Bilanz
Klinikum Kulmbach steht finanziell gut da
Am Donnerstag  wird an diesem Erweiterungsbau, der gegenwärtig eingerüstet ist, Richtfest gefeiert.
Am Donnerstag wird an diesem Erweiterungsbau, der gegenwärtig eingerüstet ist, Richtfest gefeiert.
Foto: Werner Reißaus
Kulmbach – Es werden erneut Millionenbeträge in Erweiterungen des Klinikums investiert. Die wirtschaftliche Lage ist gut.

Wie Geschäftsführerin Brigitte Angermann aufzeigte, beträgt das Haushaltsvolumen 2022 insgesamt nahezu 200 Millionen Euro, der Erfolgsplan schließt in Erträgen und Aufwendungen mit 179 793 090 Millionen Euro ab und der Vermögensplan in Einnahmen und Ausgaben mit 20 036 614 Euro. Der Erfolgsplan ist erneut geprägt von Einnahmeverlusten und Ausgleichszahlungen im Bereich der Corona Pandemie.

Im Vermögensplan erhöhen sich die Bauinvestitionen und Fördermittel, weil in diesem Jahr mit dem Innenausbau begonnen werden konnte. Die größten Positionen auf der Aufwandseite sind Löhne und Gehälter mit 77, 5 Millionen Euro, Sozialabgaben mit 13,5 Millionen Euro, medizinischer Bedarf mit 30,5 Millionen Euro sowie Verwaltungsbedarf und erfolgswirksame Abschreibungen mit jeweils 3,4 Millionen Euro.

Hohe Eigenkapitalquote

Das gesamte Anlagevermögen einschließlich Fachklinik und Wohnbereich bezifferte Geschäftsführerin Brigitte Angermann derzeit nach Abzug der Abschreibungen auf 132 Millionen Euro. Die Bilanzsumme 2021 beläuft sich auf 199,5 Euro und die Eigenkapitalquote beträgt rund 45 Prozent, einschließlich der Sonderposten sogar 64 Prozent.

Das seien Zahlen, die sich trotz der Investitionen auf dem baulichen Sektor nach den Worten der Geschäftsführerin im Vergleich zu anderen Kliniken absolut sehen lassen könnten: „Das Klinikum steht demnach weiterhin sehr gut da, und dies ist auch Ausdruck der hervorragenden Arbeitsleistung aller Mitarbeiter im Unternehmen.“ Hier würdigte Brigitte Angermann mit Blick auf Corona vor allem die „maximale Flexibilität“ der Mitarbeiter.

Das Klinikum Kulmbach ist nach den Worten des Vorsitzenden im zuständigen Zweckverband, Landrat Klaus Peter Söllner (FW), „ein Leuchtturm für ganz Oberfranken“. Die finanzielle Belastung für Stadt und den Landkreis sei trotz millionenschwerer Investitionen auch weiter nicht notwendig, weil diese mit Eigen- und Fördermitteln des Freistaates finanziert würden.

Während andere Kliniken und Krankenhäuser in teils schwierige Fahrwasser geraten, hat sich das Klinikum Kulmbach mit der Fachklinik Stadtsteinach hervorragend behauptet. Söllner: „Ich will nicht in Euphorie ausbrechen, aber es ist eine großartige Gesamtleistung. Wir können stolz darauf sein und mit vollem Vertrauen in die Zukunft blicken.“

Geschäftsführerin gelobt

Der Zweckverbandsvorsitzende lobte dabei die herausragende Arbeit von Geschäftsführerin Brigitte Angermann und dankte auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für deren Arbeit in einer extrem schwierigen Zeit. Einstimmig verabschiedet wurde der Erfolgsplan in Erträgen und Aufwendungen mit 179,8 Millionen Euro und der Vermögensplan mit rund 20 Millionen Euro in den Einnahmen und Ausgaben.

Wie der Zweckverbandsvorsitzender feststellte, konnten durch die anhaltende Corona-Pandemie mit sich ständig verändernden Varianten erst jetzt Aufwendungen und Erlöse in etwa abgeschätzt werden. Der Wirtschaftsplan wurde unter der Prämisse erstellt, dass ein weiterer Lockdown mit Freihaltung von Kapazitäten und Aussetzen von planbaren Eingriffen im Herbst ausbleibt.

Das Thema Personalgewinnung stellt nach wie vor eine der größten Herausforderungen für das Klinikum Kulmbach-Stadtsteinach dar, vor allem im ärztlichen Dienst und im Pflegedienst. Mit diesem Problembereich war der Zweckverband auch in der anschließend nicht-öffentlichen Sitzung beschäftigt.

Akademisches Lehrkrankenhaus

Die Anerkennung als akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena ist nach den Worten von Landrat Söllner ein wichtiger Schritt, um qualifizierten Ärztenachwuchs zu gewinnen und frühzeitig an das Klinikum zu binden. Nicht unerwähnt ließ Söllner, dass in den vergangenen Jahren viele Maßnahmen ergriffen worden seien, um den Pflegemangel entgegenzuwirken. Hier verwies er auf die Vorhaltung einer eigenen Berufsfachschule. Am 1. September 2022 haben 22 Mitarbeiter die Ausbildung zum Pflegefachmann beziehungsweise zur Pflegefachfrau begonnen. Außerdem werden vier Pflegefachhelfer in Kooperation mit der Pflegeschule in Stadtsteinach ausgebildet.

Erfreulich, dass durch die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten das Klinikum erstmals 107 Auszubildende hat. Mehr als die Hälfte davon sind im klassischen Pflegebereich tätig. Im Stellenplan 2022 sind 1328,85 Stellen ausgewiesen. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber 2021 um 68,37 Planstellen.

1800 Mitarbeitende

Insgesamt sind am Klinikum mit der Fachklinik Stadtsteinach derzeit 1800 Bedienstete beschäftigt – damit ist die Einrichtung weiter größter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb in der Region.

 

 

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