Einen umfassenden Einblick in die vielfältige soziale Arbeit des Diakonie-Verbundes Kulmbach erhielt Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern, bei ihrem Besuch verschiedener Einrichtungen des Verbundes. Gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Vorstand Jürgen Dippold besuchte sie mehrere Standorte und informierte sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern.
Gespräch mit Jürgen Dippold gesucht
Der Besuch begann in der Geschäftsstelle des Diakonie-Verbundes Kulmbach, wo Sandra Schuhmann zunächst das Gespräch mit Jürgen Dippold suchte. Im Mittelpunkt standen die vielfältigen Aufgaben und Angebote des Verbundes, der mit seinen Unternehmen und Einrichtungen Menschen aller Altersgruppen begleitet und unterstützt – von der frühkindlichen Bildung über Hilfen zur Erziehung und berufliche Integration bis hin zu Pflege- und Inklusionsangeboten.
Erste Station war die Montessori Kindertagesstätte in der Waaggasse, die von der DIE KITA gGmbH betrieben wird. Dort standen aktuelle Entwicklungen der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote im Fokus. Trotz vielerorts sinkender Kinderzahlen sind die Plätze der Einrichtung weiterhin sehr gut belegt.
Sandra Schuhmann besonders an Inklusion interessiert
Intensiv wurde über die Bedeutung des Spracherwerbs und der sprachlichen Bildung gesprochen, die aktuell einen wichtigen Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit darstellen. Ebenso stellte die Einrichtung ihr Montessori-Konzept vor. Besonderes Interesse zeigte Sandra Schuhmann am Thema Inklusion.
Dabei ging es nicht nur um die Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen, sondern auch um die Einbindung von Mitarbeitenden mit Behinderung. Vorgestellt wurde in diesem Zusammenhang das verbundweite Projekt „4.0 Mitarbeiter“, das Menschen mit Behinderung bei der Integration in Betriebe des allgemeinen Arbeitsmarktes begleitet und unterstützt.
Sandra Schuhmann stellt zahlreiche Fragen zu Rahmenbedingungen
Anschließend besuchte die Vorständin den Fachbereich Familie und Erziehung der Geschwister-Gummi-Stiftung am Schießgraben. Aufgrund ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe brachte Sandra Schuhmann eine hohe fachliche Expertise mit und stellte zahlreiche vertiefende Fragen zu den Angeboten und Rahmenbedingungen der stationären Jugendhilfe.
Diskutiert wurden insbesondere die Herausforderungen bei der Refinanzierung von Leitungsaufgaben in Wohngruppen. Angesichts steigender Anforderungen durch Aufsichtsbehörden und Kostenträger wurde der Wunsch nach einer realistischeren Berücksichtigung des tatsächlichen Leitungsaufwandes deutlich gemacht.
Sandra Schuhmann beeindruckt von fachlicher Haltung
Ebenso standen aktuelle fachpolitische Entwicklungen im Mittelpunkt des Austausches. Besprochen wurde der im Referentenentwurf zum SGB VIII angedeutete Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendhilfe. Einigkeit bestand darin, dass die individuelle Bedarfsorientierung junger Menschen auch künftig die Grundlage fachlicher Entscheidungen bleiben müsse und nicht durch eine reine Kosten- oder Budgetlogik ersetzt werden dürfe. Sandra Schuhmann zeigte sich zudem beeindruckt von der fachlichen Haltung und pädagogischen Ausrichtung der Einrichtungen. In der Jugendwerkstatt der Geschwister-Gummi-Stiftung wurde deutlich, wie erfolgreich sich das Angebot in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
Sandra Schuhmann ist dort keine Unbekannte; seit vielen Jahren bestehen enge Kontakte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Umso beeindruckter zeigte sie sich von den Fortschritten der Einrichtung, die heute zu den größten diakonischen Jugendwerkstätten Bayerns zählt. Mit den Gewerken Malerei, Schreinerei, Wäscherei bietet die Jugendwerkstatt vielfältige Möglichkeiten für Beschäftigung, Berufsvorbereitung und Ausbildung junger Menschen. Besonders hervorgehoben wurden die hohe Innovationskraft der Einrichtung sowie die Fähigkeit, pädagogische Zielsetzungen und betriebliche Anforderungen erfolgreich miteinander zu verbinden.
Beim gemeinsamen Essen wird niemand ausgegrenzt
Die klare Zukunftsvision und die strategische Weiterentwicklung der Angebote fanden große Anerkennung. Den Abschluss des Besuches bildete die Menüfaktur der Diako-Oberfranken gGmbH. Der Inklusionsbetrieb versorgt täglich rund 3500 Menschen mit Mahlzeiten und beliefert dabei Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Justizvollzugsanstalten sowie Kundinnen und Kunden von „Essen auf Rädern“.
Darüber hinaus bietet die Menüfaktur Catering für Veranstaltungen aller Art an. Besonders beeindruckt zeigte sich Sandra Schuhmann von dem Konzept einer Gemeinschaftsverpflegung für alle Menschen – unabhängig von individuellen Ernährungsbedürfnissen, Unverträglichkeiten oder gesundheitlichen Einschränkungen. Sie hob hervor, wie wertvoll es sei, dass alle Gäste gemeinsam an einem Tisch essen können, ohne dass einzelne Personen ausgegrenzt werden.
Ebenso würdigte sie die gelebte Inklusion im Betrieb, in dem Menschen mit und ohne Behinderung täglich Hand in Hand zusammenarbeiten. Anerkennung fand auch die komplexe logistische Leistung der Menüfaktur. Angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Kunden, Lieferorte und Anforderungen zeigte sich Sandra Schuhmann beeindruckt und brachte ihre Wertschätzung mit den Worten zum Ausdruck, sie ziehe „den Hut“ vor dieser Leistung.
Jürgen Dippold: Wertvolle Gelegenheit zum Gespräch
Der Besuch machte deutlich, wie breit und vielfältig das Angebot des Diakonie Verbundes Kulmbach aufgestellt ist. Zum Verbund gehören neben dem Diakonischen Werk Kulmbach-Thurnau e. V. mit seinen Angeboten in den Bereichen Pflege, Beratung, soziale Unterstützung und Teilhabe auch die DIE KITA gGmbH mit 17 Kindertagesstätten sowie die Geschwister-Gummi-Stiftung mit ihren vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Gemeinsam mit der Menüfaktur bilden sie ein starkes Netzwerk sozialer Dienstleistungen in der Region.
„Der Besuch von Frau Schuhmann war für uns eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen direkt mit der Landesebene zu besprechen“, betonte der Geschäftsführende Vorstand Jürgen Dippold. Gleichzeitig habe der Austausch gezeigt, wie wichtig starke soziale Strukturen und innovative Angebote für die Menschen in der Region seien.
Sandra Schuhmann zeigte sich am Ende ihres Besuches beeindruckt von der Vielfalt, der fachlichen Qualität und dem großen Engagement der Mitarbeitenden. Der Diakonie-Verbund Kulmbach leiste mit seinen Einrichtungen einen wichtigen Beitrag für gesellschaftliche Teilhabe, Bildung, Integration und soziale Unterstützung in Oberfranken.
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