Wirtschaft in Not
Präsident der Coburger IHK in großer Sorge
Das Palais Edinburg am Schlossplatz ist Sitz der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
Das Palais Edinburg am Schlossplatz ist Sitz der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
Foto: Jochen Berger
Oliver Schmidt von Oliver Schmidt Coburger Tageblatt
Coburg – Durch die Energiekrise stehen viele Unternehmen in der Stadt und im Landkreis Coburg „mit dem Rücken zur Wand“, sagt Andreas Engel und appelliert an die Bundesregierung.

Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK) beteiligt sich an einer gemeinsamen Resolution aller 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Unter dem Titel „„Energieangebot ausweiten, Unternehmen entlasten!“ wird darin eindringlich an die Politik appelliert. Denn durch die Energiekrise sei bei vielen Unternehmen die Not groß.

Andreas Engel ist Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
Andreas Engel ist Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
Foto: CT-Archiv

Auch der Coburger IHK-Präsident Andreas Engel und der Coburger IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel waren an der Erstellung des Papiers beteiligt und haben dabei die Einschätzungen und Forderungen der Coburger Wirtschaft mit eingebracht, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

„Energiepreise explodieren“

Andreas Engel schildert , wie dramatisch die Lage bereits sei: „Von den explodierenden Energiepreisen ist die gesamte Bandbreite unserer Wirtschaft betroffen! Die Energiekosten sind für den Großteil der Betriebe schlicht nicht mehr zu stemmen, einige erhalten von den Versorgern gar keine neuen Strom- oder Gasverträge mehr. Es bleibt jetzt nicht viel Zeit, denn viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand.“

„Es braucht sehr schnell spürbare Entlastungen“

Siegmar Schnabel ergänzt: „Die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen ist heute schon nicht mehr gegeben. Deshalb müssen sehr schnell spürbare Entlastungen für betroffene Unternehmen greifen, und das unabhängig von Größe und Branche!“ Es brauche jetzt „klare Signale“ sowie den „erkennbaren Willen der Politik“, alles zu tun, um das Energieangebot zu erhöhen und schnell wirksame Entlastungen der Wirtschaft zu ermöglichen – und zwar „ohne ideologisch motivierte Hürden und Verzögerungen“.

Vorschlag: 10 Sofortmaßnahmen

In der Resolution der Industrie- und Handelskammern werden zehn konkrete Sofortmaßnahmen formuliert: So wird gefordert, alle verfügbaren Kohle- und Ölkraftwerke schnell zurück in den Markt zu holen, um die Versorgung mit Strom zu erhöhen, Gaskraftwerke zu ersetzen und damit die Strompreise zu dämpfen. Auch die verfügbaren Kernkraftwerke sollten bis zum Ende der Krise weitergenutzt werden. Weil das bisherige Programm zur Dämpfung der Energiekosten nicht ausreiche, sollte nach Ansicht der Industrie- und Handelskammern zur Entlastung der Wirtschaft eine Preisbremse eingeführt werden.

Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg beteiligt sich an einer Resolution aller  Industrie- und Handelskammern Deutschlands.
Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg beteiligt sich an einer Resolution aller Industrie- und Handelskammern Deutschlands.
Foto: Jochen Berger

Gefordert wird von den Industrie- und Handelskammern auch, Strom- und Gaspreisumlagen in den Bundeshaushalt zu überführen und Entlastungen bei den CO2-Handelssystemen zu schaffen. Eine weitere Forderung, die sich bereits in der Resolution der IHK zu Coburg vom April dieses Jahres findet, lautet: die Strom- und die Energiesteuer auf Gas auf den europäischen Mindestsatz absenken!

Engel: „Massenhafter Verlust von Arbeitsplätzen droht“

Andreas Engel erklärt darüber hinaus zu der Resolution: „Mit diesem Papier wollen wir die Politik auffordern, endlich zu handeln. Wir brauchen schnelles politisches Umsteuern und sinnvolle Lösungen, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Anderenfalls drohen massenhafte Betriebsschließungen oder -verlagerungen, der Verlust von Arbeitsplätzen und letztlich ein Wohlstandsverlust in unvorstellbarem Ausmaß, und zwar nicht nur für uns, sondern auch für nachfolgende Generationen.“

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