Große Bagger, tiefe Löcher und Lärm – so sieht es zurzeit in der Neustadter Straße in Dörfles-Esbach aus. Die Baustelle zur Kanalsanierung geht laut dem Planungs-Verantwortlichen, dem Bauingenieur Andreas Schmitz, gut voran.
„Wir sind sehr, sehr zufrieden mit dem Bauunternehmen. Da das so zuverlässig arbeitet, liegen wir im Moment leicht vor dem Zeitplan.“ Das dürfte eine Erleichterung für die anliegenden Geschäfte und Restaurants sein, denn die merken deutlich: Seit vor ihrer Haustüre gebaggert wird, bleibt ein Großteil der Kundschaft weg.
Gärtnerei Büchner: Sommergeschäft fiel mager aus
Die Inhaberin der Gärtnerei Büchner, Stefanie Benende sagt, dass sich seit Beginn der Baustelle die Anzahl der Kundinnen und Kunden halbiert hat. Auch das große Banner mit dem Hinweis, dass die Einfahrt bis zu allen Geschäften frei ist, konnte daran nichts ändern.
„Wir sind eingebaut. Die Leute sind unsicher. - Viele haben Angst, ihr Auto zu beschädigen.“ Den Verlust des Sommergeschäfts könnten sie nicht mehr reinholen. Trotzdem trägt Stefanie Benende es mit Fassung: „Man muss eben immerzu tun und machen, damit sich ein paar Leute her verirren. Aber Jammern bringt ja auch nichts.“ Ab Montag sei ihre Gärtnerei dann erstmal nur noch von Rödental aus erreichbar.
Drogerie- und Sanitätshaus: Kurzarbeit und verkürzte Öffnung
Auch die Lindenapotheke und das Drogerie- und Sanitätshaus in der Neustadter Straße hat seit Baustellenbeginn mit einem enormen Rückgang an Kundschaft zu kämpfen. „Zwischendrin war es ein wenig besser, aber noch immer haben wir Kurzarbeit und verkürzte Öffnungszeiten in unserer Drogerie“, sagt die Inhaberin Katharina Sedlmayer. Ihre Mutter hat die Lindenapotheke vor 40 Jahren gegründet. 2021 hat Katharina Sedlmayer dann übernommen.
„Den großen Banner haben wir, zusammen mit den anderen Gewerbetreibenden, organisiert und bezahlt. Gebracht hat er leider nicht viel.“ Die Apotheke stehe ein wenig besser da. „Wenn die Leute krank sind und Medizin brauchen, müssen sie eben kommen. Und wenn wir Notdienst haben, sind wir die einzige Apotheke im Umkreis von 30 Kilometern. Da haben es andere Geschäfte schon noch ein bisschen schwerer.“
Friseur- und Lotto Laden: ein Viertel weniger Kundschaft
Und auch der Friseur- und Lotto Laden „Haarservice“ von Ute Resch hat seit Beginn des Kanalausbaus mit zu wenig Kundschaft zu kämpfen. „Es kommen ungefähr ein Viertel weniger Leute. Beim Lotto habe ich vom ersten Tag an gemerkt, dass die Laufkundschaft fehlt.“ In ihrem Friseursalon sei die Situation anfangs noch etwas besser gewesen. Trotzdem sei es auch hier schwierig.
„Die älteren Leute bleiben einfach aus. Die letzten zwei Wochen war es sehr laut: viel Gestampfe. Der ganze Laden hat vibriert!“ Ute Resch sagt, dass die Arbeiten zwar zügig voran gehen würden und die Bauarbeiter hilfsbereit und freundlich seien, doch trotzdem bleibe die Lage für sie und ihren Laden schwierig. „Es heißt ja, dass sie schneller sind als gedacht. Drei Wochen vor dem Zeitplan, glaube ich. Aber na ja, was sind drei Wochen bei so einer riesigen Baustelle?“
Polizei: Vermehrte Sachschäden seit Baustellenbeginn
Laut Polizei habe sich die Anzahl an Unfällen und Unfallfluchten im Bereich der Neustadter Straße im Vergleich zum Vorjahr knapp verdoppelt. Jochen Haischberger von der Polizei Coburg sieht das Problem nicht in der Beschilderung, sondern der Missachtung der Verkehrsregeln.
„Wir führen verstärkt Kontrollen durch und es hat schon Verwarnungen und auch Ahndungen gegeben. Die Beschilderung ist sehr eindeutig. Aber das Problem ist, dass es immer wieder neue, nicht ortskundige Fahrer sind, die falsch einfahren und Schäden anrichten.“ So sei es auch bei Beginn der Baustelle vor fast drei Monaten im oberen Kirchweg gewesen: Ein LKW erwischte hier ein Dach eines Carports und flüchtete.
Aktuelle Informationen zur Baustelle gibt es hier: https://doerfles-esbach.de/co29/
















