Verdi Coburg
„Lieferung von Waffen an die Ukraine einstellen“
Trümmer nach einem russischen Raketenangriff bei Odessa.
Trümmer nach einem russischen Raketenangriff bei Odessa.
Foto: dpa
Coburg – Der Verdi-Ortsverein hat Forderungen gestellt, die von der Linie der Bundes-Gewerkschaft abweichen

Es ist ein klares Statement: „Nein“ zu Waffenlieferungen an die Ukraine. Und möglicherweise auch eine andere Politik der Sanktionen gegen Russland. Diese Position veröffentlichte der Coburger Ortsverein der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch. „Der Verdi Ortsverein Coburg fordert die Politik auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit diplomatische Verhandlungen bezüglich des Ukraine-Konflikts beginnen können.“

Unterschiedliche Positionen.
Unterschiedliche Positionen.
Foto: dpa

Damit steht der Ortsverein im Gegensatz zur Position der Gewerkschaft auf Bundesebene. In ihrer jüngsten Pressemitteilung hatte Verdi im Bund auf ihrer Homepage noch EU-Sanktionen gegen die russische Schifffahrt begrüßt. „Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft unterstützt die am 17. April 2022 in Kraft getretene Ausweitung der Sanktionen gegen Russland, die den Boykott von russisch geflaggten Schiffen in europäischen Häfen vorsieht.

Das sagt Verdi in Coburg

Wieso also die Coburger Forderung vom Mittwoch? In ihr heißt es wörtlich: „Die Sanktionen gegenüber Russland sollten nach Meinung des Verdi Ortsvereins Coburg überdacht werden, da die deutsche und europäische Wirtschaft massiven Schaden erleidet und sich schon jetzt große soziale Verwerfungen abzeichnen (…).“ Und: „Eine Eskalation durch weitere Waffenlieferungen an die Ukraine und der bellizistischen Rhetorik innerhalb der Bundesregierung wird das Leid in der Ukraine, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt, die indirekt durch diesen Krieg betroffen sind, nur verlängern und verschlimmern.“

Russisches Frachtschiff in Kaliningrad.
Russisches Frachtschiff in Kaliningrad.
Foto: AP/dpa

Coburgs Verdi-Vorsitzende Anni Schuhmann-Demetz stellt klar: „Dass Russland diesen Krieg begonnen hat, ist furchtbar und dramatisch. Unsere Position ist aus einer Diskussion in der jüngsten Sitzung im Ortsverein hervorgegangen. Wir haben uns eben gefragt: Ist es gut, wie mit dem Konflikt umgegangen wird?“ Nein, sei die Meinung im Ortsverein. „Wir glauben nicht, dass Waffenlieferungen den Krieg verkürzen würden. “ Und das müsse das Ziel sein.

MARS-Raketenwerfer (l.) und Panzerhaubitze. Beides hat Deutschland geliefert.
MARS-Raketenwerfer (l.) und Panzerhaubitze. Beides hat Deutschland geliefert.
Foto: dpa

Schuhmann-Demetz: „Meine persönliche Meinung ist, dass es nichts bringt, diesen Krieg weiter zu führen. Kein Krieg der jüngeren Zeit hat je zu etwas geführt. Das haben wir zuletzt wieder in Afghanistan gesehen.“ Aber, auch bei Verdi in Coburg werde man weiter über das Thema sprechen – ergebnisoffen. Schuhmann-Demetz: „Ich glaube, diese Diskussion hierüber ist noch lange nicht zu Ende diskutiert.“

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