Vermeintlich hilflos sitzt das winzige Federknäuel da und piepst zum Herzerweichen: ein Jungvogel, womöglich aus dem Nest gefallen. Da möchte man doch helfen und das Vögelchen an sich nehmen!
LBV Kulmbach: Nicht jeder Vogel ist hilfsbedürftig
"Bitte nicht!", sagt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). In einer Pressemitteilung rät die Kreisgruppe Kulmbach, scheinbar verlassene Jungvögel und andere Tierkinder auf keinen Fall gleich aufzunehmen, sondern sie an Ort und Stelle zu belassen.
Auch wenn das Vögelchen noch so schutzbedürftig wirkt - oft trügt der Schein. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist.
Sie sind dann keineswegs hilflos, sondern stehen mit ihren Vogeleltern durch sogenannte "Bettelrufe" in Verbindung, schreibt der LBV. Sobald der Mensch sich entfernt, kümmern die Eltern sich wieder um ihren Nachwuchs.
So erkennen Sie, ob der Vogel Hilfe braucht
Ob es sich bei den Vögeln wirklich um Waisenkinder handelt, lässt sich durch längeres, vorsichtiges Beobachten über zwei bis drei Stunden aus größerer Entfernung herausfinden. Nur dann, wenn Jungvögel erkennbar verletzt oder krank sind oder wenn sich die Eltern für sehr lange Zeit nicht sehen lassen, sollten die Tiere aufgenommen werden. Dann sind sie tatsächlich hilflos.
Sinnvoll ist es, dazu vorher den Rat von Experten wie Tierärzten oder Tierschutzorganisationen einzuholen. Der LBV betont, dass der Mensch die elterliche Fürsorge nicht ersetzen kann. Einen Vogel einfach aufzunehmen, sei daher nur die zweitbeste Lösung. Für eine Aufzucht braucht es außerdem viel Wissen – und auch nicht immer gelinge sie.
Vogel schwebt in Gefahr - dann sollten sie helfen
Eingreifen sollte der Mensch nur, wenn der kleine Vogel unmittelbar in Gefahr ist. An einer viel befahrenen Straße etwa kann er vorsichtig auf eine Astgabel gesetzt werden, erklärt der LBV. Katzenbesitzer sollten ihre Tiere so lange im Haus halten, bis der Jungvogel wieder verschwunden ist.
Mehr zum Thema und Tipps, wann was genau zu tun ist, gibt es auf der Website des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz.
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