Alle Betrugsversuche liefen nach dem gleichen, perfiden Muster ab. Glücklicherweise scheiterten die Betrüger in jedem einzelnen Fall an der Geistesgegenwart der angerufenen Bürger.
Weinen und Schluchzen am Telefon
Die unbekannten Täter nutzten eine bewährte emotionale Druckmasche: Zu Beginn des Telefonats war jeweils ein lautes Weinen oder Schluchzen zu hören, womit die Stimme eines vermeintlichen Angehörigen in einer akuten Notlage vorgetäuscht werden sollte.
Anschließend übernahm ein angeblicher Behördenvertreter, etwa ein Polizist oder Staatsanwalt, das Gespräch. Den Angerufenen wurde suggeriert, dass die eigene Tochter oder der Sohn einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und dabei einen Radfahrer lebensgefährlich oder tödlich verletzt habe. Um eine sofortige Haftstrafe abzuwenden, forderten die Betrüger die Zahlung von Kautionen im jeweils sechsstelligen Euro-Bereich.
Betrüger gingen leer aus
Alle kontaktierten Personen durchschauten den Betrugsversuch rechtzeitig, beendeten das Telefonat und verständigten die tatsächliche Polizei. Es kam zu keinem Vermögensschaden. Die Polizeiinspektion Kulmbach hat in allen Fällen die Ermittlungen wegen versuchten gewerbsmäßigen Bandenbetrugs aufgenommen.
Da die Täter gezielt ältere Mitbürger über das Telefon kontaktieren, bittet die Polizei insbesondere jüngere Menschen, das Thema aktiv in der Familie anzusprechen. Klären Sie Ihre älteren Angehörigen, Eltern und Großeltern, über diese Betrugsmaschen auf. Oft genügt bereits ein kurzes Gespräch über die Vorgehensweise der Täter, um Seniorinnen und Senioren im Ernstfall vor dem Verlust ihrer lebenslangen Ersparnisse zu schützen.
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