Baumschutz in Coburg? Dafür stand in den vergangenen Jahrzehnten ein Name: Horst Schunk. Er meldete sich zu Wort, wenn bei irgendeiner Planung mal wieder viel zu wenig Grün berücksichtigt worden war. Er kämpfte, wenn mal wieder Bäume gefällt werden sollte. „Bäume sind Freunde“ war sein Motto – und für diese Freunde ging er im Zweifelsfall auch keinem Streit aus dem Weg. Jetzt ist Horst Schunk gestorben, und die Trauer auch bei seinen politischen Freunden ist groß. „Es ist so traurig“, schrieb Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) auf seiner Facebook-Seite. Sehr emotional beschreibt auch der SPD-Kreisvorsitzende von Coburg-Land, Carsten Höllein, den Moment, als er die Todesnachricht übermittelt bekam: „Für mich stand in diesem Moment alles still.“
1975 war Horst Schunk als damals 27-Jähriger in die SPD eingetreten. Es war die Ostpolitik von Willy Brandt gewesen, wie er einmal erzählte, die ihn beeindruckt und zum Eintritt in die SPD bewogen habe. „Für Politik habe ich mich schon immer interessiert und wollte mich auch engagieren.“ Eine erste große Herausforderung hatte er 1989/1990 zu meistern: Er war Wahlkampfleiter für Norbert Kastner bei dessen Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt. Bereits seit 1984 saß Horst Schunk im Coburger Stadtrat. 2002 zog er sich aus dem Stadtrat zurück, blieb der SPD aber weiterhin beruflich eng verbunden: Er war Geschäftsführer des SPD-Unterbezirks Coburg/Kronach. Zuvor hatte Horst Schunk als Fahrlehrer seinen Lebensunterhalt verdient. Nach der Wende sei die Situation für die Fahrschulen aber schwierig geworden, wie er einst erzählte: Die preiswertere Konkurrenz aus Thüringen habe der Branche in Nordbayern das Wasser abgegraben.
Gerhard Schröder und Freddy Quinn
Als er den Geschäftsführerposten bei der SPD aufgab und sich in den Ruhestand verabschiedete, zog er sehr zufrieden Bilanz: „Ich habe die Arbeit bei der SPD gern gemacht.“ Gern dachte er auch an Höhepunkte zurück wie die Coburg-Besuche von Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine (damals noch in der SPD), Johannes Rau, Renate Schmidt oder auch Franz Müntefering. Abseits der Politik dürfte ihn am meisten der Coburg-Besuch von Freddy Quinn gefreut haben. Denn: Horst Schunk war riesiger Fan des Sängers. Als er es dann tatsächlich schaffte, Quinn nach Coburg zu holen, benannte er ihm zu Ehren einen Platz beim Awo-Kinderhort in der Neustadter Straße (inoffiziell) um: in Freddy-Quinn-Platz.
Doch so sehr er sich für die SPD und Freddy Quinn begeistern konnte: Die größte Leidenschaft von Horst Schunk waren immer die Bäume. Er war Begründer und Vorsitzender des Vereins „Baumschutz Coburg“, und er war Mitinitiator des „Grünen Labors“ am Himmelsacker.
Sein Engagement für den Baum- sowie generell für den Naturschutz wird auch in den ersten Nachrufen betont, die jetzt in den sozialen Medien veröffentlicht wurden. So schreibt etwa der Grünen-Politiker Wolfgang Weiß über Horst Schunk: „Er war immer da, wenn es um Natur und Umwelt ging, vor allem in Sachen ,Grünes Labor'.“ Direkt an ihn gewandt schreibt Weiß: „Freundlich, naturbegeistert, den Menschen zugewandt, engagiert – so behalte ich Dich in Erinnerung! R.I.P.“
OB: Denn Bäume sind Freunde!
Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) versichert unter anderem, an der von Schunk begonnenen Tradition festhalten zu wollen, jeweils am „Tag des Baumes“ einen Baum zu pflanzen. „Denn Bäume sind Freunde!“ Ebenso bedankt sich Sauerteig bei Schunk für die „immerwährende Unterstützung“.
Carsten Höllein nimmt in seinem Nachruf auch Bezug auf den Musikliebhaber Horst Schunk, der noch dazu gerne als Statist in verschiedenen Film- und TV-Produktionen mitgewirkt hat. Höllein schreibt: „Viele Erinnerungen an Deine Zeit als SPD-Geschäftsführer, aber auch persönliche Erlebnisse, wie unser Besuch und unser Mitwirken in der Lindenstraße, bleiben haften. Ruhe in Frieden! Irgendwann sehen wir uns wieder – mit Ted Herold und den Salty Dogs – und irgendwann auch mit Freddy Quinn.“
Lesen Sie auch:














