Durch die Mohrenstraße ist es ein fast einsamer Marsch für die Mitglieder des Coburger Convents. Statt Gesichter beleuchten ihre Fackeln in der Spitalgasse vor allem ein gutes Dutzend Polizeiwagen. Der vereinzelte Jubel beim Einzug auf den Markt wird durch laute Rufe aus der Judengasse und Rosengasse übertönt. Hier haben sich in diesem Jahr die Gegendemonstranten versammelt. An die 200 Menschen stehen in der Judengasse, in vorderster Reihe die Antifa, doch auch Flaggen der „Omas gegen Rechts“ werden vom violetten Licht beschienen.
Bekannte Coburger Gesichter findet man vor allem bei der zweiten Demo in der Rosengasse. Hier haben sich etwa 150 Menschen zusammengefunden, um gegen den CC zu protestieren. Die meisten Conventler lassen sich augenscheinlich nicht von den Demonstrierenden beeinflussen. Auch wenn der ein oder andere durchaus provokant die Nähe zu den Absperrungen sucht.
Doch besonders die Fackelträger sind beim Einzug erst einmal damit beschäftigt, die neue Auflage zu erfüllen und die Fackeln in die bereitgestellten Feuerschalen abzulegen. Doch nicht jeder möchte mit der Tradition brechen, sie in Richtung Prinz-Albert-Denkmal zu werfen. Mit grimmiger Miene, die den Schluss zulässt, dass es sich nicht um ein Versehen handelt, wirft ein älteres CC-Mitglied demonstrativ seine Fackel auf den Marktplatz.
Seil fängt Feuer
Die neue Auflage wurde eingeführt, um Verunreinigungen des Marktplatzes mit Wachs und Ruß zu minimieren. Doch vielleicht sollte man in der Vorbereitung des nächsten Fackelzuges noch einmal den Standort der Feuerschalen überdenken, denn mitten in der Feierstunde fing eine der Seilabsperrungen Feuer.
Absperrung fängt Feuer
Hitzig ging es derweil auch bei den Demonstrierenden zu. So hitzig, dass das Ordnungsamt das Schallpegelmessgerät zückte. 85 Dezibel sei die Grenze, die nicht überschritten werden dürfe, sagt Chef der Coburger Polizei, Ralf Neumüller. Diese Obergrenze galt übrigens auch für die Veranstalter des CC; auch sie durften aus Lärmschutzgründen nicht lauter sein.
Fackelzug und Feierstunde
Am Ende des Abends bilanziert Ralf Neumüller: „Die Lärmmessung lag deutlich darüber.“ Bei der Regelung gehe es nicht nur um die Störung, sondern auch um Arbeitsschutz, erläutert er. Die Überschreitung könne, in erster Linie für die Anmelder der Demo, aber auch für einzelne Personen, noch Konsequenzen haben. Diese können von Verwarnungen bis hin zu Strafen reichen. „Das kann teuer werden", sagt Neumüller.
Gegendemo beim Fackelzug des Coburger Convents
Trotz der Anmeldungen von insgesamt acht Gegendemonstrationen und über 400 Gegendemonstranten im Stadtgebiet konnte die Polizei beim diesjährigen Pfingstkongress einen leichten Rückgang der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. „Wir ziehen in der Summe eine positive Bilanz“, sagt Pressesprecher der Polizei Coburg, Jonas Krug.
Polizei zieht positive Bilanz
Am Freitag gab es eine Auseinandersetzung zwischen einem Teilnehmer des Convents und einem Gegendemonstranten, bei der der Convent-Teilnehmer leicht verletzt wurde. Zudem kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu einem Mützendiebstahl, bei dem ein 21-jähriger Teilnehmer des Convents betroffen war. „In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde das Denkmal im Hofgarten bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit mit Farbe beschmiert und bei einer Gegenversammlung am Montag wurde ein Plakat sichergestellt, das Symbole der Bundesrepublik Deutschland verunglimpfte“, erläutert Krug. Von Seiten der Teilnehmer des Convents habe man keine Straftaten verzeichnet.
Bei den Demonstrationen gab es im vergangenen Jahr gab es vermehrt Verstöße gegen das Vermummungsverbot, in diesem Jahr gab es nur noch vereinzelte Verstöße.
Das Einsatzkonzept der Coburger Polizei habe sich als effektiv erwiesen. „Wir waren gut vorbereitet und konnten die Sicherheit während des Convents gewährleisten“, so Ralf Neumüller, Leiter der Polizeiinspektion Coburg.
















