Pflastersteine gehören zum Coburger Stadtbild, wie die Bratwurst zur Coburger Esskultur. Doch gerade am Theaterplatz leidet die Stabilität des Bodenbelags besonders unter dem Busverkehr. Spurrillen im Pflaster sind die Folge. Deshalb wird aktuell kräftig saniert. Und dabei setzt man auf eine besondere Technik.
Was da am Theaterplatz in die Fugen läuft, sieht ein bisschen aus, wie flüssiger Honig aus der Tube. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Fugensystem auf Polyurethanharz-Basis (PU-Harz). Die Flüssigkeit dringt in die Fugen ein, härtet aus und bildet – nach 24 bis 48 Stunden – zusammen mit dem Split eine Fläche, die äußerst belastbar ist.
Theaterplatz in Coburg wird saniert
Am Theaterplatz kommt das PU-Harz zum Einsatz, um künftig Umsetzungen und Verformungen des Pflasters zu vermeiden. Bis dato wurden die Pflastersteine in ungebundener Bauweise verlegt.
„Dabei werden die Pflastersteine ohne Bindemittel wie Zement oder Mörtel auf eine Schotter- oder Splittschicht gesetzt. Die Steine liegen also lose auf dem Untergrund und werden lediglich durch ihre eigene Masse und die Fugenfüllung stabilisiert“, erklärt Katarzyna Petzold, die Hauptabteilungsleiterin „Straßen/Gewässer“ beim Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB).
Mit der neuen Technik soll die Fläche deutlich belastbarer werden. „Das Material wurde speziell für extreme Belastungen entwickelt“, sagt Petzold.
Tragfähig: Bis zu 40 Tonnen
„Uns haben immer wieder Kommunen angesprochen, die Probleme mit ihrem Kopfsteinpflaster haben – besonders bei Belastung“, sagt Christopher Stuber. Er ist im Außendienst für die Firma KSV Natursteinwelt Biberach (Baden-Württemberg) unterwegs. KSV vertreibt das Fugensystem „Flexystone“, dessen Hersteller in Südtirol sitzt, in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das Besondere an dem System: „Unter anderem ist die Belastbarkeit sehr hoch, bis zu 40 Tonnen, die Drainagefähigkeit ist individuell und je nach Wunsch einstellbar und es ist kehrmaschinenfest“, sagt Stuber.
Alles Dinge, die überzeugt haben, meint auch Marek Leks, Abteilungsleiter des Winterdienstes beim CEB. „Es ist eine Möglichkeit, das charakteristische Pflaster zu erhalten, aber für den Verkehr stabiler zu machen“, bestätigt er. In Coburg hat man sich für möglichst wenig Wasserdurchlässigkeit entschieden.
Das Regenwasser könne stattdessen gut über die Rinnen am Rand ablaufen, so Leks. Wenn sich die Lösung am Theaterplatz bewährt, könne man sich durchaus vorstellen, die Technik auch an anderen, viel befahrenen Stellen anzuwenden, meint Leks.




















