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Bis zu 80 Mio. Euro
Neues Aquaria: Doch ein Wellenbad fürs Freibad?
Auch ein Wellenbecken steht auf der Wunschliste vieler Freibad-Fans ganz oben. Hier ein Archivfoto vom Wellenbecken im Coburger Aquaria, das seit der Freibadsaison 2025 nicht mehr in Betrieb ist.
Auch ein Wellenbecken steht auf der Wunschliste vieler Freibad-Fans ganz oben. Hier ein Archivfoto vom Wellenbecken im Coburger Aquaria, das seit der Freibadsaison 2025 nicht mehr in Betrieb ist. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Mehr Freibad, mehr Attraktionen, mehr Kosten: Für den Außenbereich, den es an Coburgs neuem Schwimmbad geben soll, liegen drei Varianten auf dem Tisch, darunter zwei mit Wellenbad.

Kommt das Wellenbecken zurück? Oder zumindest eine moderne Variante davon? Darüber berät der Coburger Stadtrat am Donnerstag. Auf der Tagesordnung stehen drei Vorschläge für die künftige Gestaltung des Freibadbereichs im geplanten Neubau des Aquarias. Zudem soll die Planung für den Hallenbadbereich noch einmal angepasst werden.

Seit der Vorstellung des Projekts im Mai 2025 wird vor allem über die Zukunft des Freibads kontrovers diskutiert. Ursprünglich lag der Schwerpunkt auf einem modernen Hallenbad mit zusätzlichen Wasserflächen für die Schwimmausbildung sowie einem ganzjährig nutzbaren Außenbecken. Ein größerer Freibadbereich sollte hingegen erst dann gebaut werden, wenn dies die finanziellen Möglichkeiten wieder hergeben.

Anfang 2026 verschafften der Stadt rund 25 Millionen Euro höhere Steuereinnahmen neuen Spielraum. Seitdem wird darüber diskutiert, wie viel Freibad sich Coburg bereits zum jetzigen Zeitpunkt leisten will.

Im Juli suchten Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende, weitere Stadtratsmitglieder sowie Vertreter von Verwaltung und SÜC in einem Workshop nach einer Lösung. Herausgekommen sind drei Varianten, die nun dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Option 1: Familienbad mit großem Mehrzweckbecken

Kernstück der ersten Variante ist ein 865 Quadratmeter großes Mehrzweckbecken. Vorgesehen seien ein großzügiger Spaß- und Rutschenbereich, vier 25-Meter-Bahnen sowie ein separates Sprungbecken. Angaben zur Höhe eines möglichen Sprungturms enthält die Beschlussvorlage nicht.

Eine Anpassung gäbe es allerdings beim ganzjährig nutzbaren Ausschwimmbecken. Dessen Wasserfläche würde auf 150 Quadratmeter reduziert. Nach Berechnungen der Verwaltung ließe sich dadurch rund eine Million Euro einsparen. Die Gesamtkosten dieser Freibad-Variante werden auf 15 Millionen Euro beziffert.

Option 2: Wellenbetrieb im Mehrzweckbecken

Die von der Verwaltung favorisierte Variante baut auf Option 1 auf und ergänzt das Mehrzweckbecken um eine Wellenfunktion. Erzeugt werden sollen die Wellen durch einen sogenannten hydraulischen Ball.

Nähere Details enthält die Beschlussvorlage zwar nicht. Recherchen zeigen jedoch, dass bei diesem System ein im Wasser schwimmender Körper Wellen nach dem Resonanzprinzip erzeugt. Im Gegensatz zu klassischen Wellenbecken sind dafür keine großen Druckluftanlagen oder mechanischen Wellensysteme erforderlich.

Für die zusätzliche Attraktion kalkuliert die Verwaltung mit rund 1,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten würden damit auf etwa 16,5 Millionen Euro steigen.

So in der Art könnte die Variante aussehen: 

Option 3: Separates Wellenbecken

Die teuerste Variante sieht ein separates Wellenbecken mit rund 500 Quadratmetern Wasserfläche vor. Einschließlich Technikgebäude und Wellentechnik werden die Mehrkosten auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Insgesamt würde der Freibadbereich damit auf rund 21 Millionen Euro kommen.

Sportbecken soll wachsen

Doch nicht nur das Freibad steht zur Debatte. Auch im Hallenbadbereich sind Änderungen vorgesehen. Hintergrund ist die wiederholt geäußerte Kritik, das bislang geplante Sportbecken sei für größere Wettkämpfe zu klein.

Deshalb soll das geplante 50-Meter-Becken von fünf auf sechs Bahnen erweitert werden. Die Wasserfläche würde dadurch von 625 auf 833,5 Quadratmeter wachsen. Nach Angaben der Verwaltung könnte das Aquaria damit von der Wettkampfklasse D in die Klasse C aufsteigen und künftig auch überregionale Wettbewerbe, sowohl im 25‑ als auch im 50-Meter-Becken, ausrichten. Unverändert bleibt die Planung, das Becken mittels einer hydraulischen Trennwand in zwei Bereiche teilen zu können. Die Erweiterung hätte allerdings ihren Preis: Die Mehrkosten werden auf rund 3,4 Millionen Euro geschätzt.

Gesamtkosten könnten auf 80 Millionen Euro steigen

Zusammen mit den zusätzlichen Freibadangeboten würden die Beschlüsse die bislang veranschlagten Netto-Kosten von 56,3 Millionen Euro deutlich erhöhen. Je nach gewählter Variante könnte das Gesamtprojekt auf bis zu 80 Millionen Euro anwachsen.

Die Verwaltung empfiehlt Variante 2 mit integrierter Wellenfunktion. Ob der Stadtrat dieser Empfehlung folgt, dürfte eine der spannendsten Fragen der Sitzung (Donnerstag, 1. Oktober, 14 Uhr) sein.

Mit Spannung dürfte außerdem verfolgt werden, wie die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Rettet unser Freibad“ die Vorschläge bewerten. Zu ihnen zählt auch FDP-Stadtrat Michael Zimmermann. Einige ihrer zentralen Forderungen finden sich in den neuen Planungen zumindest teilweise wieder. Ob das ausreicht, um die laufenden gerichtlichen Auseinandersetzungen zu beenden, bleibt abzuwarten.

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