Sibylla? Ist in Schweden noch immer allgegenwärtig. Denn rund 200 Filialen einer beliebten Fastfood-Kette tragen diesen Namen. Der Hintergrund ist royal und hat zudem mit Coburg zu tun. 1932 hatte sich der damalige Firmenchef zu einer Umbenennung entschieden. In dem Jahr also, als Schwedens Kronprinz Gustaf Adolf seine Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg und Gotha heiratete. Somit war der Name „Sibylla“ in Schweden plötzlich in in aller Munde – genau dort, wo auch die Pommes und die Würstchen der Restaurantkette hin sollten.
91 Jahre später gelten die Verbindungen zwischen Coburg und dem schwedischen Königshaus noch immer als sehr eng. Auch wenn das Tageblatt leider vergeblich auf eine Stellungnahme des Coburger Herzogshauses zum bevorstehenden Thronjubiläum wartet. An diesem Freitag sind es genau 50 Jahre, dass Carl Gustaf König von Schweden ist. Seiner Mutter Sibylla hingegen war der Thron nicht vergönnt. Weil ihr Mann 1947 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückte, wurde es mit der Thronfolge etwas knifflig. Zum Glück blieb der Vater des verstorbenen Gustav Adolf sehr lange gesund, so dass er bis ins hohe Alter von 90 Jahren König sein konnte. Als er am 15. September 1973 starb, erbte den Thron noch am selben Tag sein Enkel. Der junge Carl Gustaf war damals 27.
Was Prinz Albert damit zu tun hat
Carl XVI. Gustaf hat in der langen Zeit seiner Regentschaft bereits mehrere Male die Heimat seiner 1972 verstorbenen Mutter besucht. Schließlich ist Coburgs Prinz Andreas sein Cousin.
Eine weitere Verbindung besteht darin, dass der Vater von Sibylla und die Mutter von ihrem Mann Gustav Adolf jeweils Enkelkinder von Queen Victoria und Coburgs Prinz Albert sind. Wem das zu kompliziert erscheint, dem sei noch eine Verbindung aus der Gegenwart genannt: Die künftige Königin von Schweden, Carl Gustafs Tochter Victoria, übernahm 2014 die Patenschaft von Katharina Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha. Katharina ist die älteste Tochter von Prinz Hubertus und seiner Ehefrau Kelly. Tja, und als wiederum Hubertus und Kelly 2009 eine rauschende Hochzeit in Coburg feierten, war auch das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia unter den Gästen.
Für Carl Gustaf war diese „Prinzenhochzeit“ aus einem bestimmten Grund etwas ganz Besonderes: Die kirchliche Trauung fand in der Coburger Morizkirche statt. Genau dort hatten 1932 auch seine Eltern Sibylla und Gustav Adolf geheiratet.
Die damalige Trauung war aber umstritten: Coburg wurde bereits seit 1929 von den Nationalsozialisten regiert, und der NSDAP-Oberbürgermeister vollzog sogar die standesamtliche Trauung. Dass dieser Nazi-OB ausgerechnet „Schwede“ hieß, konnte im Übrigen nichts daran ändern, dass der Vater des Bräutigams aus Protest gegen die Nationalsozialisten der Hochzeit fern blieb.
Auch Kronprinzessin Victoria besuchte Coburg
Ganz anders die Stimmung 2009: Carl Gustaf und Silvia zeigten sich mehrmals den vielen Schaulustigen, die in der Coburger Innenstadt die Straßen säumten. Ein weiterer Besuch folgte 2013: Zusammen mit Tochter Victoria nahmen das Königspaar an der Feier zum 70. Geburtstag von Prinz Andreas teil. Ein Jahr später, im September 2014, kam Victoria alleine nach Coburg, und zwar zur Taufe der kleinen Katharina.
Viele Coburg-Besuche des Königspaares waren „privat“ und wurden deshalb nicht publik. Um so größer war im Sommer 2016 die Überraschung, als Carl Gustaf und Silvia beim Mittagessen im „Goldenes Kreuz“ gesichtet wurden. Aufmerksamen Coburgern war aber tags zuvor bereits ein Ferrari mit schwedischem Kennzeichen aufgefallen, der vor einem Coburger Hotel geparkt war.
Ganz anders war es beim Coburg-Besuch im Oktober 1982. Nach einem offiziellen Stadtempfang zeigten sich Carl Gustaf und Silvia auf dem Balkon des Rathauses und winkten Hunderten von Menschen auf dem Marktplatz zu. Bei diesem Besuch sagte der schwedische König auch den Satz: „Es sind ja so viele Bande, die uns mit Coburg verbinden.“














