Im Straßenverkehr gilt seit jeher die Regel: Kein Alkohol am Steuer! Für den diesjährigen Fackelzug beim Pfingstkongress des Coburger Convents (CC) gibt es jetzt eine Auflage, die sich grob umschreiben lässt mit den Worten: Kein Alkohol am Feuer!
Alkohol und Cannabis
Wörtlich heißt es in einem Bescheid, den in dieser Woche das Ordnungsamt der Stadt Coburg erlassen hat: „Fackelträger dürfen nicht unter dem Einfluss von Mitteln stehen, die eine berauschende Wirkung haben.“ Beispielhaft für solche Mittel werden Alkohol, Cannabis und Betäubungsmittel genannt.
Viel Bier beim Festkommers
Diese Auflage hat vor allem deshalb Brisanz, weil der Fackelzug am Montagabend direkt nach dem Festkommers des CC stattfindet. Erfahrungsgemäß wird beim Festkommers, der in einem Zelt am Anger stattfindet, sehr viel Bier getrunken. Somit dürfte anschließend eigentlich kaum noch einer der Teilnehmer eine brennende Fackel in die Hand nehmen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Polizei überhaupt kontrollieren kann, inwieweit sich die bis zu tausend Fackelträger in einem berauschten Zustand befinden.
„Uns ist klar, dass wir das nicht vollumfänglich kontrollieren können“, sagt Stefan Probst, der Pressesprecher der Coburger Polizei. Aber: „Wir werden es stichprobenartig kontrollieren.“ Wer „erkennbar betrunken“ sei, der werde seine Fackel abgeben müssen.
Mutmaßungen, hinter dieser Auflage könnte Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) stecken, der als großer Kritiker des Fackelzugs gilt, sind übrigens falsch. Die Anregung kam stattdessen von der Polizei, wie Stefan Probst erklärt. Letztlich gehe es vor allem darum, bei Extremfällen eine Handhabe zu haben.
Was sagt der CC dazu?
Martin Vaupel, der Pressesprecher des Coburger Convents, hat diese Auflage am Freitag zunächst recht gelassen zur Kenntnis genommen. Nein, betonte er in einem Gespräch mit dem Coburger Tageblatt, als „Gängelung“ empfinde er das nicht. „Wenn es Vorschriften gibt, dann halten wir uns an diese Vorschriften.“
Vergleich mit Bollerwagen
Außerdem würden die Verantwortlichen des CC schon immer auch selbst darauf achten, dass keine angetrunkenen Personen nach dem Festkommers eine Fackel bekommen und damit durch die Innenstadt bis zum Marktplatz laufen. Martin Vaupel vergleicht das mit einem Ausflug mit Freunden am Vatertag: „Wenn da einer bereits sehr betrunken ist, gibt man dem doch auch nicht den Bollerwagen zum Ziehen.“
Weniger Fackeln erlaubt
Die Sache mit dem Alkohol ist aber nicht die einzige neue Auflage für den diesjährigen Fackelzug. So hat das Ordnungsamt auch die Zahl der zulässigen Fackeln stark reduziert. Waren in der Vergangenheit bis zu 2.500 Fackeln erlaubt, so sind jetzt nur noch „höchstens 1.000“ erlaubt.
Aber auch das ist für Martin Vaupel kein Grund zur Aufregung. Schließlich sei in den vergangenen Jahren auch die Zahl der Teilnehmer am Fackelzug gesunken. „In den 1970er Jahren waren bis zu 2.500 Leute dabei – inzwischen sind es vielleicht noch 900.“ Das würde also bedeuten, dass für jeden Teilnehmer noch eine Fackel da ist. Nach Auskunft von Martin Vaupel reicht, was die Brenndauer betrifft, eine Fackel für die gesamte Wegstrecke. Diese verläuft auch in diesem Jahr wieder vom Anger über die Goethestraße, die Löwenstraße, die Mohrenstraße und die Spitalgasse bis zum Marktplatz.
Ordner müssen sein
Damit auf der Wegstrecke nichts mit den brennenden Fackeln passiert, muss bei jedem teilnehmenden Mitgliedsbund des CC eine bestimmte Anzahl Ordner mitlaufen. Im Bescheid des Ordnungsamts für den diesjährigen Fackelzug wurde die Anzahl dieser vorgeschriebenen Ordner erhöht: Pro Mitgliedsbund muss es jetzt mindestens vier Ordner geben. Diese müssen links und rechts beziehungsweise vorne und hinten laufen.
Demos von CC-Gegnern
Zusätzliche „stationäre Ordner“ muss der Coburger Convent während des Fackelzugs an der Ecke Schützenstraße/Goethestraße stellen, und zwar „mindestens fünf“. Denn für diese Ecke ist am Montagabend eine größere Demonstration von CC-Gegner angemeldet. Auch an „weiteren Orten mit hohem Konfliktpotenzial“ muss sich der CC um Ordner kümmern, wie es im Bescheid heißt. Dies wird etwa noch in der Herrngasse der Fall sein, wo ebenfalls eine Gegendemo geplant und genehmigt ist.
Grundsätzlich wird sich aber in erster Linie die Polizei um die Sicherheit in der Stadt kümmern. Unterstützt wird die Coburger Polizei dabei während des gesamten Pfingstwochenendes gleich von mehreren Einsatzzügen der bayerischen Bereitschaftspolizei.
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