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Erste Wrestling-Show in Coburg
Der Ausgang ist geplant, das Risiko nicht
GAW Big Time 2026 in Coburg
Nero (Timur Shatalov) und Hektor Invictus liegen sich seit Dezember in den Haaren, im Ring versteht sich. Auch in Coburg dürfte zwischen den beiden am Sonntag wieder einiges los sein. // KK-Fotografie Steffi Biller
Signet des Fränkischen Tags von Paul Michel
Coburg – Zur ersten Wrestling-Show in Coburgs Geschichte werden am 13. September mehr als 300 Besucher erwartet, wenn „GAW Big Time 2026“ im Kongresshaus Rosengarten steigt. Ein Blick hinter die Kulissen.
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„Das ist doch eh alles nur fake.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn das Gespräch auf Wrestling kommt. Aber stimmt das wirklich? Wie viel ist fake und wie viel ist echt? Die Antwort darauf hat Timur Shatalov: „Der Ausgang eines Matches und die grundlegende Geschichte sind abgesprochen, das ist der Show-Anteil.“

Die körperliche Leistung dagegen, sei „absolut real“. 

GAW Big Time 2026 in Coburg
Live in Action: Jane Nero (unten) fängt Nikki Storm im Sprung auf. Storm, gebürtige Schottin, ist aktuell GAW Women's Champion. Nero gilt als beste deutsche Wrestlerin der Liga // Rosmann Fotografie

Wenn jemand geworfen wird, vom Ringseil springt oder auf der Matte landet, gibt es „keinen Kameraschnitt, kein Stuntdouble und keinen zweiten Versuch“. Shatalov beschreibt Wrestling deshalb lieber als eine Mischung aus Leistungssport, Stuntarbeit, Theater und Live-Unterhaltung.

Zwei Coburger im selben Match

Er selbst tritt unter dem Namen „Nero“ an, gebürtiger Coburger, seit 2008 Gründer und Kopf der German Alliance Wrestling. Am Sonntag, 13. September, kommt die Liga zum ersten Mal in seine Heimatstadt. Im Kongresshaus Rosengarten steigt mit „GAW Big Time 2026“ die erste professionelle Wrestling-Show in Coburg.

GAW Big Time 2026 in Coburg
Timur Shatalov (links) als Nero und King Nixxon (rechts) im Ring. // KK-Fotografie Steffi Biller

Ein Blick auf die Matchkarte zeigt, dass die Stadt in der Szene längst mehr ist als nur ein möglicher Austragungsort. Auch GAW World Champion „King Nixxon“ stammt aus Coburg. Gemeinsam mit Shatalov tritt er gegen die ehemaligen Champions Superion und Connor Hesketh an. Zwei Gegner, mit denen beide seit Jahren trainieren. „Es ist ein Match zwischen Talenten, die sich kennen und einander alles abverlangen werden“, sagt Shatalov dazu.

Was der Sport mit dem Körper macht

Was so ein Match über Jahre mit dem Körper macht, weiß er genau. Rücken, Nacken, Schultern und Knie werden durch die vielen Landungen und Würfe stark beansprucht. „Kleine Blessuren, blaue Flecken oder Zerrungen bekommt das Publikum häufig gar nicht mit.“

GAW Big Time 2026 in Coburg
Im Ring: King Nixxon gegen Big Damo (Irland, WWE-Wrestler). // KK-Fotografie Steffi Biller

Auf die Frage nach Filmen wie „The Wrestler“, die die dunklere Seite des Sports zeigen, antwortet der Profi-Wrestler offen. Ganz falsch findet er das Bild nicht. „Wenn das Licht nach der Show ausgeht und der Alltag wieder beginnt, kann der Kontrast sehr groß sein.“ Deshalb sei es der GAW wichtig, stabile Strukturen und ein gesundes Umfeld zu schaffen, in denen niemand seinen ganzen Wert aus einem Auftritt im Ring ziehen muss. In „The Wrestler“ spielt Mickey Rourke die Hauptrolle. Er stellt einen Wrestler dar, der in seinem bürgerlichen Leben gescheitert ist und am Ende nur noch seinen Sport hat. Deshalb steigt er auch noch einmal in den Ring, als sein Herz schon nicht mehr mitspielt...

Wenig Ruhm, viel Arbeit

Das große Geld findet man nicht im deutschen Wrestling-Business. Den Ruhm und das Geld, die das US‑Wrestling verspricht, gibt es hier nicht. In den USA kommen reguläre Wrestler auf bis zu 350.000 Dollar im Jahr, Megastars wie „The Rock“ Dwayne Johnson ernten Millionen an Gagen oder Werbeeinnahmen. 

Trotzdem macht Shatalov weiter. „Wenn eine ganze Halle aufsteht, jubelt oder für einen Moment völlig in einer Geschichte aufgeht, weiß man, warum man die ganze Arbeit investiert hat.“ Monate an Vorbereitungen stecken nach seinen Worten in einer einzigen Show wie „Big Time 2026“, von der Talentbuchung über Genehmigungen bis zum Ringaufbau am Veranstaltungstag. Manche Fans reisen dafür durch halb Deutschland an, mit Fahrzeiten von fünf Stunden und mehr – Hotelübernachtung inklusive.

GAW Big Time 2026 in Coburg
Timur Shatalov: „Wenn eine ganze Halle aufsteht, jubelt oder für einen Moment völlig in einer Geschichte aufgeht, weiß man, warum man die ganze Arbeit investiert hat." // KK-Fotografie Steffi Biller

Zweite Trainingslocation geplant

In seiner Heimatstadt Coburg will Timur Shatalov jetzt noch etwas anderes aufbauen. Ab 2027 plant er in Coburg eine zweite GAW‑Trainingslocation. Die grundsätzliche Entscheidung dafür steht bereits, an den organisatorischen Details wird noch gearbeitet. Wer dort anfängt, lernt zunächst Grundlagen wie Fitness, Fallschule und Sicherheit. Zeigt sich genug Talent und die richtige Einstellung, soll später der Sprung auf echte GAW-Shows möglich sein. Auch der Wunsch nach einem offiziellen Fanclub in der Region kam bereits aus Coburg selbst an ihn heran, erzählte Shatalov.

GAW Big Time 2026 in Coburg
La Catrina springt im E-Werk auf Fay Satura, die auf dem Tisch liegt. Beide begannen ihre Karriere bei der GAW. // KK-Fotografie Steffi Biller

Am 13. September erwartet die Besucher ein rund dreistündiges Programm mit neun Matches, mehreren Titelkämpfen und Aktionen aus der Luft sowie Meet & Greet mit den Talenten. Wer Wrestling bisher für reine Show hält, dem rät Shatalov zu einem einzigen Test: einmal live dabei sein. „Häufig verändert sich die Wahrnehmung bereits in dem Moment, in dem der erste Wrestler auf der Matte landet und man die Wucht aus wenigen Metern Entfernung selbst mitbekommt.“

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