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Ende einer Ära
Wie geht’s jetzt weiter mit der Cortina in Coburg?
„Ich werde wahrscheinlich täglich vorbeikommen“, sagt Bianca Da Col. Dem neuen Inhaber des Eiscafés Cortina, Enrico Pizzato, wünschen sie und ihr Mann Harald Rathai alles Gute.
„Ich werde wahrscheinlich täglich vorbeikommen“, sagt Bianca Da Col. Dem neuen Inhaber des Eiscafés Cortina, Enrico Pizzato, wünschen sie und ihr Mann Harald Rathai alles Gute. // Oliver Schmidt
Coburg – Vor 70 Jahren hatte die Familie da Col die Eisdiele Cortina in Coburg eröffnet. Dass es jetzt zu einem Wechsel kommt, dürfte viele Stammgäste schmerzen. Aber Bianca da Col will im Gespräch mit dem Tageblatt keine Traurigkeit aufkommen lassen.

Bianca Da Col und Harald Rathai sind seit jeher für ihre große Herzlichkeit bekannt. Bewundernswert, dass sie diesen Wesenszug auch jetzt noch haben, da sie eine sehr schwierige Zeit durchmachen müssen. Denn obwohl die Eis-Saison 2023 längst begonnen hat, befand sich die „Cortina“ der Familie Da Col bis zuletzt im Winterschlaf. Auf einem Zettel an der verschlossenen Eingangstür gab’s die ehrliche Erklärung: „Aus gesundheitlichen Gründen“ werde man das Eiscafé leider nicht wie gewohnt öffnen können.

Am Freitag nun herrschte plötzlich hektische Betriebsamkeit im Steinweg 6. Auf Nachfrage gab’s eine gute und eine traurige Nachricht. Ja, die „Cortina“ macht wieder auf; und zwar bereits an diesem Samstag. Aber Bianca Da Col und Harald Rathai haben beschlossen, sich zurückzuziehen.

Personal wird übernommen

Obwohl sich jeder denken kann, dass dies keine einfache Entscheidung war, möchte Bianca Da Col im Gespräch mit dem Coburger Tageblatt keine Traurigkeit aufkommen lassen. Stattdessen ist sofort wieder diese Herzlichkeit zu spüren. Die aufgeräumte Stimmung mag auch daran liegen, dass Bianca Da Col und Harald Rathai  einen Nachfolger gefunden haben, den sie sehr mögen, wie sie sagen: Enrico Pizzato. Dieser betreibt am Albertsplatz bereits die Eisdiele „San Geladona“. Auf gewisse Weise schließe sich damit sogar ein Kreis, wie Bianca Da Col erklärt. Denn der Vater von Enrico Pizzato habe einst unter ihrem Vater in der „Cortina“ gearbeitet.

Wechsel in Coburg: Bianca Da Col und ihr Mann Harald haben das Eiscafé Cortina an Enrico Pizzato (rechts) übergeben.
Wechsel in Coburg: Bianca Da Col und ihr Mann Harald haben das Eiscafé Cortina an Enrico Pizzato (rechts) übergeben. // Oliver Schmidt

Enrico Pizzato kündigte an, dass er für die Produktion des Cortina-Eises auch die entsprechenden Räume der Cortina nutzen werde, die sich noch am alten Cortina-Standort auf der Mauer befinden. „Er bekommt auch alle Rezepte von uns“, sagt Bianca Da Col. Denn die „Cortina“ soll unter neuer Leitung möglichst so sein, wie „Cortina“-Fans sie kennen und schätzen. Sehr dankbar sind Bianca Da Col und Harald Rathai ihrem Nachfolger auch, dass er das gesamte Personal übernimmt.

Auf dem besagten Zettel, der bis vor wenigen Tagen an der Eingangstür hing, war auch noch Folgendes zu lesen: „Wir hoffen, Sie bald wiederzusehen. Viele Grüße, Bianca und Harald.“ Und ein solches Wiedersehen soll es sogar möglichst oft geben, wie Bianca Da Col sagt: „Ich werde wahrscheinlich sogar täglich vorbeikommen.“

Kleines Eisdielen-Abc von Coburg

Cortina Die „Cortina“ ist eine echte Institution in Coburg. Seit 1953 wird die Eisdiele von der Familie Da Col betrieben; anfangs in der Hindenburgstraße, später im Steinweg und ab 1980 am Gräfsblock. Seit 2016 ist die Cortina im Steinweg 6 zu finden. Die Eisproduktion findet allerdings noch immer in einem Raum am Gräfsblock/Ecke Mauer statt.

Panciera Das Eiscafé Panciera gibt es ebenfalls bereits seit 1953 in Coburg, laut „Coburg Marketing“ war es damals sogar „das erste italienische Eiscafé in Coburg“ – also noch knapp vor der Cortina. Die Panciera befindet sich direkt am Marktplatz und wird heute in vierter Generation betrieben.

Adria Das Eiscafé Adria in der Hindenburgstraße 14 gibt es seit 1980. Inhaber Davide Caregnato hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als er am Neujahrstag sein Café spontan öffnete. Denn: Es waren damals Temperaturen von fast 20 Grad! Das Eiscafé Adria ist aber ohnehin dafür bekannt, dass es kaum eine Winterpause macht. Lediglich vor und nach Weihnachten ist es für ein paar Wochen geschlossen; Davide Caregnato nutzt diese Zeit meistens, um in seine italienische Heimat zu fahren.

San Geladona Enrico Pizzato eröffnete seinen „Eis-Shop“ 2016 am Albertsplatz. Der Vater von Enrico Pizzato ist übrigens Fabio Pizzato, der in Neustadt "Fabio's Eiscafe" hat.

Eis-Center Guido Michielin ist mit seinem „Eis-Center“ in der Herrngasse in die mittlerweile 32. Saison gestartet.

Stadtcafé Auf selbstgemachte Eisspezialitäten setzt auch das Stadtcafé am Ilse-Kohn-Platz, das in den 50er und 60er Jahren noch als „Milchbar“ firmierte. Seit 1971 heißt es Stadtcafé , seit 1994 wird es von der Familie Minuzzi betrieben.

Schubart Die traditionsreiche Coburger Konditorei und Bäckerei Schubart stellt auch eigenes Eis her. Angeboten wird es unter anderem an einem Verkaufsfenster im Café Pfannküchle am Marktplatz.

Cortendorfer Stadel In der Schemannstraße im Stadtteil Cortendorf wirbt der „Cortendorfer Stadl“ mit Eis aus einer eigenen Manufaktur; als Partner fungiert dabei die Marke „Eiskalte Schnauze“ aus Hamburg.

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