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Prodinger Stiftung
St. Lukas: Nicht mehr heilig, aber heilend
Behutsame Veränderungen setzen Akzente im früheren Gemeindezentrum St. Lukas und heben Details hervor.
Behutsame Veränderungen setzen Akzente im früheren Gemeindezentrum St. Lukas und heben Details hervor. // Foto: Chris Winter
Signet des Fränkischen Tags von Chris Winter
Coburg – Eine Stiftung im früheren Gemeindezentrum St. Lukas ist nun für Kinder und Jugendliche da.
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1969 hatte Pfarrer Albert Strohm, der Vater des ehemaligen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm, das Gemeindezentrum (GZ) am Ketschendorfer Hang eingeweiht. Der moderne Kirchenbau mit Gemeindezentrum und drei Wohnungen war seinerzeit als Kalksandstein-Sichtmauerwerk errichtet worden. Nun hat sich St. Lukas verändert. Es ist viel mehr Licht in der früheren evangelischen Kirche. Vor drei Jahren hat der Coburger Unternehmer Steffen Prodinger die Kirche mit dem markanten Pultdach erworben. Dort hat jetzt die Steffen Prodinger Stiftung ihren Sitz. Zwei Jahre zuvor war die Kirche durch Heinrich Bedford-Strohm entwidmet worden.

St. Lukas: Markantes ist geblieben

Auf den ersten Blick haben die Bauarbeiten während der vergangenen drei Jahre den Komplex wenig verändert. Allenfalls die Holzverkleidung mit gelben und blaugrünen Bohlen, der große Stiftungs-Schriftzug und der gelbe offene Bücherschrank ziehen den Blick auf sich. Der Denkmal- und Urheberschutz des Entwurfes von Architekt Hans-Busso von Busse schreiben den Erhalt der baulichen Substanz fest. Die strengen Richtlinien sehen vor, dass der Bau viele Jahre nur nach Notwendigkeit und nicht nach Belieben verändert werden darf. Damit sind die dunkelblauen Stühle gesetzt, die seit dem ersten Tag im GZ verwendet werden. Weiter sind Kirchenglocke und Kreuz am Dach unveränderbare Dinge.

Der weitaus größte und kaum sichtbare Teil der Investitionen ging in eine moderne Heizung mit Wärmepumpe und damit in eine Photovoltaikanlage auf den ausgedehnten Dächern. Das Dach wurde komplett neu eingedeckt und gedämmt, einerseits um den Charakter des Gebäudes zu bewahren, andererseits um das Haus energetisch in die Neuzeit zu bringen.

Die immensen Heizkosten, die der Technik und Bauweise von vor 60 Jahren entsprachen, waren auch ein Grund für die Kirche, das Gemeindezentrum am Ketschendorfer Hang zu verkaufen. Ersetzt wurden auch die damals verbauten Einscheibenfenster. „Eigentlich waren das keine richtigen Fenster, sondern nur Scheiben. Die waren ohne Rahmen im Mauerwerk eingesetzt“, erklärt Steffen Prodinger.

Steffen Prodinger
Steffen Prodinger // Foto: Steffen Prodinger

Der als „Marktplatz“ bezeichnete Bereich zwischen Gottesdienstraum, Saal, Büros und Gruppenräumen war in seinem Ursprung dunkel. Jetzt sorgen Ringleuchten für Helligkeit und die niedrigen Bänke sind unterleuchtet. So treten sie aus dem Zwielicht hervor. Das Figurenpaar wurde auf seinem Sockel gedreht, beleuchtet und das Motto „Jeder trage des anderen Last“ aus dem Galaterbrief ist auf Spiegeln zu lesen.

Prodinger Stiftung: Ein Herzensanliegen

Aus dem Kirchenraum verschwunden sind nach der Entwidmung des Gemeindezentrums Ketschendorfer Hang der Altar, die Orgel und das moderne Kreuz hinter dem Taufstein. Dafür wächst aus dem Taufstein jetzt der Baum der Dankbarkeit empor. „Familie“, „Frieden“, „Gesundheit“, „Licht“, „Liebe“ und „Leben“ sowie „Miteinander“ sind auf den stilisierten Blättern zu lesen.

Der Baum der Dankbarkeit ist ein Herzensanliegen von Steffen Prodinger. Der Stamm des Baumes wurzelt auf den Werten „Dankbarkeit“, „Freude“ und „Glück“. In großen Lettern steht das Wort „Hereinspaziert!“ über der Schiebetür zum früheren Kirchenraum. Die Höhe des Raumes kaschieren nun bunte Matten, die den Widerhall und Geräusche etwas zurücknehmen. Auch hier wurde die Atmosphäre durch den Einbau von zusätzlichen Lampen verbessert.

Die frühere St.-Lukas-Kirche im Zustand vor dem Verkauf.
Die frühere St.-Lukas-Kirche im Zustand vor dem Verkauf. // Foto: Chris Winter

Den aktuellen Anforderungen entsprechen jetzt auch die Toiletten im Ober- und Untergeschoss. Im Tiefparterre ist Luki, das Therapiezentrum für Kinder und Jugendliche untergebracht. Luki ist eine wichtige Säule der Steffen Prodinger Stiftung. Angeboten werden dort Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Vorgesehen sind weiter Logopädie und Ergotherapie. Svenja Prodinger-Pillipp hat seit Anfang 2025 ihre Praxis in St. Lukas.

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