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Historische Aufarbeitung
Brose hat Zwangsarbeiter doch schlecht behandelt
Historiker: Brose Coburg hat Zwangsarbeiter Misshandelt
Umschlag des Buches „Coburg voran“. // 
Coburg – Laut Brose ist die Aufarbeitung der Rolle des Unternehmensgründers im Zweiten Weltkrieg abgeschlossen, auch mit dem Buch „Coburg voran“ von Eva Karl. Aber genau darin ist von Misshandlungen die Rede.

„Im Rahmen eines umfangreichen Buchprojekts zum 100-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2008 wurden die historischen Fakten zur Unternehmensgeschichte umfassend aufgearbeitet. Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich und wurden durch das Forschungsprojekt von Frau Dr. Karl bestätigt.“ 

Das teilt Brose zur Diskussion um den „Max-Brose-Drive“ in Kanada mit. Mit dem Projekt von 2008 ist das Buch „Brose: Ein deutsches Familienunternehmen 1908–2008“ gemeint, das der Erlanger Historiker Gregor Schöllgen im Auftrag von Brose geschrieben hatte. Darin ist, kurz gesagt, beschrieben, dass Max Brose Zwangsarbeiter in seinem Unternehmen durchweg human behandelt haben soll. Das Buch ist in Historikerkreisen umstritten. 

Ende 2024 ist das Buch „Coburg voran!“- Mechanismen der Macht – Herrschen und Leben in der ersten nationalsozialistischen Stadt Deutschlands“ der Historikerin Dr. Eva Karl erschienen. Es ist das Ergebnis einer von der Stadt unterstützten neun Jahre langen Aufarbeitung der Coburger Geschichte im Nationalsozialismus (ISBN 9 783 795 439 453). Auch die Rolle Coburger Unternehmen wird im Abschnitt „Mobilisieren und Ausbeuten für den Endsieg“ behandelt.

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Außerdem wurden die unhaltbaren Zustände durch gezielte Schikanen ergänzt, wenn etwa den Arbeitern, die infolge der mangelhaften Nahrung unter Durchfall litten, das Verlassen ihres Arbeitsplatzes verboten wurden.

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„Coburg voran!“- Mechanismen der Macht – Herrschen und Leben in der ersten nationalsozialistischen Stadt Deutschlands“ S. 727

Zu Brose steht auf Seite 727: „Auch in der Firma Max Brose & Co. wurden Vorwürfe der regelmäßigen Misshandlung und körperlichen Züchtigung von sowjetischen Kriegsgefangenen (...) laut (...). Neben einer völlig unzureichenden Versorgung und Unterbringung seien hier die Gefangenen oft unterernährt, krank und in einem körperlich erschöpften Zustand für das Nichteinhalten ihres Arbeitssolls geschlagen worden oder mussten so lange weiterarbeiten, bis ebendiese erfüllt war. Außerdem wurden die unhaltbaren Zustände durch gezielte Schikanen ergänzt, wenn etwa den Arbeitern, die infolge der mangelhaften Nahrung unter Durchfall litten, das Verlassen ihres Arbeitsplatzes verboten wurden.“

In der Quellenangabe hierzu führt Eva Karl an: „Max Brose wurde von der Spruchkammer Coburg Stadt mit Spruch vom 22. März 1948 als Minderbelasteter eingestuft. Nach einer Berufung folgte im April 1948 durch die Berufungskammer Bamberg und im Juli 1949 die Einstufung als Mitläufer vonseiten der Hauptkammer in Ansbach. Die amerikanische Militärregierung wie auch die Coburger Öffentlichkeit zeigten sich jedoch äußerst unzufrieden über das Berufungsurteil aus Bamberg, weshalb von der Besatzungsmacht ein Deliquency & Error Report aufgrund von Beurteilungsfehlern in die Wege geleitet wurde.“ (...)

Die Forschungsergebnisse, die Grundlage für das Buch sind, waren bereits im Mai 2024 öffentlich vorgestellt worden. Damals hatte Michael Stoschek, Enkel von Max Brose und Verwaltungsratschef des Unternehmens, in einer Mail für die Aufarbeitung der Coburger Geschichte im Nationalsozialismus gedankt. 

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