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Reichspogromnacht
Mahnwache in Kulmbach: Ein Gebet für jeden Ermordeten
Gerd Brikzinsky hält anlässlich der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 vor dem Zinsfelder-Brunnen eine Mahnwache für die verfolgten jüdischen Familien Kulmbachs ab. Die Aufnahme entstand 1996. Stadtarchiv
Gerd Brikzinsky hält anlässlich der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 vor dem Zinsfelder-Brunnen eine Mahnwache für die verfolgten jüdischen Familien Kulmbachs ab. Die Aufnahme entstand 1996. Stadtarchiv // 
Signet des Fränkischen Tags von Wolfgang Schoberth
Kulmbach – Zur Reichspogromnacht findet in Kulmbach eine Mahnwache für die Opfer jüdischen Glaubens statt.
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Am heutigen Montag findet wiederum ein stilles Gedenken an die Kulmbacher Familien jüdischen Glaubens statt, die in der Stadt gelebt und gearbeitet haben, doch nach dem Jahr 1933 zunehmenden Schikanen und Verfolgungen ausgesetzt waren.

Elf Menschen ermordet

Elf der fast 40 Kulmbacher jüdischen Glaubens sind ermordet worden. Das Schicksal drei weiterer ist ungeklärt. Die, die sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten (überwiegend in die USA), mussten ihr Hab und Gut oft komplett zurücklassen.

Der Wahl-Kulmbacher Gerd Brikzinsky (1926–2009), ein couragierter, friedensbewegter Individualist, hat in den 1970er-Jahren das Gedenken an die Opfer am Zinsfelder Brunnen begründet.

Kerze für jeden Ermordeten

Anneliese Haun hat vor einigen Jahren die Tradition in anderer Form wiederbelebt: Die Namen und Lebensgeschichten der Verfolgten und Ermordeten werden verlesen. Für jeden der Ermordeten wird eine Kerze aufgestellt und ein Gebet gesprochen.

Der größte Völkermord

Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 ist der Auftakt zum größten Völkermord in der Geschichte. Antisemitismus und Rassismus werden im NS-Staat offiziell die Grundlage der Politik. In der Nacht werden Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört; 30.000 Menschen werden verhaftet und verschleppt.

Zehnjährige verspottet

In Kulmbach wurden die Haushaltsvorstände der jüdischen Gemeinde, Karl Weiß, Nathan Flörsheim, Siegmund und Karl Strauß, verhört und im Fronfestenturm in „Schutzhaft“ genommen.

Am Tag darauf wurde der zehnjährige Albert Davissohn von dem Rektor der Oberen Schule zum Spott und Hohn seiner Mitschüler als „Judenbub“ durch das Gebäude geführt.

Am Sonntag, 13. November, wurde eine verheiratete Frau von einem Mob durch die Innenstadt getrieben, die ein Verhältnis mit einem Viehhändler gehabt haben soll.

Die Gedenkstunde am Montag. 9. November, beginnt um 18 Uhr.

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