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Brache am Bahnhof
Einstimmig für die Zukunft des Lokschuppens
Einstimmiges Votum für Ausbau des alten Lokschuppens in Coburg
Noch ist der Lokschuppen ein Lost Place // Archiv
Signet des Fränkischen Tags von Chris Winter
Coburg – Der alte Lokschuppen soll nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf wieder belebt werden. Über einen Verkehrskreisel am Abfahrtsast von der Stadtautobahn soll eine Anbindung entstehen.

Eine Gaststätte, Drogerie, Discounter, ein Ärztehaus und die dazu erforderlichen Parkplätze – das alles soll auf dem Gelände des früheren Lokschuppens neben der Stadtautobahn entstehen. Der Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen hat am Mittwoch dazu die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen. Einstimmig wurde ein Vorhaben- und Erschließungsplan verabschiedet und auch die nötige Änderung des Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht.

Einstimmiges Votum für Ausbau des alten Lokschuppens in Coburg
Schönheit im Verfall - und eine Zukunft // Archiv

Eine der letzten brachliegenden Flächen im Stadtgebiet ist das Areal des ehemaligen Lokomotivschuppens zwischen dem Kalenderweg und der Bundesstraße 4. Das Gelände dämmert seit Jahrzehnten vor sich sich hin und verfällt. Bislang ist das Areal nicht nutzbar, da eine ausreichende Erschließung nicht gegeben ist. Nur ein schmaler Abzweig Kalenderwegs führt dorthin. Die Bahnlinie nach Bad Rodach wird mit einem ungesicherten Übergang gequert. Die denkmalgeschützten Gebäudereste – viel ist nicht mehr übrig – mit der Außenwand des ehemaligen Rundlokschuppens, das Ziegelmauerwerk, die Dreh- und Verteilerscheibe, das Verwaltungs- und Übernachtungsgebäude, Werkhalle und ein Nebengebäude sind völlig marode. 

Einstimmiges Votum für Ausbau des alten Lokschuppens in Coburg
Auf das Areal sollen Ärzte kommen, Gastro, Drogerie // Archiv

 

Die ROSBO Lokschuppen GmbH ist Eigentümer des Geländes. Im Senat für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Bauwesen am 12. Juli vergangenen Jahres wurde das Konzept zur Erschließung und möglichen Bebauung des Areals vorgestellt. Die Würzburger Firma plant dort einen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 2.140 Quadratmetern und einer Nettonutzfläche (NNFL) von 2.900 Quadratmetern. Gastronomie soll sich auf 600 Quadratmetern entfalten, 900 Quadratmetern wird eine Drogerie erhalten, eine Discounter 1.900 Quadratmeter und ein Ärztehaus 650 Quadratmeter auf drei Etagen. Das Gelände soll mit einem Kreisverkehr am östlichen Auf- und Abfahrtsast der B 4 ans Straßennetz angebunden werden. Dazu wird die Abfahrt etwas verschoben. 

Bahnbetriebswerk Coburg

Zusammen mit dem Umbau des Personenbahnhofs wurde 1911 mit dem Bau eines Bahnbetriebswerkes (Bw) für beide Bahnhöfe nördlich vom Personenbahnhof an der Bahnstrecke nach Bad Rodach begonnen. Aufgrund schwieriger Baugrundverhältnisse und des Ersten Weltkriegs konnte der Lokschuppen erst 1921 mit 16 Ständen und einer 23 Meter-Drehscheibe in Betrieb genommen werden. Der Lokschuppen im Jugendstil erhielt ein Tonnendach und steht deshalb unter Denkmalschutz. Der Einsatz von Dampflokomotiven endete 1974, die letzten Diesellokomotiven wurden 1987 abgezogen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Betrieb im Bahnbetriebswerk eingestellt, das Gelände ist verwaist. Die Gleise wurden teilweise demontiert, der Lokschuppen Anfang 2012 teilweise abgerissen. Den völligen Abriss durch die Bahn und damit den Verstoß gegen den Denkmalschutz verhinderte seinerzeit die Stadt. 

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