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Mehrere Fälle
Oberfränkin übergibt Betrügern 70.000 Euro - so sah der Abholer aus
Oberfranken: Schockanrufer machen reichlich Beute - Frau verliert 70.000 Euro
Mehrere Oberfranken wurden am Donnerstag Opfer von Schockanrufen. (Symbolbild) // Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Kulmbach – Betrüger haben in Franken mehrere Menschen mit Schockanrufen um hohe Geldbeträge gebracht. Die Polizei mahnt einmal mehr zur Vorsicht.
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Immer wieder geraten ältere Menschen aus Franken ins Visier von Betrügern, die mit sogenannten Schockanrufen großen Druck auf ihre Opfer ausüben und sie dann um ihr Erspartes bringen. In Oberfranken war dieses schamlose Vorgehen in den vergangenen Tagen wieder einmal mehrfach von Erfolg gekrönt - in einem Fall verlor eine Frau aus dem Kreis Hof sogar auf einen Schlag knapp 70.000 Euro.

Wie die Polizei berichtet, hatten die Betrüger am Donnerstag (22. Oktober 2026) jedoch zunächst mit einer Seniorin aus Stammbach im Kreis Hof Kontakt aufgenommen. Die Täter tischten ihr eine Geschichte auf, laut der ihre Tochter an Krebs erkrankt sei und ein etwa 200.000 Euro teures Medikament aus der Schweiz benötige, dessen Kosten nun vorfinanziert werden müssten. 

Schockanruf im Kreis Hof - Kriminalpolizei ermittelt

Nach einem rund dreistündigen Telefongespräch erschien gegen 17.30 Uhr ein bislang unbekannter Mann zu Fuß an der Gartentür des Hauses in der Frankstraße und nahm die von der Frau vorbereiteten Wertsachen - Schmuck und Bargeld im Wert von etwa 30.000 Euro - entgegen. Der Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • etwa 35 Jahre alt
  • 1,80 bis 1,90 Meter groß
  • kräftig beschrieben
  • dunkler Teint
  • rundes Gesicht
  • trug er eine Jacke mit der Aufschrift "Novus"

Zeugen, die am Donnerstagnachmittag im Bereich der Frankenstraße verdächtige Personen oder Beobachtungen gemacht haben, bittet die Hofer Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 09281/704-0 um Meldung.

Kulmbacher Seniorin verliert 70.000 Euro - Abholer entkommt Fahndung

Etwas später fiel dann auch eine ältere Dame aus Kulmbach einer ähnlichen Masche zum Opfer. Ihr hatten Betrüger eingeredet, dass sich ihre Tochter  in Lebensgefahr befindet und für eine Behandlung eine hohe Geldsumme als Sicherheit hinterlegt werden muss. Gegen 19.30 Uhr übergab die Frau vor ihrer Haustür im Bereich Ängerlein schließlich Bargeld und mehrere Goldmünzen an einen unbekannten Mann. Die Wertsachen hatte sie in einer Blechdose bereitgestellt, der Vermögensschaden liegt nach bisherigen Erkenntnissen bei über 70.000 Euro. Der Abholer wird in diesem Fall folgendermaßen beschrieben:

  • 40 Jahre alt
  • rund 1,80 Meter
  • dunkle Haare
  • sprach fränkischen Dialekt.

Eine anschließende Fahndung unter Beteiligung zahlreicher Polizeikräfte blieb ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei Bayreuth bittet Zeugen, die im Bereich Ängerlein verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 0921/506-0 zu melden.

Weiterer Fall im Kreis Forchheim

Mit einem ganz ähnlichen Fall hatten es die Ermittler am Donnerstag übrigens auch im Kreis Forchheim zu tun. In der Gemeinde Neunkirchen am Brand übergab ein Senior am Egloffsteiner Weg gegen 17.30 Uhr etwa 25.000 Euro Bargeld an einen unbekannten Abholer. Bereits vier Stunden zuvor hatte ihn eine Frau angerufen, die sich als Polizeibeamtin namens "Krüger" ausgab.

Die ominöse Frau Krüger erklärte dem Mann, dass seine Tochter einen Menschen totgefahren habe. Um eine Haftstrafe abzuwenden, müsse eine Kaution von mehreren zehntausend Euro bezahlt werden. Nach mehreren Stunden am Telefon übergab der Mann schließlich das Bargeld. Weitere Hinweise zum Abholer liegen in diesem Fall nicht vor. Die Kriminalpolizei Bamberg bittet Zeugen, die im Bereich des Egloffsteiner Wegs verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 0951/9129-491 zu melden.

Die Polizei mahnt die Bevölkerung in ihrer Mitteilung zu den Fällen einmal mehr zur Vorsicht: "Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Die Polizei verlangt niemals Bargeld oder Wertgegenstände als Kaution. Beenden Sie im Zweifel das Gespräch und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer. Übergeben Sie Unbekannten niemals Geld oder Wertsachen. Verständigen Sie bei einem Betrugsverdacht die Polizei über den Notruf 110."

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