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Nahversorgung
Der Netto geht – aber was kommt danach?
Netto in Coburg Wüstenahorn schließt
Diesen Anblick wird es nicht mehr lange geben: Der Netto im Coburger Stadtteil Wüstenahorn schließt im August seine Türen. // Foto: Christoph Winter
Wüstenahorn – Für viele Anwohner war diese Neuigkeit eine Schreckensnachricht: Der Discounter und die Bäckerei im Wirtsgrund schließen. Die Stadt und Wohnbau haben sich nun endlich zur Zukunft im Viertel geäußert.

Dominik Sauerteig (SPD) war vom Zeitpunkt der Hiobsbotschaft genauso überrascht wie viele Anwohner in Wüstenahorn: Der Discounter Netto im Wirtsgrund wird zum 17. August seine Türen schließen. Ebenso wie die Bäckerei Feiler, die sich mit im Gebäude befindet. Das ist seit vergangener Woche publik. Zwar habe es davor schon Gerüchte gegeben, aber „wir wurden alle überrascht von der Geschwindigkeit der Schließung“, sagte der Oberbürgermeister der Stadt Coburg am Donnerstagnachmittag während eines Pressegesprächs. Christian Meyer, der Geschäftsführer der Coburger Wohnbau, bedauerte die Schließung. Der Standort des Nettos sei ideal, sagte er. Deshalb wünschte er sich, „wenn es so geblieben wäre“.

Netto geht: Gründe unklar 

Sauerteig sieht durch die Nettoschließung eine Lücke, „die unerwarteterweise entstehen wird“. Der OB spricht von einer Belastung für die Anwohner. „Mehr Vorlaufzeit wäre schön gewesen“, sagte er. Warum der Discounter überhaupt schließen wird – ob sich der Vermieter, der Gebäudeeigentümer, und der gewerbliche Mieter, Netto, nicht mehr einig waren – darüber gibt es indes keine neuen Informationen. Weder vom Vermieter noch vom Mieter habe es dazu finale Aussagen gegeben, um Licht ins Dunkle zu bringen, sagte Mayer auf Nachfrage. „Haben nichts Offizielles hereinbekommen“, bestätigte Oberbürgermeister Sauerteig. Und wie geht es jetzt weiter?

„Wir planen den Abriss der leerstehenden Wohnhäuser in der Karl-Türk-Straße 13, 15 und 17“, sagte Meyer. Auf diesem Areal soll ein Neubau mit Supermarkt, Wohnungen und weiteren Nutzungsmöglichkeiten entstehen. Der Abriss soll dieses Jahr starten. „Wenn es gut läuft, kann der Baubeginn dann nächstes Jahr starten.“ Meyer und Sauerteig blieben auch vage bei der Frage nach der Größe des neuen Einkaufsmarktes. „Zwischen 800 und 1.200 Quadratmeter“, antwortete Meyer. Hingegen konkret wurden beide in ihrer Ansicht über den neuen Standort.

Sauerteig: „Der neue Standort ist nicht ganz optimal wie der jetzige.“ 

Meyer: „Er ist eben nicht so zentral wie der Netto.“

Bürgerverein Wüstenahorn: Die Suche nach Alternativen drängt

Für die Anwohner ist die Nachricht aus der vergangenen Woche ein herber Schlag. Der Netto sei ein sozialer Treffpunkt, sagte Sabine Kastner, die seit April 2024 dem Bürgerverein Wüstenahorn vorsitzt. „Wir haben ja auch kein Wirtshaus mehr“, sagte sie. Mit der Gewissheit über die Zukunft hat für Kastner auch gleichzeitig die Suche nach Einkaufsalternativen begonnen. Sie habe bei einem Metzger und einem Bäcker angefragt, die Verkaufswagen einsetzen, ob sie künftig eventuell ein Mal pro Woche vorbeikommen könnten. Bereits vergangene Woche erklärte sie im Gespräch mit dem Tageblatt: „Vielleicht ließe sich ja ein kleiner Automatenladen realisieren, damit man sich dort mit dem Nötigsten eindecken kann – Milch, Brot.“ Zudem gibt es eine Option, die schon installiert ist: den Orient-Markt in der Scheuerfelder Straße. Dessen Besitzer wolle künftig ein Eck mit deutschem Sortiment anbieten, berichtete Kastner. 

Wird die Zwischenlösung zur Dauerlösung?

Wie lange die Viertelanwohner in Wüstenahorn auf diese Alternativen zurückgreifen müssen, bleibt nach aktuellen Informationen unklar. Weder Sauerteig noch Meyer wollten sich festnageln lassen, wann ein neuer Nahversorger seine Türen öffnet – und welche Marke es sein wird. Es sei schwierig, sagt Meyer, konkrete Zeitpläne zu benennen. Aber Konkretheit wird es brauchen, um, wie er und Sauerteig es selbst beschrieben haben, „Licht ins Dunkle zu bringen“. 

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