zuletzt Modegeschäft „Petra Reuther“) tut sich was! Der Laden sieht zumindest endlich wieder belebt aus. Aber was wird das? Ein Trommel-Geschäft? Nein, des Rätsels Lösung lautet: Die Coburger Sambagruppe Aipalé nutzt den Leerstand während des Festivals als Lager für die vielen Instrumente. Nach Samba wird’s wieder leer – und leise.

Samba-Festival 2023: Aipalé ist die größte Coburger Sambagruppe.
Samba-Festival 2023: Aipalé ist die größte Coburger Sambagruppe. // Oliver Schmidt

16 Uhr Noch eine halbe Stunde bis zum Beginn des Programms. Doch auf dem Marktplatz bietet die Coburger Sambagruppe Paixao einfach schon mal eine spontane Trommel-Einlage.

Menschen mit Trommeln gibt es am Wochende in Coburg viele zu sehen.
Menschen tragen Trommeln - ein häufiges Bild an diesem Wochenende in Coburg. // Oliver Schmidt

16.58 Uhr Eigentlich sollte es jetzt auf der Marktplatz-Bühne losgehen – und zwar mit „Curinga“ aus Frankreich (und nicht mit „Dromos“ aus Marokko, wie es noch im gedruckten Programmheft steht! Auch deshalb lohnt sich immer mal wieder ein Blick aufs aktualisierte Programm unter samba-festival.de). Doch es kommt zu ein paar Verzögerungen. Nicht schlimm, aktuell ist die Sicht zur Bühne ohnehin noch durch zwei  Lieferfahrzeuge stark eingeschränkt. Die Autos beliefern einen Caipirinha-Stand, der mit dem Angebot wirbt: „Take 6, pay 5“. Aktuell aber gilt hier das Motto: Take mal die Autos weg! Um 16.45 Uhr geschieht dies. Prompt kommt um 16.46 Uhr noch ein anderer Lieferwagen angefahren. Aber: Die Lage bleibt ruhig, alles wird gut.

17.45 Uhr Die Sonne scheint, das Programm läuft -und die gesamte Innenstadt füllt sich. 

18 Uhr  Der Andrang bei der Autogrammstunde mit den beiden „Let’s dance“-Stars Christina Luft und Christian Polanc in der VR-Bank ist groß. Heutzutage stehen allerdings Selfies mit bekannten Menschen noch sehr viel höher im Kurs als Autogramme. 

Autogrammstunde mit Christina Luft und Christian Polanc (Let's dance)
Autogrammstunde mit Christina Luft und Christian Polanc (Let's dance) // Oliver Schmidt

18.45 Uhr Die Spielfläche an der Reithalle ist ein echter Geheimtipp. Auch das Programm kann sich – im wahrsten Sinne des Wortes – sehen lassen: „Calle Manigua“, beheimatet auf Mallorca, nachen in ihren tollen Kostümen richtig prima Samba-Stimmung.

20.30 Uhr Auf der Schlossplatz-Bühne wird das Samba-Festival offiziell eröffnet.

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