Nepalhilfe
Kulmbacher Nepalhelfer sind immer wieder vor Ort
Tobias Geißler (links) und sein Vater  Peter Geißler haben bereits mehrfach in Nepal geholfen.
Tobias Geißler (links) und sein Vater Peter Geißler haben bereits mehrfach in Nepal geholfen.
Foto: Werner Reißaus
F-Signet von Werner Reißaus Fränkischer Tag
Kulmbach – Die Kulmbacher Nepalhilfe gibt es seit 20 Jahren. Peter und sein Sohn Tobias Geißler waren bereits mehrfach vor Ort.

Peter Geißler und Sohn Tobias sind beide im Kulmbacher Gewürzwerk Raps GmbH & Co. KG beschäftigt. Sie waren schon vier Mal für die Kulmbacher Nepalhilfe zu Arbeitseinsätzen in dem Land zwischen Indien und Tibet, das durch seine Tempel und das Himalaya-Gebirge, in dem auch der Mount Everest liegt, bekannt ist.

Ein Flug kostet derzeit rund 1500 Euro, vor fünf, sechs Jahren waren das noch 700 bis 800 Euro. Peter Geißler ist der Raps-Stiftung dankbar, die diese Reisekosten finanziell unterstützt: „Das war auch der Ansatz, den Blick für die Raps-Mitarbeiter über den Tellerrand hinaus zu öffnen. Wo kommen die Gewürze her ? – Da gehen wir hin, um zu helfen.“

Schon immer für Nepal interessiert

Peter Geißler (56) gesteht, dass er schon immer ein Interesse für Asien und konkret auch Nepal hatte: „Ich habe ein indisches Patenkind sehr lange unterstützt, und meine Tochter hat in Indien ihr freiwilliges, soziales Jahr absolviert. Das Interesse kam schon daher, dass wir in unserer Familie immer darauf geschaut haben, dass die Welt rund ist und andere Menschen vielleicht nicht ganz so viel zum Leben haben.“

Ausschlaggebend war dann das schwere Erdbeben in Nepal im Jahr 2015. Die Raps-Stiftung hat damals erklärt, dass sie eine Hilfsaktion unterstützen würde, mit der Absicht, so schnell wie möglich ein paar Häuser aufzubauen.

Peter Geißler: „Das erste Mal war ich 14 Tage in dem Land. Man meint, man geht dort in einen Baumarkt, kauft Zement und Stahl – aber das läuft in dem Land nicht so. Die Nepalesen sind fleißig, aber wir mussten erst einmal die Grundstücksverhältnisse klären. Dann war auch eine Anschubfinanzierung notwendig. Das haben wir dann sicherstellen können. Inzwischen konnten 38 erdbebensichere Häuser errichtet werden.“

Geld geht 1:1 an die Menschen

Was Peter Geißler bei der Nepalhilfe fasziniert hat: „Mit dem Geld passiert wirklich was. Es geht 1:1 ganz unkompliziert an die Menschen.“

Eine weitere Erfahrung vor Ort: „Wenn in Nepal Weiße auf eine Baustelle kommen, dann sind auch die Bauarbeiter da, weil sie einfach wissen, da ist Geld da und auch ein Plan, wie gebaut wird.“ Die Häuser - meist neun auf neun Meter – wurden individuell mit einem Flachdach errichtet, auf dem in der Regel die Wäsche getrocknet wurde. Und wichtig ist auch, dass für die Gäste immer eine Überdachung geschaffen wurde. Geißler ist begeistert von der Freundlichkeit der Menschen: „Wenn man sich als Fremder hinsetzt, dann bekommt man zur Begrüßung immer eine Gurke und ein Glas Wasser.“

 

Nach dem Erdbeben dort

Sohn Tobias trat unmittelbar nach dem Erdbeben das Abenteuer an und blieb gleich sechs Wochen in Nepal. Weitere Hilfsaktionen folgten gemeinsam mit dem Vater: „Mich hat die Hilfsaktion einfach gefesselt, dabei in einer spannenden Kultur mit lieben Menschen, aber auch mit vielen Problem beim Wiederaufbau. Wir hatten viele Optionen, auf unterschiedlicher und einfachster Art zu helfen, mit den Dingen, die ich kenne und auch kann. Und was Gutes zu tun, ist immer zufriedenstellend“, unterstreicht er.

Herzlichkeit der Menschen

Was sich bei Peter Geißler bei seinen Einsätzen in Nepal besonders eingeprägt hat, das waren die Menschen und deren Herzlichkeit: „Aber auch die Umstände, wie die Nepalesen im Chaos zurechtkommen.“

Sohn Tobias, der 2019 das letzte Mal in Nepal war, hat in dem Land auch Freunde gefunden: „Mit Razu lernte ich einen Lehrer kennen, der für uns eine Verbindungsperson war. Ihn hatte ich einmal eingeladen, und er war zur Bierwoche da, die ihm gut gefallen hat. Für mich ist der Einsatz mit der Nepalhilfe auch eine Erfüllungsaufgabe.“

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