Vernissage
Profi-Künstler erobern das Turbinenhaus
F-Signet von Sonja Adam Fränkischer Tag
Kulmbach – Der Kunstverein Kulmbach bereitet die Gemäuer der Alten Spinnerei für eine Ausstellung der Superlative vor.

Aktuell wird noch mit Hochdruck im Alten Turbinenhaus gewerkelt. Nicht, weil das Gebäude instandgesetzt wird, sondern weil an dem rohen Mauerwerk Kunst der Extraklasse installiert wird.

Künstler Georg Köstner steigt selbst auf die Leiter, um seine Werke zu hängen.
Künstler Georg Köstner steigt selbst auf die Leiter, um seine Werke zu hängen.
Foto: Sonny Adam

Der Stadtsteinacher Künstler Georg Köstner greift zu einer schon etwas in die Jahre gekommenen Zange, klettert auf eine Leiter und befestigt seine eigenen Bilder. Es handelt sich um plakative, farbenfrohe Werke. Jeder Künstler ist selbst für die Präsentation verantwortlich. Doch natürlich nur an dem Platz, der ihm zugewiesen wurde. Köstner hat seine Bilder schnell gehängt. Doch schwieriger wird es schon, den richtigen Standplatz seiner Rost-Skulpturen zu finden. „Mittig geht gar nicht“, sagt Köstner. Und natürlich möchte er auch nicht mit anderen Werken in Konkurrenz treten.

 

Cornelia Morsch zeigt nur ein einziges Bild, das sie gefertigt hat. Eine unabhängige Jury des Bundesverbandes Bildender Künstler hat die Auswahl für die Ausstellung getroffen. Ein Drittel aller eingereichten Arbeiten mussten ausjuriert werden.
Cornelia Morsch zeigt nur ein einziges Bild, das sie gefertigt hat. Eine unabhängige Jury des Bundesverbandes Bildender Künstler hat die Auswahl für die Ausstellung getroffen. Ein Drittel aller eingereichten Arbeiten mussten ausjuriert werden.
Foto: Sonny Adam

Motto: „Verbinden – Verbunden“

Auch im Obergeschoss ringen Künstler um den richtigen Platz und überlegen, ob alles richtig hängt, ob die Werke gut zur Geltung kommen. Insgesamt achtzig Kunstwerke werden derzeit platziert – von 29 verschiedenen Künstlern. Cornelia Morsch ist besonders stolz, dass auch ein Werk von ihr einjuriert worden ist. Den Vorsitz der Jury hatte Gerhard Schlötzer, Vorsitzender des Bundesverbandes Bildender Künstler Oberfranken. Das Motto „Verbinden – Verbunden“ hat viele Künstler angesprochen. So viele, dass ein Drittel aller Arbeiten aussortiert werden musste. Die Künstler, die jetzt ihre Werke zeigen können, sind allesamt Profis.

Die Auswahl der Bilder wurde  von einer Jury  vorgenommen.
Die Auswahl der Bilder wurde von einer Jury vorgenommen.
Foto: Sonny Adam

Das Motto ist auch eine Erinnerung an die schwierigen Monate und Jahre der Vergangenheit. Denn viele Künstler haben die Verbindung zu anderen verloren. Jetzt gilt es, wieder Verbindung aufzunehmen und zu demonstrieren, dass man noch verbunden ist. Das Motto wird nicht nur für das Turbinenhaus gelten, sondern ab 23. September wird es im Landratsamt Kulmbach eine zweite jurierte Ausstellung mit diesem Titel geben. Darüberhinaus setzt der Kunstverein mit diesen Ausstellungen den Auftakt zur Einrichtung einer Artothek. Die Kunstwerke, die dort gezeigt werden sollen, werden nicht angekauft, sondern von den Künstlern gestellt.

 

Die Strohhalm-Kreationen stammen von Judith Bauer-Bornemann, die  farbenfrohen Kunstwerke von Marius Seidliz.
Die Strohhalm-Kreationen stammen von Judith Bauer-Bornemann, die farbenfrohen Kunstwerke von Marius Seidliz.
Foto: S. Adam

Von Bauer bis Westien

Folgende Künstler sind bei der Ausstellung „Verbinden-Verbunden“ im Turbinenhaus mit dabei: Judith Bauer-Bornemann, Walli Bauer, Harald Burger, Thomas Brix, Karin Drechsler-Ruhmann, Henrike Franz, Lucie Kazda, Georg Köstner, Elvira Lantenhammer, Barbara Mäder-Ruff, Cornelia Morsch, Jo Niklaus, Hans Niklaus, Gert Ressel, Bernd Romankiewitz, Gerhard Popp, Margit Rehner, Irene Reinhardt, Veronika Riedl, Lucia Scheid-Nam, Heidemarie Schellwanich Fries, Gudrun Schüler, Michaela Schwarzmann, Marius Seidliz, Christiana Sieben, Maria Söllner, Bettina Specht, Claus Tittmann und Ute Westien.

Die Filzobjekte sind Charakterköpfe von Irene Reinhardt, die Strukturbilder stammen von Harald Burger.
Die Filzobjekte sind Charakterköpfe von Irene Reinhardt, die Strukturbilder stammen von Harald Burger.
Foto: Sonny Adam
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