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Sicherheitsrisiko?
So viele Unfälle passieren mit Pedelecs
E-Bikes und Pedelecs erobern zunehmend die Straßen und Radwege.dpa
E-Bikes und Pedelecs erobern zunehmend die Straßen und Radwege.dpa // 
Das Rad liegt noch auf dem Asphalt
Im Itzgrund kam es vor kurzem zu einem tödlichen Verkehrsunfall zwischen Pedelec und Auto. // Claudia Lindenlaub-Sauer
Coburg – Pedelcs werden immer beliebter. Seit 2013 stieg der Bestand um fast 17 Prozent und der Boom ist noch nicht vorbei. Aber: Wie sehen die Unfallzahlen für die Power-Zweiräder aus?

Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Vor rund zwei Wochen verunglückte ein 86 Jahre alter Pedelecfahrer im Itzgrund tödlich, als er mit einem Auto zusammenprallte. Obwohl eine Krankenschwester zufällig vor Ort war, konnten die Wiederbelebungsversuche den Mann nicht retten. 

Die Zahl der Pedelecs im Straßenverkehr steigt, und damit auch die Zahl der Unfälle, auch wenn sie zum Glück nicht immer tragisch enden. Zwischen 2014 und 2023 hat sich die Zahl der Unfälle deutschlandweit rund verelffacht - von 2200 auf 23.900. Es sind aber zunehmend nicht mehr ältere Menschen betroffen. 

Nicht nur ältere Fahrer beteiligt 

Pedelec- und E-Bike-Fahrer werden immer jünger, was sich auch in der Unfallstatistik widerspiegelt. Waren 2014 noch rund 54,5 % der verunglückten E-Biker über 65 Jahre alt, so sank deren Zahl 2023 auf 30,1 %.

In Coburg sind laut Angaben der örtlichen Polizei 51,51 % der Verunglückten zwischen 45 und 64 Jahren alt. 2023 kam es insgesamt zu 101 Fahrradunfällen in der Region. Darunter waren auch 33 Pedelecs beteiligt, bei denen es sechs Schwerverletzte gab. Das war gegenüber 2022 ein Anstieg von mehr als 25 Prozent. Im Vorjahr hatte es 80 Unfälle gegeben, davon 23 mit Pedelecs. Ein Mensch war ums Leben gekommen. Die Coburger Polizei warnt vor Gefahren und führt regelmäßig Präventionsveranstaltungen für Fahrradfahrer durch. 

Gründe für Fahrradunfälle in Coburg

Zu schnelles oder unangepasstes Fahren, uneinsehbare Kreuzungen oder schlicht Unaufmerksamkeit - die Gründe für Verkehrsunfälle sind auch bei Radfahrern in der Region unterschiedlich. Oft liegt es nicht einmal an den Radfahrern selbst; Autofahrer müssen sich zum Beispiel im Frühjahr erst wieder an die Zweiräder gewöhnen, da im Winter meistens weniger Kleinkrafträder auf den Straßen unterwegs sind.

Die häufigsten Ursachen von Fahrradunfällen laut Polizei Coburg: Eine nicht an die Gegebenheiten der Straße angepasste Geschwindigkeit (fünf Unfälle), das Einfahren in den fließenden Verkehr, sowie das Übersehen anderer Verkehrsteilnehmer oder das Missachten von Vorfahrtsregeln.

Die Vorfahrt missachten führte in Coburg dabei zu acht Unfällen. Eine weitere Ursache war die verbotswidrige Benutzung des Gehwegs, auch bekannt als „Geisterradler“.  Weil Fahrradfahrer keinen oder zu wenig Abstand zum Vordermann einhielten, kam es zu zehn Verkehrsunfällen. Die häufigsten Unfälle waren jedoch selbst verschuldete Fahrfehler, die durch eine erhöhte Aufmerksamkeit vermeidbar gewesen wären. 

Mit Pedelecs dürfen Radwege befahren werden.
Mit Pedelecs dürfen Radwege befahren werden. // Daniel Vogl/dpa/Symbolbild

Bei den jüngeren Pedelec-Fahrern komme laut dem Statistischen Bundesamt manchmal Selbstüberschätzung des Pedelecs und des eigenen Könnens hinzu - gerade die schnelleren Modelle verleiteten dazu. Problematisch, denn auch ein Pedelec ist ein Fahrrad ohne schützende Karosserie. 

Ältere Fahrer reagieren dagegen generell langsamer und haben oft nicht den optimalen Weitblick und die Rundumsicht. Ältere können die Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer nicht immer richtig einschätzen und sollten deshalb regelmäßig ihr Wissen auffrischen. 

Hohes Sicherheitsrisiko bei Nacht

Besonders gefährlich wird es während der Dämmerung und in der Dunkelheit. Wir sehen, schlechter, sind unkonzentrierter. Vor allem schlechte Beleuchtung und wechselnde Lichtverhältnisse beeinträchtigen die Sehfähigkeit im Dunkeln. Wer ohnehin schlecht sieht, hat es dann besonders schwer. 

Schlechte Licht- und Wetterverhältnisse führen häufig zu Unfällen.
Schlechte Licht- und Wetterverhältnisse führen häufig zu Unfällen. // Peter Kneffel/dpa

Dazu passen viele Fahrer ihre Geschwindigkeit nachts nicht den Verhältnissen an und fahren zu schnell - gerade Autofahrer achten selten auf Radfahrer. Die Lichter der E-Bikes und Pedelecs sind meist nicht so hell und leistungsfähig wie Autolichter, weswegen hier eine längere Reaktionszeit benötigt wird.  Autofahrer erkennen häufiger den Radfahrer zu spät. 

Tipps für Pedelec- und E-Bike-Fahrer von der Coburger Polizei 

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) bietet spezielle Fahrkurse für Erwachsene an, die das Sicherheitsbewusstsein  schärfen und das Fahrverhalten verbessern sollen.

 

Fahrradfahrer
Fahrradfahrer sollten regelmäßig ihr Fahrrad und ihr Wissen im Straßenverkehr überprüfen. // Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

Die Polizei Coburg rät zudem aktuell zur Vorsicht: „Gerade zu Beginn der Zweirad-Saison müssen sich sowohl Auto- als auch Zweiradfahrer wieder aneinander gewöhnen“, sagt Ralf Neumüller, von der Polizei Coburg.  

Die Coburger Polizei bietet für Fahrradfahrer am 23. Mai Weitramsdorf eine kostenlose Informationsveranstaltung bei der ehemaligen Schlossgaststätte an.  Interessierte können sich dort beraten lassen. Beginn ist um 14 Uhr, Seeleitenstraße.

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