Kultur-Tipp
Türkisch-deutsches Klavierduo gastiert in Coburg
Gülru Ensari und Herbert Schuch gastieren mit ihrem Programm „Go East!“ am 20. Juni in Coburg.
Gülru Ensari und Herbert Schuch gastieren mit ihrem Programm „Go East!“ am 20. Juni in Coburg.
Foto: Felix Broede
Coburg – Zum Saison-Ausklang gastiert das türkisch-deutsche Klavierduo Gülru Ensari und Herbert Schuch beim Coburger „Verein“.

Im HUK-Foyer auf der Bertelsdorfer Höhe stellen sie ihr Programm „Go East!“ am Montag, 20. Juni, vor. Beginn: 20 Uhr. Seit der Saison 2014/15 konzertieren Gülru Ensari und Herbert Schuch zusammen an einem oder zwei Flügeln. Dabei befassen sie sich neben Werken aus Wiener Klassik, Romantik und klassischer Moderne auch mit zeitgenössischen Stücken des Nahen Ostens.

Im Zentrum „Le Sacre du Printemps“

Anfang 2017 erschien ihre hochgelobte erste CD-Aufnahme „Go East!“, in deren Zentrum die furiose Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ steht. Bevor im Jahr 1913 deren Orchesterfassung ihre skandalträchtige Uraufführung erlebte, erklang in einem Hauskonzert die vierhändige Fassung mit dem Komponisten selbst am Klavier. Sein Duo-Partner war damals kein Geringerer als Claude Debussy, der das Werk vom Blatt spielte.

Schubert, Brahms und Dvorák

Diese Version ist auch in Coburg zu hören. Franz Schuberts f-Moll-Fantasie zu vier Händen sowie Tänze von Brahms und Dvorák bilden einen Kontrast. Zwei anatolische Volkslieder des türkischen Komponisten Özkan Manav (dem Duo persönlich gewidmet) runden das vielschichtige Programm ab, das im westlich-östlichen Spannungsfeld der Stücke auch die private Geschichte des Duos erzählt: Herbert Schuch und Gülru Ensari heirateten im Sommer 2014 in Istanbul und leben seit einigen Jahren in ihrer Wahlheimat Köln.

Ein Duo der Gegensätze

Gülru Ensari und Herbert Schuch sind ein Duo der Gegensätze. Das Rumänien der bleiernen 80er Jahre unter Nicolae Ceaușescu war Herbert Schuchs Heimat in seinen Kinderjahren. Hinter dem Eisernen Vorhang spielte sich das Leben im Privaten ab – der große Garten der Familie war sein Rückzugsort und der Plattenspieler der Eltern Jahrzehnte später Auslöser von Kindheitserinnerungen.

Kindheit in Istanbul

Gülru Ensari dagegen wurde in Istanbul geboren. Eine Kindheit in einer ins Uferlose anwachsenden Megacity. Auch diese Zeit war erfüllt von Musik, denn ihre Mutter, eine professionelle Pianistin und Hochschuldozentin, hatte früh mit der musikalischen Ausbildung von Gülru begonnen.

Reise in die Kindheit

Mit ihrem neuen Album „In Search of“, das in Teilen auch in Coburg zu erleben sein wird, begeben sich die beiden Künstler in ihre jeweilige Kindheit zurück und entdecken Musik, von der sie geprägt wurden. „Wir wollen auch unsere Zuhörer einladen, sich auf eine Reise in die Kindheit zu begeben“, sagt Gülru Ensari. Getriggert durch die gefühlte Zeitlosigkeit des ersten Corona-Lockdowns, wurde diese Suche nach Kindheitserinnerungen ursprünglich durch die Geburt ihrer gemeinsamen Tochter Kayra ausgelöst.

Hier gibt’s Tickets

Tickets für 20 Euro gibt es über www.verein-coburg.de, im Vorverkauf bei der Buchhandlung Riemann am Markt (Tel. 09561/808712) oder an der Abendkasse. Freier Eintritt für Schüler und Studenten, Mitglieder der Coburger Tafel sowie Inhaber des Coburg-Passes.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag, der den kostenlosen Besuch der Konzerte im Foyer der HUK-Coburg einschließt, beträgt 50 Euro.

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